Tauziehen – in Horsthausen wohnen Hernes stärkste Männer

Tauziehen ist überwiegend, aber nicht nur Männersache: Neben sechs Herren- traten auch drei Frauenteams an.
Tauziehen ist überwiegend, aber nicht nur Männersache: Neben sechs Herren- traten auch drei Frauenteams an.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Schrebergärtner trafen sich im KGV Horsthausen, um im Tauziehen ihre Kräfte zu messen. Die Nachbarn der Gastgeber erwiesen sich als besonders kräftig.

Schöner kann es bei einem Kleingartenfest nicht sein. Die Sonne schien über dem Vereinsheim des KGV Horsthausen, die Bierbänke waren voll besetzt, und im mit Flatterband umspannten Wettkampfareal kämpften mehrere Kleingartenvereine um den Theodor-Schmidt-Wanderpokal – im Tauziehen. Am Ende holten die Männer des KGV Im Stichkanal den Sieg.

Benannt nach Theodor Schmidt

Lisa Lepa trat für die Frauenmannschaft des KGV Horsthausen an. Die Damen sind ohne besonderes Training in den Wettkampf gegangen, sagte Lepa: „Wir haben einfach gezogen“ – eine erfolgreiche Technik. Die 22-Jährige ist seit ihrer Kindheit Kleingartenfan. Ihre Eltern haben eine Parzelle, später will sie das Areal übernehmen. „Das Schöne am Kleingarten ist, dass man nicht immer in den Urlaub fahren muss. So kann man sehr viel Geld sparen.“

Das bestätigt auch der Vorsitzende des KGV Horsthausen, Klaus Rathmann (67): „Die teuersten Kleingärten in Herne kosten um die 6000 Euro, das ist dann eine einmalige Zahlung.“ Natürlich kommen noch die laufenden Kosten dazu. Wer heute einen Kleingarten haben möchte, der muss, zumindest in Herne, nicht lange darauf warten, sagte Rathmann. Die Nachfrage sei nicht groß, es würden immer wieder Parzellen frei. Es gebe auch immer mehr Kleingärtner mit Migrationshintergrund, so Rathmann. „Ohne die Türken würden viele Gärten leer stehen.“

Es war der 20. Wettbewerb um den Theodor-Schmidt-Wanderpokal. Die Tradition begann vor zwei Jahrzehnten zum 75. Geburtstag der Anlage Horsthausen. Schmidt hatte sich um die Kleingartenbewegung in Herne verdient gemacht, in Horsthausen ist auch ein Weg in der Kleingartenanlage nach ihm benannt. Der Wanderpokal bleibt fast immer am Blücherweg: Die beiden dort beheimateten Vereine Horsthausen und Im Stichkanal machen den Sieg oft unter sich aus und können den Pokal für ein Jahr ins Regal des jeweiligen Vereinsheims stellen.