Das aktuelle Wetter Herne 15°C
Feuerwehr

U35 in Flammen - aber nur zur Übung

02.10.2012 | 18:28 Uhr
U35 in Flammen - aber nur zur Übung
Bei der Übung galt es unter anderem, einen „Verletzten“ aus der brennenden U-Bahn zu bergen und in sicherheit zu bringen.Foto: STEFAN AREND

Herne.   Um das Zusammenspiel von Feuerwehr und Bogestra in einer eventuellen Krisensituation zu üben, wurde am Montagabend ein Brand in der U-Bahn-Station Schloß Strünkede simuliert.

Die Stimme des Polizisten ist ruhig, aber bestimmt. „Bitte verlassen Sie sofort den U-Bahn-Schacht.“ Menschen laufen die Treppen hoch, machen teils sorgenvolle, teils fragende Gesichter. Aus dem U-Bahn-Tunnel dringt Rauch in den Schacht. Ausnahmezustand an der U35-Halte­stelle Schloss Strünkede.

Es ist Montagabend gegen 21 Uhr. Eine Bahn der U35 qualmt. Sofort stoppt der Fahrer den Zug. Er meldet den Schaden der Bogestra: „Ich sehe Rauch aufsteigen, der Zug brennt“, ruft er laut. Binnen weniger Minuten rasen Polizei- und Feuerwehrautos mit Blaulicht die Bahnhofstraße entlang. Polizisten sperren die Kreuzung Nordstraße/Forellstraße für den Pkw-Verkehr, leiten die heranfahrenden Autos um. Derweil setzen Feuerwehrleute ihre Helme auf und gehen mit Sauerstofftanks auf dem Rücken und mit aufgerollten Wasserschläuchen in den U-Bahn-Schacht. Dieser ist inzwischen komplett geräumt, kein potenzieller Fahrgast stört den Sondereinsatz.

Zusammenarbeit getestet

Alles wirkt so real, aber es ist lediglich eine Übung der Berufsfeuerwehr Herne und der Bogestra. „Wir haben heute ein Szenario konzipiert, bei dem getestet werden soll, wie gut die Zusammenarbeit zwischen unseren Leuten und der Bogestra funktioniert“, sagt Übungsleiter Karl-Heinz Westerwelle von der Berufsfeuerwehr. Etwa 20 neutrale Beobachter schauen sich die Übung an, machen Notizen, um dann später den Einsatz entsprechend auswerten zu können.

Der Rauch ist inzwischen in den gesamten U-Bahn-Schacht eingedrungen. An der Haltestelle sieht man die Hand vor Augen nicht, der Qualm steigt in die Nase. „Gibt es verletzte Insassen?“, will ein Feuerwehrmann wissen. Über sein Funkgerät erhält er die Info, dass sich wohl ein Fahrgast in der U-Bahn befindet. Sofort startet die Rettungsaktion. Hunderte Meter von Schläuchen werden ausgerollt und so im U-Bahn-Schacht verteilt, dass sie sich nicht verknoten. Dann schließen die Feuerwehrleute ihre Visiere, atmen mit Hilfe des Sauerstofftanks.

„Wo liegt der Verletzte?“, fragt einer. „Linker Schacht“, hört er aus seinem Funkgerät. Zu dritt machen sie sich auf den Weg zur brennenden U-Bahn. Dabei ziehen sie den Schlauch mit. Während zwei Männer den Brand in Schach halten, kümmert sich einer um den Verletzten. Er bekommt eine Atemmaske, wird dick in Signalkleidung eingepackt und schließlich in einem Rettungssack davon getragen.

Schweiß rinnt übers Gesicht

Inzwischen ist der Brand komplett gelöscht und der Verletzte auf dem Weg ins Krankenhaus. Auf der Forellstraße sitzen Feuerwehrleute mit herunter gezogenen Helmen und trinken aus Wasserflaschen. Sie sind erschöpft, der Schweiß rinnt ihnen übers Gesicht. Derweil rückt die Grubenwehr an, um den gesamten Bereich der U-Bahn-Strecke bis zum Herner Bahnhof nach weiteren Menschen abzusuchen und zu sichern. Für die Berufsfeuerwehr sind der Einsatz und die anstrengende Übung jetzt zu Ende - bis aufs Aufräumen.

Daniel vom Bruch



Kommentare
Aus dem Ressort
Das Herner Haranni-Gymnasium wird Ganztagsschule
Bildung
Das Gymnasium Wanne hat bereits seit sechs Jahren den gebundenen Ganztag. Zum Schuljahr 2015/16 will auch das Haranni-Gymnasium den Startschuss für dieses Angebot geben. Der Rat muss noch grünes Licht geben für das erste Ganztagsgymnasium in Alt-Herne.
Auch 100 Tage nach Ela geht in Herne das große Aufräumen weiter
Pfingststurm
100 Tage ist es her, seit der Pfingststurm Ela sich über Herne ausgetobt hat. Das große Aufräumen geht weiter, aber vieles ist schon geschafft. Als nächstes will Stadtgrün die Friedhöfe wieder herrichten, damit die Gräber für die Totengedenktage im November fertig gemacht werden können.
Aula der Realschule Crange feiert den Geist des Gospel
Gospel
Der Zuschauerandrang war groß, als sich jetzt das Gospelprojekt-Ruhr mit einem „Gospel Feierabend“ für die Besucher kostenlos präsentierte. Alle Abteilungen des Projekts war in der Aula der Realschule Crange vertreten. Auch Fördervereinsvorsitzender Karl-Erivan Haub saß im Publikum.
Rentner entdecken in der Musikschule Freude am Instrument
Musik
Städtische Musikschule und der Verein ID55 haben im letzten Jahr eine Reihe von gemeinsamen Projekten entwickelt. Eine Idee unter anderen: Älteren Menschen Zugang zu einem Instrument zu ermöglichen. Am Montag war es im zweiten Anlauf dann soweit. Es durfte geschnuppert werden.
Ganzjährig draußen im Lago schwimmen
Gesundheit
Hans-Jürgen Sobczak legt neue Zahlen und Vorschläge vor. Er ärgert sich über die Schließung des Außenschwimmbeckens im Winter und die Lago-Betreiber.
Umfrage
Piraten und AL wollen freien Internet-Zugang in den Zentren von Herne und Wanne-Eickel . Eine gute Idee?
 
Fotos und Videos
Mittelalterfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Wanne bewegt sich
Bildgalerie
Fotostrecke
Internationale Katzenausstellung
Bildgalerie
Haustiere