Torsten Kropp stellt Zeichnungen in der VHS Wanne aus

„Bezeichnend!": Torsten Kropp stellt in der VHS-Galerie aus.
„Bezeichnend!": Torsten Kropp stellt in der VHS-Galerie aus.
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Der Herner Künstler (48) und Dozent zeigt die Bandbreite seines Schaffens von der Karikatur zum subtilen Stillleben.

Herne..  „Bezeichnend“ heißt die Ausstellung des Herner Künstlers Torsten Kropp (48), die morgen in der VHS-Galerie eröffnet wird. „Es gibt wenige Künstler, die ihren Schwerpunkt bei Zeichnungen haben“, sagt Angelika Mertmann, Ausstellungsverantwortliche der Volkshochschule. Torsten Kropp ist einer der wenigen. Er zeigt Bilder, die in den letzten Jahren entstanden sind.

Den Anfang macht eine Reihe mit den Siegern des Herner Kabarettwettbewerbs „Tegtmeiers Erben“. Matthias Reuter, Urban Priol, Wilfried Schmickler oder Dieter Hallervorden sind hier mit wenigen markanten Strichen festgehalten.

Torsten Kropps satirische Ader zeigt sich auch in der Bilderserie, die sich dem Thema Buch widmet. Da gibt es den Buchhalter oder den Buchprüfer, aber auch den Buchrücken, bei dem ein Buch mit einem Rückgrat verschmilzt. Oder die Buche, von der kleine Bücher fallen. Hier werden Wortspiele zu ironischen Bilderspielen.

Aus-Zeit im Kloster Möllenbeck

Eine andere Serie ist im ehemaligen Kloster Möllenbeck im Weserbergland entstanden. Dorthin zieht sich Torsten Kropp seit den 1990er Jahren einmal im Jahr im Herbst mit anderen Künstlerinnen und Künstler zurück, um sich zehn Tage lang nur der Kunst zu widmen. Dort entstanden sind die genauen Beobachtungen der Umgebung des Klosters, die wie kleine Stillleben wirken. Da finden sich detailgetreue Zeichnungen der verfallenden Ruinen, Einblicke in leere Räume, aber auch genaue Beobachtungen von Details. Seine ironische Seite kann Torsten Kropp auch bei diesen Blättern oft nicht zügeln: Durch ein Fenster schaut dann mal eben der holländische Künstler Rembrandt herein. Ebenso in dem großformatigen Selbstportrait als heldenhafter Ritter auf dem Pferd.

Auf der großen Querwand finden sich zwei große Bilder von Affen, in denen sich Torsten Kropp einer ganz neuen Technik bedient. In diesen Blättern wird Graphitpulver mit Terpentin vermischt, um es flächig zu vermalen. Ist es erst einmal getrocknet, lässt es sich wie ein ganz normaler Bleistiftstrich radieren, um die Lichter zu betonen. So entstehen malerische Strukturen, aus denen sich die markanten Gesichter der beiden Affen hervorheben.

„Bezeichnend“ ist eine sehr vielseitige Ausstellung geworden, die sich der ganzen Bandbreite eines Künstlers widmet. Sie macht wieder einmal deutlich, was mit ganz einfachen zeichnerischen Mitteln auch heute noch möglich ist.