Thomas Reinke zum OB-Kandidaten der Grünen in Herne gewählt

Die Mitgliederversammlung der Grünen wählte Thomas Reinke am Mittwochabend zum OB-Kandidaten in Herne. Mit im Bild: Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte.
Die Mitgliederversammlung der Grünen wählte Thomas Reinke am Mittwochabend zum OB-Kandidaten in Herne. Mit im Bild: Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Die Grünen in Herne nominierten Thomas Reinke für die OB-Wahl. Er will nun um die Stimmen von Linken, Piraten, AL und FDP werben.

Herne..  Nun haben auch die Grünen einen OB-Kandidaten: Thomas Reinke, Fraktionsvize im Stadtrat, tritt im September bei der Wahl zum Oberbürgermeister gegen Frank Dudda (SPD) und Peter Neumann-van Doesburg (CDU) an. Das Besondere: Reinke soll kein reiner Kandidat der Grünen, sondern einer der Opposition im Rat sein.

Auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend stellte sich der 41-jährige Reinke als einziger Bewerber zur Wahl. Der Wunsch der Grünen aus dem vergangenen Jahr, eine parteilose und anerkannte Frau ins Rennen um die Nachfolge von Horst Schiereck (SPD) zu schicken, hatte sich zuletzt zerschlagen. Reinke nahm es mit Humor: „Bitte seid nicht schockiert, ich bin keine Frau“, sagte er, als er sich am Abend auf der Mitgliederversammlung als Bewerber für das Grünen-Ticket vorstellte.

Einstimmiges Ergebnis auf der Versammlung

Sein Ergebnis: Alle 22 anwesenden Mitglieder gaben dem gebürtigen Wanne-Eickeler, der heute in Herne-Mitte lebt, ihre Stimme. Der Realschullehrer sitzt seit 2012 im Rat und ist seit der Kommunalwahl Vorsitzender des Betriebsausschusses Gebäudemanagement. Als Oberbürgermeister, kündigte er an, wolle er Bürgerbeteiligung groß schreiben. Nötig sei keine Stabsstelle für Stadtentwicklung, sagte er in Anspielung auf SPD-OB-Kandidat Frank Dudda, der eben diese schaffen will, sondern eine Stabsstelle für Bürgerbeteiligung. In Zeiten der rot-schwarzen Koalition im Rat, begründete er, gebe es Stillstand. Die „GroKo“ mache alles unter sich aus. Als „oberster Bürgerbeauftragter“ wolle er das ändern, die Bürger bei Entscheidungen ins Boot holen.

Frisch gekürter Kandidat will „um die Stimmen der anderen werben“

Und so geht es nun weiter: Der frisch gekürte grüne OB-Kandidat will jetzt „um die Stimmen der anderen werben“. Sein Ziel: eine Unterstützung durch Linke, Piraten und AL, möglicherweise auch durch die FDP. Sie alle haben angekündigt, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. AfD und Unabhängige Bürger, ebenfalls im Rat vertreten, wollen die Grünen bewusst außen vor lassen, so Reinke.

Der Kandidat, kommentierte Grünen-Fraktionschefin Dorothea Schulte am Rande der Sitzung, sei eine gute Wahl. Ziel sei es nun, ihn zu einem gemeinsamen Kandidaten der Opposition zu machen – und dann die OB-Wahl zu gewinnen. „Herne braucht eine Alternative zu Herrn Dudda“, sagte sie zur WAZ. Um anzufügen: „Peter Neumann-von Doesburg ist kein ernstzunehmender Kandidat.“ Ähnlich äußerte sich Grünen-Sprecherin Sabine von der Beck: Es sei „klar“, dass Herne in Zeiten der „GroKo“ einen zweiten Kandidaten brauche.