Tabus und Grenzverletzungen
03.11.2009 | 14:25 Uhr 2009-11-03T14:25:00+0100Was sich schickt oder nicht, ist einem ständigen Wandel unterworfen. So auch in der Musik. Die 34. Tage Alter Musik haben sich „Tabus in der Musik vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert” als Thema gesetzt.
Sie beobachten Grenzfälle, Schicklichkeiten und Tabubrüche. Das Festival erkundet, wo Musiker und Komponisten an die Grenzen des Schicklichen, Verpönten und politisch Ungewollten gingen und wie sie kreativ den herrschenden Tabus begegneten. Die Stadt Herne und das Kulturradio WDR 3 präsentieren die Konzertreihe (12. bis 15. November) wie gewohnt gemeinsam. Der WDR überträgt alle Konzerte.
Einmal mehr sind in Herne internationale Spitzenensembles der Alten Musik zu Gast. Zum ersten Mal nach Deutschland kommen das Ensemble Concerto Romano von Allessandro Quarta und die Cappella Mediterranea des Cembalisten Leonardo Garcia Alarcon. Ferner gastieren die Holland Baroque Society (fast ausverkauft), das Kölner Pleyel Quartett, The Boston Camerata mit der Sopranisitin Anne Aze´ma, das German Mozart Orchestra und die Hamburger Ratsmusik. Mit Manfred Cordes' Weser renaissance und Christine Schornsheim im Duo mit Andreas Staier kehren Galionsfiguren der Szene nach Herne zurück. Als besonderer Höhepunkt gilt das Konzert mit dem Kammerorchester Basel unter Leitung von Attilio Cremonesi, das Georg Friedrich Händel mit der Aufführung seiner Opera eroica „Ezio” hochleben lässt.
Spielorte der zehn Konzerte sind neben dem Kulturzentrum die Akademie Mont-Cenis, die Kreuzkirche und die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3. Alle Orte, Termine und inhaltliche Details finden sich in den Programmheften (in öffentlichen Gebäuden) und im Internet, Auskunft erteilt außerdem Thomas Schröder im Fachbereich Kultur, HER 16-2839.
Die Stadt Herne veranstaltet im Rahmen des Festivals am Samstag, 14. November, 14 Uhr im Kulturzentrum ihr traditionelles Werkstattkonzert, diesmal mit Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Studierende des Instituts für Alte Musik der Kölner Hochschule für Musik ud Tanz haben die Gelegenheit, sich einem Publikum zu präsentieren. Thematisiert wird in dem Programm die Tatsache, dass die Komonisten vor 1800 oftmals die Besetzung nicht genau vorgeschrieben haben, was für die Melodie-Instrumente gilt wie für die Begleit-Instrumente.
Karten gibt es in den Bürgerlokalen Herne (Bahnhofstraße 38) und Wanne (Hauptstraße 210) und bei Stadtmarketing, Kirchhofstraße5 sowie über ProTicket ( 01803-776842 oder www.proticket.de). Die Festivalkasse öffnet an den jeweiligen Spielstätten jeweils eine Stunde vor Beginn des ersten Konzerts, im Kulturzentrum am Samstag bereits um 11 und Sonntag um 10 Uhr. Einzelkarten kosten 14,80 Euro, ermäßigt 7,10 Euro. Erstmals werden auch Festivalkarten verkauft, alle elf Konzerte kosten dann im Vorverkauf 115,50 /55 Euro.
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