Verdi hat Visionen
15.02.2012 | 13:37 Uhr 2012-02-15T13:37:00+0100
Herne. Die Gewerkschaft Verdi fragte auf ihrer Homepage die Bürger: „Was macht Herne für Dich lebenswert?“. Nun liegen die Ergebnisse vor.
Wie geht es weiter mit Herne? Wie viel Spielraum lässt die klamme Kasse der Stadt in dem Bestreben, ihren Bürgern ein gewisses Maß an Service zu bieten? Nachdem vor kurzem die SPD-Ratsfraktion ihr Bürgerforum veranstaltete und die Herner um Sparvorschläge bat (die WAZ berichtete), zog die Gewerkschaft Verdi nach. Sie hat auf ihrer Internetseite gefragt: „Was macht Herne für Dich lebenswert?“. Die Ergebnisse lassen Schlüsse darauf zu, was (gewerkschaftsnahe) Herner von ihrer Stadt erwarten.
Die Befragung sei ein bewusster „Kontrapunkt“ zum SPD-Forum, sagt Verdi-Sekretär Norbert Arndt, denn: „Wenn Geld auszugeben ist, werden die Bürger auch nicht gefragt. Wenn es darum geht, wo gespart werden kann, sollen sie plötzlich Ideen einbringen. Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Die eingereichten Vorschläge – viele stammen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der städtischen Tochterunternehmen – umfassen sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.
Inge Petri etwa fordert die Einführung eines „Herne-Passes“, der eine Teilhabe an Kulturangeboten wie Kino oder Musikschule ermöglicht. Dajana Schindler wünscht sich von der Stadtverwaltung mehr Ausbildungsplätze, Klaus Wilbrandt „bezahlbare“ Mietwohnungen. Annette Thielemann plädiert für ein „härteres Durchgreifen“ bei Umweltverschmutzungen durch Hundekot, Zigarettenstummel oder Kaugummis. Karola Kania ist gegen eine Privatisierung der Bäder, und Christian Diekmann und Nina Licht wollen Discos für Jugendliche. Stefan Konrad dagegen regt an, bei der Förderung der Gesundheitswirtschaft mehr auf gute Arbeitsbedingungen zu achten. Jürgen Salmikeit schließlich hofft, dass in der Kommunalverwaltung bei der Einstellung mehr auf Freundlichkeit geachtet werde und weniger auf Schulzeugnisse.
Gewerkschaftsmann Arndt macht sich nichts vor: Er ahnt, dass die Vorschläge nur begrenzt Gehör finden werden. „Kritiker kommen ja sofort mit dem Totschlagargument der Unfinanzierbarkeit.“ Die Einsparpolitik, die in Herne seit 20 Jahren praktiziert werde, sei zwar „angeblich alternativlos“. Verdi komme es indes auf etwas anderes an: „Die Politik hat keine Fantasie mehr. Wir zeigen, dass wir Fantasie haben. Wir wollen positive Visionen hochhalten.“ Die Umfrageergebnisse sollen zukünftig in Verhandlungen und öffentliche Diskussionen eingebracht werden.
17:51
Ist ver.di Herne wirklich ver.di?
Lassen sich Rat und Verwaltung tatsächlich von Gewerkschaftsmann Arndt vorführen, um es freundlich auszudrücken.
17:30
Meine Vision ist, dass der Gehweg bei uns vorm Haus hundekotfrei wird. Aber im Gegenteil, es wird immer schlimmer!