Tag der Architektur bot einen Blick auf besondere Projekte

So kann eine Arztpraxis aussehen: Beim „Tag der Architektur“ gab es Einblicke in diese Gemeinschaftspraxis an der Kreuzkirche in Herne-Mitte.
So kann eine Arztpraxis aussehen: Beim „Tag der Architektur“ gab es Einblicke in diese Gemeinschaftspraxis an der Kreuzkirche in Herne-Mitte.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Der Tag der Architektur bot Besuchern wieder einen Blick auf besondere Projekte. Ungewöhnlich war das Konzept einer Arztpraxis an der Kreuzkirche.

Herne..  Tiefe Einblicke hat es am Wochenende beim „Tag der Architektur“ gegeben. Zum Beispiel: An der Kreuzkirche 1, wo der Herner Architekt Carsten Kapala über sein nicht alltägliches Konzept für eine neue Gemeinschaftspraxis informierte.

Auf einer Fläche von 250 Quadratmetern finden sich dort Sprech- und Behandlungsräume für einen Urologen sowie vier Allgemeinmediziner. „Dem Urologen war es wichtig, die alte, hölzerne Anmeldetheke zu erhalten. Seine Kollegen wünschten sich eine moderne Praxis als Arbeitsplatz zum Wohlfühlen“, erklärt er. Diesen Wünschen sei er gern nachgekommen.

So tauschte er die sperrige Metalleingangstür durch eine Glastür, um „die Schwellenängste der Patienten abzubauen“. Die gebogene Anmeldetheke steht nun seitlich des Eingangs anstatt frontal „wie ein Klotz“. Das optische Pendant dazu bildet eine ebenfalls gebogen konstruierte Wand aus türkis-farbenen Glasbausteinen. „Die Farben Blau und Grün signalisieren Sauberkeit und Hygiene – das habe ich durch den türkisfarbenen Baustoff aufgegriffen“, so Kapala.

Noch mehr Helligkeit habe er durch weitere Baustoffe schaffen wollen. Auf dem Boden im Anmelde- und Wartebereich wurde weißer Granit verlegt, in den Behandlungsräumen helles Laminat im Eiche-Landhaus-Stil. Verspiegelte Metalldecken mit eingelassenen Spotlights wirkten modern und „heben die Enge der Praxisräume auf“, so Kapala. In den Behandlungsräumen hat er das Lattenmuster der Metalldecke durch weiße Paneele aufgegriffen und umlaufende Gipskartonfries angebracht, „damit Patienten was zum Gucken haben“. Mit der Umsetzungd des Entwurfs ist der Architekt sehr zufrieden. Genauso habe er sich die neue Praxis vorgestellt. Er habe Abstand nehmen wollen vom altmodischen Bild weiß-grauer und ungemütlicher Arztpraxen. Stattdessen habge er einen Ort schaffen wollen, „an dem sich Patienten, Mitarbeiter und Ärzte wohl fühlen“.

Am „Tag der Architektur“ wurden in Herne auch der Neubau einer Werkstatt für Schwerstmehrfachbehinderte an der Langforthstraße sowie der umgebaute Vorplatz und der neue Abschiedsraum der Kapelle am Südfriedhof vorgestellt.