Tod von neunfacher Mutter - Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft

Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Im Prozess um den gewaltsamen Tod der neunfachen Mutter aus Wanne-Eickel hat die Staatsanwaltschaft am Montag 13 Jahre Haft wegen Totschlags beantragt. Von Mord spricht plötzlich niemand mehr. Am Mittwoch soll das Urteil gesprochen werden.

Bochum/Herne.. Der siebte Verhandlungstag war bereits in vollem Gange, als das Bochumer Schwurgericht die Karten plötzlich auf den Tisch legte. Eine Verurteilung wegen Mordes komme nach jetziger Einschätzung nicht in Betracht, hieß es. Dazu sei zu wenig über die Motive des Angeklagten bekannt. Kurz danach schloss sich auch Ankläger Andreas Bachmann dieser Einschätzung an.

Für Sascha K. bedeutet das: Die Gefahr einer Verurteilung zu lebenslanger Haft ist praktisch nicht mehr vorhanden. Anzeichen der Erleichterung waren nicht zu erkennen. Nur ab und zu wechselte der 37-Jährige ein paar leise Worte mit seinem Verteidiger Siegmund Benecken.

Anwalt spricht von "Augenblicksversagen"

Der Marler Anwalt sprach im Prozess von einem „Augenblicksversagen“. K. habe sich durch eine schwere Beleidigung („Du bringst es nicht mehr - Ich habe dich nie geliebt“) zu der Tat hinreißen lassen. „Die Tat ist über ihn gekommen“, sagte Benecken. „Und dann stand er auch noch neben dem Messerblock.“

Acht Monate ist es her, dass K. seine Frau mit einem Stich ins Herz getötet hat. „Sie haben neun Kindern die Mutter genommen“, sagte Staatsanwalt Bachmann in seinem Plädoyer. Außerdem habe sich der 37-Jährige an mindestens drei Mädchen sexuell vergangen. Rund einen Monat lang galt die Frau als vermisst, ihre Leiche wurde schließlich in einem Abbruchhaus gefunden. Auch in dieser Zeit gab es weitere Missbrauchs­taten. Die Kinder leben inzwischen in einer Wohngruppe. „Man kann ihnen nur wünschen, dass sie liebevolle und mutige Betreuer haben“, sagte ihre Herner Anwältin Cornelia Frech.

Das Urteil soll am Mittwoch gesprochen werden.