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Umwelttag

Unfair geht vor

20.06.2012 | 17:11 Uhr
Unfair geht vor
Den Kaffee auf hatten einige Besucher beim Umwelttag der Stadt. Grund: Anders als in den Vorjahren wurde diesmal kein fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Foto: Sebastian Willnow/ddp/dapd

Herne.   Anders als in den Vorjahren wurde beim Umwelttag der Stadt kein fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Grund: Die Stadt hatte den zuvor eingeladenen Anbieter kurzerhand nach Hause geschickt, weil sich ein anderer Gastronom über die Konkurrenz beklagt hatte.

Ein breites Angebot erwartete die Gäste vor eineinhalb Wochen beim traditionellen Umwelttag der Stadt. Und trotzdem hatten Grünen-Vorsitzender Dietmar Jäkel und andere Besucher im Gysenbergpark den Kaffee buchstäblich auf – wurde doch ausgerechnet bei dieser Veranstaltung anders als in früheren Jahren kein fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Stattdessen mussten die Gäste mit herkömmlichen „unfairen“ Kaffee vorlieb nehmen. Verkauft wurde dieser von zwei erstmals beim Umwelttag vertretenen Herner Gastronomen, die zusätzlich auch Kuchen und andere Speisen unters Volk brachten.

Für eine Kommune, die 2011 mit dem weltweit vergebenen Siegel „Fair-Trade-Stadt“ ausgezeichnet worden ist, ein Armutszeugnis, findet nicht nur Jäkel. Die Grünen wollen nun im Umweltausschuss von der Stadt wissen, wie es so weit kommen konnte.

Die Erklärung der Stadt dürfte die Kritiker alles andere als besänftigen. Nach WAZ-Informationen musste der bewährte Anbieter des fairen Kaffees im Gysenbergpark, die Weltläden-Basis in Buer, am Morgen des Umwelttags nämlich unverrichteter Dinge wieder den Heimweg nach Gelsenkirchen antreten – auf Druck einer der beiden Herner Gastronomen. Dieser soll am Samstag, am Tag vor der Veranstaltung, beim Aufbau der Stände not amused über die „Konkurrenz“ beim Kaffee-Ausschank gewesen sein. Und weil die Stadt daraufhin einknickte, wurde den Anbietern des fairen Kaffees kurzfristig abgesagt. Diese Information erreichte die Weltläden-Basis aber nicht mehr rechtzeitig. Folge: Am Sonntag rückten drei Mitarbeiter aus Buer beim Umwelttag an, um Minuten später wieder den Heimweg anzutreten.

„Das war sehr unglücklich. Bei der Planung ist einiges parallel gelaufen“, räumt Thomas Semmelmann vom Fachbereich Umwelt auf WAZ-Anfrage ein. Anders als in früheren Jahren habe diesmal kein Anbieter von Vollkornprodukten an der Veranstaltung teilnehmen wollen. Die Besucher erwarteten bei einem solchen Fest aber nun mal ein gastronomisches Angebot, so Semmelmann. Deshalb habe man auch „normale“ Herner Gastronomen mit ins Boot genommen. Für deren Einwand, dass bei zu vielen Ständen mit Kaffeeausschank nicht alle auf ihre Kosten kommen, habe man Verständnis gehabt. Die von der Stadt praktisch ausgeladene Weltladen-Basis soll die entstandenen Kosten aber ersetzt bekommen, kündigt Semmelmann an.

Und wie fair oder unfair soll es 2013 am Kaffeeausschank des 28. Umwelttages im Gysenbergpark zugehen? Da wird die Politik nach dieser Posse vielleicht ein Wörtchen mitreden wollen . . .

Redaktion



Kommentare
22.06.2012
19:24
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Name von Moderation entfernt | #8

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21.06.2012
11:14
Unfair geht vor
von Borniger | #7

Es ist schon pervers. Kaum versammeln sich in Herne ein paar Menschen, schon ist Wiacker zugegen und will ihnen mit (egal zu welcher Jahreszeit) seinen "Erdbeertörtchen" inkl. des unfair gehandelten Kaffees das Geld aus der Tasche ziehen.

21.06.2012
07:11
Unfair geht vor/ Verpflegung
von ju11 | #6

Stadt Herne:" Für die Verpflegung sorgen die Gaststätte" Im Kegelzentrum" und die Konditorei !" Wiacker":

20.06.2012
22:10
Unfair geht vor
von knutmithut | #5

Man braucht doch nur unten rechts auf dem Fyler schauen:
http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/files/Umweltdaten/$file/flyer2012_web.pdf

;-)

20.06.2012
21:01
Unfair geht vor
von Poirot | #4

Die Ironie an der Geschichte: Die Angestellten der "Herner Gastronomen", die den unfairen Kaffee ausgeschenkt haben, kaufen jeden Morgen mehrmals ihren eigenen Kaffee in diversen Schnellbäckereien. Rutscht damit das ach-so-dolle Erdbeertörtchen besser?

PS: @ #1: Welches "Gastronom"unternehmen hat sich denn in den letzten Jahren unbeliebterweise in der Herner City breit gemacht? Befragen Sie mal die Herner ab 80....!

20.06.2012
20:14
Beziehungskiste
von eduardschmidt | #3

So etwas kann nur in Herne vorkommen. Es wird eine Veranstaltung (Veranstalter Stadt Herne) geplant und ein Anbieter wird eingeladen, der fair gehandelten Kaffee ausschenken möchte. Auf die Beschwerde eines kommerziellen Unternehmers hin wird dieser am Umwelttag wieder ausgeladen, weil man keine Konkurrenz duldet. Wenn der Mitarbeiter der Stadtverwaltung diese Entscheidung getroffen hat, ist er überfordert. Ein selbstständiger Kaufmann würde jetzt die Stadt Herne auf angefallende Kosten und Umsatzeinbuße verklagen.

20.06.2012
19:03
Und Kommentare shreibt man besser nur...
von spiridon | #2

...wenn man über ein gewisses orthographisches Grundwissen verfügt. Sonst macht man sich leicht lächerlich, wenn man den(n) Mitarbeiter der Stadt als überfordert darstellt.

8 Antworten
orthographisches Grundwissen
von Borniger | #2-1

Übrigens: "shreibt" schreibt man mit "c" hinterm s.

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Name von Moderation entfernt | #2-2

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Unfair geht vor
von spiridon | #2-3

Ich könnte dir jetzt den Unterschied zwischen Tipp- und Rechtschreibfehler erklären...

An spiridon | #2-3
von Borniger | #2-4

Ich bin ganz verduzt, seit wann dutzen wir uns?

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Name von Moderation entfernt | #2-5

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Unfair geht vor
von spiridon | #2-6

Wieso ist denn dieser Kommentar blockirt worden? Wo lag der Vertoß gegen die Nutzungsrichtlinien?

Kopfschüttel

[Der User möchte von Ihnen nicht geduzt werden - und Sie antworten mit einer Beleidigung. Brauchen Sie Nachhilfe? - Moderation]

Unfair geht vor
von spiridon | #2-7

[Off Topic]

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Name von Moderation entfernt | #2-8

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20.06.2012
18:18
Gute Beziehungen zum Umweltamt/ Stadtverwaltung?
von ju11 | #1

Ich hoffe das in der Print-Ausgabe (WAZ) der Name des "normalen Gastronomen" steht. Oder will die WAZ-Redaktion ihre Abo-Leser nicht informieren. Leser sind nicht dumm, sie möchten schon wissen, welches Unternehmen keine Konkurrenz neben sich duldet. Solche Unternehmen meidet man am besten. Oder spielten hier gute Beziehungen zur Stadtverwaltung eine Rolle, oder war der Mitarbeiter bei seiner Entscheidung überfordert? Ein Umweltamtmitarbeiter von der "Fair Trade Stadt Herne, der einfach und locker die " Weltläden-Basis" auslädt gehört auf einem Posten denn er ausfüllen kann.

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