„The Dorf“ überzeugt in Herne mit gewaltigen Klangodysseen

Das Orchester „The Dorf“ in der Maschinenhalle der Künstlerzeche Unser Fritz.
Das Orchester „The Dorf“ in der Maschinenhalle der Künstlerzeche Unser Fritz.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Musiker brachen in der Künstlerzeche mit ihren Bässen, Posaunen, E-Gitarren, Saxofonen,Synthesizern und Schlagzeug alle Lautstärkerekorde.

Herne..  Die Musiker der Ruhrgebietsband „The Dorf“ besetzen an diesem Abend die halbe Maschinenhalle in der Künstlerzeche „Unser Fritz“. Kabel schlängeln sich von Laptops zu Verstärkern und zu Mikrofonen. Viel Aufwand für viel Klang. Wenn die Musiker mit ihren Bässen, Posaunen, E-Gitarren, Saxofonen,Synthesizern und Schlagzeug loslegen, brechen sie Lautstärkerekorde. Die Songs, die „The Dorf“ unter der Leitung des Komponisten und Saxofonisten Jan Klare in der ersten Konzerthälfte spielen sind gewaltige Klangodysseen.

Elemente aus Jazz, Klassik und Minimal treffen aufeinander und manchmal glaubt man einen versteckten Rockriff im Hintergrund zu hören. Dass ein Großteil der Bandmitglieder seit 2006 zusammenspielt ist hörbar, alle Feinabstimmungen funktionieren. Und bei aller Experimentierfreude und trotz der beeindruckenden, professionellen Klangwirkung scheinen doch letztendlich nur alle Musiker das zu spielen, was ihnen gerade Spaß macht. Und diese Freude und Ungezwungenheit überträgt sich auf die gespannten Zuhörer

Im zweiten Teil feiert dann ein Videofilm von Achim Zepezauer, selbst „The Dorf“-Mitglied, Premiere. Die Band spielt live dazu den Soundtrack. Über die Leinwand flimmert der Streifen mit dem Titel „Das Ende der Kohle“, eine Mischung aus Stoptrick- und Knetanimationen, immer wieder unterbrochen von dokumentarisch anmutenden Realaufnahmen aus Industrie und Vororten. Dazu klingt die Musik möglichst synchron. Eine Herausforderung, denn so Jan Klare vorher: „Da müssen wir ja versuchen nach Noten zu spielen.“ Auf den ersten Blick erschließen sich die Zusammenhänge zwischen Film und Musik nicht immer, manches wirkt noch beliebig.

Die Zugabe ist dann wieder stimmiger. Im letzten Song dürfen nun einzelne Musiker ihre Soli performen, bevor wieder alle zusammenkommen. Eine letzte große Steigerung, dann ergießt sich die Klangwelle in den Maschinenraum und berührt wohl auch die letzten Zuhörer ganz hinten an der Bar.