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Turmhügelburg Motte in Herne muss weg

08.09.2010 | 17:26 Uhr
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg

Herne.Die Tage der Motte sind spätestens Ende Februar 2011 gezählt: Nachbarn wollen die Turmhügelburg nicht dauerhaft vor ihrer Haustür, und die Stadt hat kein Geld für eine Umsiedlung innerhalb Hernes.

Sie gibt es erst ein paar Monate, und doch, so meinen viele, hat sie sich schon zum Wahrzeichen gemausert: die Turmhügelburg, genannt „Motte“. Nun steht fest: Die Holzkonstruktion verschwindet wieder aus Herne-Mitte, und auch die Umsiedlung an eine andere Stelle der Stadt scheint ausgeschlossen. Vermutlich nimmt nun eine andere Stadt die Motte unter ihre Fittiche.

Anlässlich der Kulturhauptstadt-Schau „AufRuhr1225“ war die Turmhügelburg im Frühjahr am Archäologiemuseum aufgebaut worden; seither vermittelt sie den Besuchern von Nah und Fern einen Eindruck vom Wohnen einer adligen Familie im Mittelalter. Bislang haben 120 000 Menschen die Ausstellung, die auch einen Aufstieg auf die 25 Meter hohe Motte umfasst, besucht. Spätestens Ende Februar, sagt nun Museumschef Josef Mühlenbrock, muss die Motte weichen.

Grund sei eine Vereinbarung mit den Nachbarn der Motte an der Schmidestraße. Im Vorfeld des Turmhügel-Baus hatte sich der Landschaftsverband (LWL) als Museumsbetreiber mit den Anwohnern verständigt, die Motte für die Ausstellung zu errichten, anschließend aber wieder abzubauen. Nun, da sich etwa auch der Kulturausschuss für eine Zukunft der Motte in Herne stark gemacht hatte, hakte der LWL bei den Nachbarn nach. Ergebnis: Vor ihrer Haustür wollen sie den Bau dauerhaft nicht.

„Gnadenfrist“ Ende Februar

Also muss er – wie vereinbart – weg, spätestens nach besagter „Gnadenfrist“ Ende Februar. Doch wohin? Das Museum „als in Herne verwurzelte Kulturinstitution“ sähe die Motte am liebsten in dieser Stadt, sagt Museumsleiter Mühlenbrock; als Standort hatte er den Schloßpark Strünkede vorgeschlagen.

Daraus wird nichts. Eine Umsetzung und Aufstellung der Holz-Konstruktion an einem anderen Standort in Herne oder Wanne-Eickel, informiert Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff jetzt der Politik, „kommt aus baurechtlichen, instandhaltungstechnischen und insbesondere haushaltsrechtlichen Gründen nicht in Betracht“.

Und nun? Kommt wohl eine andere Stadt zum Zuge. Es gebe „mehrere lockere und zwei starke Interessenten“ für die Turmhügelburg, sagt Mühlenbrock gegenüber der WAZ. Seine Hoffnung: Wenn sie denn schon nicht vor Ort bleiben könne, so solle sie doch in jedem Fall weiter genutzt werden.

Michael Muscheid

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Kommentare
03.10.2010
15:11
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Shamrock | #71

DIE HERNER MOTTENKISTE PRÄSENTIERT:

“BRETTERBUDE” – EINE TRAGÖDIE IN DREI AKTEN

1. AKT: DAS RUHRGEBIET UND SOMIT LETZTLICH AUCH HERNE SIND STOLZ, DEN ZUSCHLAG FÜR 2010 ALS KULTURHAUPSTADT ERHALTEN ZU HABEN. VIELE GUTE IDEEN WURDEN GEBOREN UND OFT AUS GELDMANGEL VERWORFEN. EINE IDEE SETZT SICH DURCH UND KANN AUCH DANK SPONSOREN VERWIRKLICHT WERDEN: DIE SONDERAUSSTELLUNG AUFRUHR 1225 MIT DER „MOTTE“ ALS HERAUSRAGENDEM MERKMAL – IM WAHREN WORTSINNE.

2. AKT. DIE AUSSTELLUNG WIRD ERÖFFNET – VIELE HERNER BÜRGER HABEN SCHON DEN AUFBAU BEGLEITET – MIT FOTOAPPARATEN, KAMERAS ODER EINFACH NUR MIT EINEM KURZEN BLICK BEIM VORBEIGEHEN. DIE AUSSTELLUNG WURDE ZU EINEM VOLLEN EROLG. DIE MOTTE ZU EINEM ALLEINSTELLUNGSMERKMAL FÜR HERNE, UM DAS UNS ANDERE STÄDTE BENEIDEN.

3. AKT: DIE MOTTE SOLL WEG. NICHT SOFORT, ABER NACH DEM ENDE DER SONDERAUSSTELLUNG. SO IST ES GEPLANT. HERNE HAT WAHRLICH NICHT VIELE TOURISTISCHE HIGHLIGHTS; UND WENN MAN AN SATURN, ZURBRÜGGEN UND DAS STADTTORCENTER DENKT, SO SCHEINT HERNE AUCH FÜR AUSWERTIGE INVESTOREN NICHT GANZ OBEN AUF DER WUNSCHLISTE ZU STEHEN. WENN HERNES BAUDEZERNENT TERHOEVEN, NACHBARN UND ANDERE BÜRGER HERNES DIE MOTTE LEDIGLICH FÜR EINE „BRETTERBUDE“ HALTEN, SO KANN DIESE KURZSICHTIGKEIT WOHL NUR DURCH EIN „BRETT VOR DEM KOPF“ ERKLÄRT WERDEN. ANDERE STÄDTE WERBEN UM DIE MOTTE, WEIL SIE DEREN ANZIEHUNGSKRAFT ERKENNEN – NUR HERNE BLEIBT SCHEINBAR DAS DORF HARANNI, WAS ES EINMAL WAR. BEVOR MAN SOLCH EINEN „SCHATZ“ KAMPFLOS AUFGIBT, SOLLTE MAN ALLE MÖGLICHKEITEN PRÜFEN. UND WENN DER HERNER STADTSÄCKEL LEER IST, SOLLTE ZUMINDEST NACH ALTERNATIVEN GESUCHT WERDEN. WAS HÄTTEN WOHL DIE HERRSCHAFTEN ZU STRÜNKEDE GEMACHT, UM IHREN STEINHAUFEN.. ENTSCHULDIGUNG, IHR WASSERSCHLOSS ZU ERHALTEN?

WARTEN WIR AB, OB UND WANN FÜR DIE MOTTE DER LETZTE VORHANG FÄLLT.. EINE TRAGÖDIE IST ES JETZT SCHON, AUCH WENN SICH WAHRSCHEINLICH NICHT JEDER GUT UNTERHALTEN FÜHLT..

13.09.2010
08:53
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Bernd aust | #70

Hallo,

die WDR-Lokalzeit wird am heutigen Montag um 15.00 Uhr über das Motte-Problem einen Bericht aufzeichnen.
Kritiker, Interessierte, Aktivisten, Pro- und Contras sind dort herzlich willkommen!

Bis dahin

11.09.2010
17:53
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von wolf1506 | #69

# 54

volle Zustimmung !

11.09.2010
11:23
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Meine Meinung | #68

@57 nein, aber dieser frische holzlook sieht nicht nach alt und historisch aus. sondern eher wie nen kletterturm für den abenteuerspielplatz nur ein wenig zu groß.
und ich glaube auch nicht, dass das aussehen die anwohner dort stört, sondern eher, dass sie so einen spannerturm direkt vor das wohnzimmer gesetzt bekommen haben...

wie gesagt nichts gegen den turm, aber die ausstellung geht zuende und damit passt die motte nicht mehr zu einer vietnamausstellung oder was auch immer vorher dort ausgestellt wird.

wie bereits gesagt am sinnvollsten wäre strünkede

10.09.2010
22:26
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Hotte Schuhschreck | #67

Mittelalterlich ist die Art in Herne zu regieren auch und keiner wills, aber jeder wählts.
Der nackte Kaiser und sein buckelnder König sollten sich mal einer französischen Revolution stellen.

10.09.2010
21:39
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von wgrobi | #66

Wenn ich mir gewisse Kunst-bauten im Rahmen der Aktion Ruhrpott2010 oder wie der Sch... heißt anschaue, kommt mir die Motte erhaltenswert vor.
Und nu ham wir was Mittelalterliches in Herne, das Schloß Strünkede. Und keiner wills da haben. Ich versteh nix mehr.

10.09.2010
19:05
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Justus | #65

@ #57: ...sieht aus wie ein Projekt von Hornbach...
Wie soll denn eine mittelalterliche Motte aussehen?
Verspiegeltes Glas und Stahlträger, mit GPS-gesteuerten Abwehrwaffen? Oh mann...

10.09.2010
16:46
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von hoppetutz | #64

Verstrahlter Schwachsinn.
#54 kann man nur zustimmen.
Diese Stadt ohne jedes Selbstbewußtsein fördert ausnahmslos alles, damit sich ihr Ruf ja nicht verbessert.
Schade ist bei der Motte nur, daß man nicht mal eben raufgehen kann, ohne vorher vollen Eintritt zahlen zu müssen.
Das schreckt viele verständlicherweise von einem Kurzbesuch ab, die nur mal eben auf die Motte wollen, um einen Blick in die Runde der grandiosen Nachbarschaft zu werfen ...
Das soll nichts heißen, denn man kann nie allen Wünschen gerecht werden.
Motte weg, Motte nach Strünkede, Motte zu den Flottmannhallen, Motte in den Gysenberg ....
Das liest sich gut, vor allem auswärts.
Man sollte die Motte überhaupt in den Gysenberg bringen, aber in Einzelteilen - das erleichtert den Transport und kommt der mangelnden Teichtiefe entgegen.
Herne schlaf weiter - das gilt auch für Wanne und natürlich für Eickel ...
... vielleicht sogar für Sodingen.

10.09.2010
16:44
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von ProMotte | #63

#62
Der hatte Helfer?

10.09.2010
16:32
Turmhügelburg Motte in Herne muss weg
von Verlogenheit | #62

Keine Woche verging nach der Erhöhung der Parkgebühren - - -

nun soll der Abriß erfolgen - - -

BRAVO, was kommt dann ?

Die Motte scheint einem Politiker ein Dorn im Auge zu sein.

# 52

Kleinholz ist ausreichend vorhanden, jedoch von Anderen !!!

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