Tiefe Einblicke in das Herner Archäologiemuseum

Bei einem umfassenden Blick hinter die Kulissen des Archäologiemuseums zeigte Cornelia Moors den WAZ-Lesern auch den Gestaltungsbereich.
Bei einem umfassenden Blick hinter die Kulissen des Archäologiemuseums zeigte Cornelia Moors den WAZ-Lesern auch den Gestaltungsbereich.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Im Rahmen von „WAZ öffnet Pforten“ konnten Leser hinter die Kulissen des Westfälischen Landesmuseums blicken und lernten viele Bereiche kennen.

Herne..  Einen tiefen Einblick in die Arbeit der Museumsmitarbeiter und in Räumlichkeiten, die sonst der Öffentlichkeit verschlossen bleiben, bekamen einige WAZ-Leser. Sie hatten das Glück, im Rahmen der Aktion „WAZ öffnet Pforten“ an einer Führung durch das Archäologische Museum am Europaplatz teilzunehmen. „Wir möchten mit Ihnen heute den Ablauf einer Ausstellungsplanung durchgehen“, begrüßte die wissenschaftliche Volontärin Cornelia Moors die Gäste. Dazu ging es zunächst dorthin, wo meist alles beginnt: in die Chefetage.

Lange Vorbereitungszeiten

Sieben bis acht Jahre bevor eine Ausstellung im Museum für die Besucher zu sehen ist, beginnen schon die Vorbereitungen: Geldgeber aus Politik sowie Sponsoren müssen gewonnen, Entscheidungen über die Projektleitung getroffen und natürlich inhaltliche Konzepte erstellt werden. „Bevor ich hier angefangen habe zu arbeiten, hätte ich nie gedacht, dass die Planungen so lange im Voraus beginnen“, konnte Kai Jansen, wissenschaftlicher Mitarbeiter, die Überraschung der Leser nachvollziehen.

Nach einem schönen Ausblick von der Dachterrasse des Chefbüros aus, ging es weiter ins Projektbüro für Sonderausstellungen, in dem zur Zeit das Thema „Vietnam“ vorbereitet wird. Die Wände schmückten Landkarten des asiatischen Staates und mit einem Drachenkopf war hier auch schon ein erstes Exponat zu sehen. Die Ausstellung soll im nächsten Jahr im LWL-Museum zu sehen sein. Nach der Besichtigung der hauseigenen Bibliothek war der Gestaltungsbereich der nächste Programmpunkt. „Die Ausstellungen müssen nicht nur mit Inhalten gefüllt sein, sondern auch optisch ansprechend dargestellt werden“, sagt Moors und präsentiert ein von ihr erarbeitetes Modell einer Ausstellungshalle im Maßstab 1:50. „Es gilt vieles zu beachten. Unter anderem ist wichtig, dass auch Rollstühle durch die Gänge der Ausstellungsräume passen“, gab die Steinzeitexpertin zu bedenken.

Insgesamt rund 20 Mitarbeiter arbeiten am Standort Herne des Westfälischen Landesmuseums: von Architekten, über Schreiner bis hin zu Modellbauern oder Museumspädagogen. „Jeder bringt bei uns sein Fachwissen ein“, erklärte Moors.

Von den oberen Etagen des 2003 eröffneten Museums ging es schließlich hinunter in die Kellerräume. Eine komplexe Heiz- und Kühlanlage sorgt dort dafür, dass in den unterirdischen Ausstellungsräumen eine konstante Temperatur von 19 Grad herrscht. „Was Wärme und Luftfeuchtigkeit angeht, sind unsere Exponate sehr empfindlich“, erklärte Jansen die Wichtigkeit dieser Temperaturregelung. Sogar die Rampe, über die neue Ausstellungsobjekte angeliefert werden, ist aus diesem Grund beheizt.