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Schwurgericht

Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft

27.05.2013 | 18:29 Uhr
Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft
Foto: Franz Luthe

Bochum/Herne.   Im Prozess um den gewaltsamen Tod der neunfachen Mutter aus Wanne-Eickel hat die Staatsanwaltschaft am Montag 13 Jahre Haft wegen Totschlags beantragt. Von Mord spricht plötzlich niemand mehr. Am Mittwoch soll das Urteil gesprochen werden.

Der siebte Verhandlungstag war bereits in vollem Gange, als das Bochumer Schwurgericht die Karten plötzlich auf den Tisch legte. Eine Verurteilung wegen Mordes komme nach jetziger Einschätzung nicht in Betracht, hieß es. Dazu sei zu wenig über die Motive des Angeklagten bekannt. Kurz danach schloss sich auch Ankläger Andreas Bachmann dieser Einschätzung an.

Für Sascha K. bedeutet das: Die Gefahr einer Verurteilung zu lebenslanger Haft ist praktisch nicht mehr vorhanden. Anzeichen der Erleichterung waren nicht zu erkennen. Nur ab und zu wechselte der 37-Jährige ein paar leise Worte mit seinem Verteidiger Siegmund Benecken.

Anwalt spricht von "Augenblicksversagen"

Der Marler Anwalt sprach im Prozess von einem „Augenblicksversagen“. K. habe sich durch eine schwere Beleidigung („Du bringst es nicht mehr - Ich habe dich nie geliebt“) zu der Tat hinreißen lassen. „Die Tat ist über ihn gekommen“, sagte Benecken. „Und dann stand er auch noch neben dem Messerblock.“

Acht Monate ist es her, dass K. seine Frau mit einem Stich ins Herz getötet hat . „Sie haben neun Kindern die Mutter genommen“, sagte Staatsanwalt Bachmann in seinem Plädoyer. Außerdem habe sich der 37-Jährige an mindestens drei Mädchen sexuell vergangen. Rund einen Monat lang galt die Frau als vermisst, ihre Leiche wurde schließlich in einem Abbruchhaus gefunden. Auch in dieser Zeit gab es weitere Missbrauchs­taten. Die Kinder leben inzwischen in einer Wohngruppe. „Man kann ihnen nur wünschen, dass sie liebevolle und mutige Betreuer haben“, sagte ihre Herner Anwältin Cornelia Frech.

Das Urteil soll am Mittwoch gesprochen werden.

Redaktion



Kommentare
30.05.2013
12:02
Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft
von Xavinia | #5

Im Namen des Volkes wäre auch dieses Urteil nicht. Eigentlich kann man diese Floskel gleich weglassen. Im Namen des Volkes müsste es "lebenslänglich" heißen und "Mord".
Aber das Volk hat ja mal wieder keine Ahnung.

28.05.2013
17:00
Verteidiger Siegmund Benecken.....
von fummelx | #4

..........und schon ist alles ganz anders.

28.05.2013
15:44
Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft
von Schnuffie | #3

Ich sage es immer wieder: Wir haben keine Probleme mit dem Gesetz, sondern unser Problem sind die Richter! Mehr ist dazu nichts zu sagen!

28.05.2013
09:07
Mordprozess - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für 37-Jährigen
von Stadtkasse | #2

Das Urteil ist doch wirklich ein Witz, einfach unfassbar

1 Antwort
Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft
von AusOberhausen | #2-1

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
Es gibt noch gar kein Urteil! Das ist bisher nur die Forderung der Staatsanwaltschaft.......

28.05.2013
07:47
Mordprozess - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für 37-Jährigen
von Kernow | #1

Ich hab das wohl alles nicht richtig gelesen...Frau erstochen, Kinder mißbraucht...aber Mord? Nein! Das klingt für mich so, als wolle das Gerichte die Taten irgendwie entschuldigen. Er stand grad neben dem Messerblock und wurde schwer beleidigt..Ich glaubs wohl....

Der gehört für immer weggeschlossen. Aber was sind schon eine tote Mutter und mißbrauchte Kinder...

Wenn ich Artikel zu diesem Thema lese bestätigt sich immer mehr, dass wir hier eher die Täter schützen als die Opfer.

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