„Uns Uwe“ gratuliert „Til“ zum 80.

Gratulation: Hans Tilkowski (li.) und Uwe Seeler
Gratulation: Hans Tilkowski (li.) und Uwe Seeler
Foto: Jochen Schübel
Was wir bereits wissen
Der Kapitän der Wembley-Elf 1966 kam neben weiteren Prominentenaus dem Sport zum Empfang der Herner Fußball-Legende .

Herne..  Reinhard Rauball brachte es auf den Punkt: „Du bist alles, was das Ruhrgebiet ausmacht: ehrlich, aufrichtig, bodenständig, bescheiden“, adelte der Präsident von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gestern Hans Tilkowski. Hernes Fußball-Legende feierte in der Spielbank Hohensyburg, wo „Til“ zahlreiche Benefiz-Veranstaltungen organisiert hatte, seinen 80. Geburtstag – „und die gesamte deutsche Fußballfamilie gratuliert und ehrt dich heute“, wie es Rauball ausdrückte.

Familie! Ein Begriff, den Hernes mit Abstand bekanntester Bürger gestern sehr oft benutzte. Zum einen war seine eigene Familie da, an der Spitze Ehefrau Luise, „mit der ich seit 56 Jahren verheiratet bin“, seine Kinder und Enkelkinder. Aber auch Jugend- und Schulfreunde, Hans Tilkowski wurde in Dortmund-Husen geboren und lernte beim dortigen SV Husen das kleine Fußball-ABC, feierten mit, ebenso viele Freunde aus Herne, wo er seit 1955 lebt. Und natürlich die deutsche Fußballfamilie mit Reinhard Rauball, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, BVB-Boss Hans-Joachim „Aki“ Watzke und „Uns Uwe“ Seeler, um nur einige zu nennen.

Im Kreise der Fußballfamilie

Im Kreise dieser „Familien“ fühlte sich der sichtlich gut gelaunte Jubilar so wohl wie einst im Tor der Fußball-Nationalmannschaft. „Viele Freunde zu haben, diese Freundschaften zu pflegen, das war immer eine der Grundlagen meines Lebens“, so der knorrige Westfale, der nie einem Konflikt aus dem Weg gegangen ist. „Dafür bin ich ja bekannt“, schmunzelte „Til“, der bekanntermaßen in seiner sportlichen Karriere auch einem Streit mit dem großen „Chef“ Sepp Herberger nicht scheute. Ein anderer Trainer aus dieser Zeit fehlte in der Schar der Gratulanten, hatte aber bereits um 8.45 Uhr angerufen – Dettmar Cramer, heute 90 Jahre alt. „Das hat mich wahnsinnig gerührt und zeigt, welche gute Gemeinschaft wir waren und welchen Zusammenhalt wir hatten.“

Eine Vorlage, die auch der Kapitän der Wembley-Elf 1966 und Ehrenspielführer der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft gerne aufnahm. „Diese Werte kann man gar nicht hoch genug schätzen. Wir hatten eine tolle Zeit, die mit Geld nicht zu bezahlen ist. Und das Allerwichtigste ist, dass wir bis heute sehr gute Freunde geblieben sind“, sagte Uwe Seeler über seine Zeit mit Hans Tilkowski.

Die große Lebensleistung der „ehrlichen Haut“ (Reinhard Rauball) liegt aber bis heute darin, dass er nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch daneben Höchstleistung brachte und bringt. Zuletzt mit seinem Einsatz für einen Bolzplatz an der Hans-Tilkowski-Schule an der Neustraße, für Helmut Sandrock „eine wunderbare Initiative“. Die nicht die letzte gewesen sein muss, denn der DFB-Generalsekretär versprach: „Wenn Du weitere so gute Ideen hast, triffst Du beim DFB immer auf offen Ohren.“ Den Schwächsten dieser Gesellschaft etwas zurückzugegeben – das war auch am 80. Geburtstag die obererste Maxime der Herner Legende. Geschenke sollte es nicht geben, lieber bat „Til“ seine Gäste um Spenden für soziale und karitative Zwecke. Nicht umsonst trug der gestrige Empfang (Tilkowski: „Ein Empfang, keine Gala!“) diese Überschrift: … mit Herz und Hand!“