Syrisches Quartett spielte Arabisches in Herner Kreuzkirche

Das „Ensemble Ramel" aus Syrien gastierte in der Herner Kreuzkirche.FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
In der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ füllte das Ensemble Ramel aus Aleppo die Herner Kreuzkirche mit traditionellen arabischen Klängen.

Herne..  In der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ gastierte am Dienstagabend das Ensemble Ramel aus Syrien mit traditioneller arabischer Musik aus seiner Heimatstadt Aleppo, einem Zentrum der islamischen Kultur und besonders der Sufi-Tradition.

Diese bringen uns Sänger Khaled al-Hafez, Tarek al-Sayed, Tamam Ramadan und Fawaz Baker, die zur Zeit im Exil in Belgien und Frankreich leben, mit Instrumenten wie der Duff, einer traditionellen Rahmentrommel, in Europa in der Form des Tamburin bekannt, der arabischen Laute Oud, der längs gespielten Rohrflöte Ney und dem europäischen Kontrabass näher. Vor allem die Ney verleiht den Dhikr, den traditionellen Rezitationen der Sufiorden, einen sehnsuchtsvoll-weltentrückten Klang, so dass sie auch den Beinamen „der verlängerte Atem Gottes“ erhalten hat.

Mystische Entrücktheit voll beschwörender Intensität klingt aus diesen Makams, vorgegebenen Tonleitern mit bestimmten melodischen Strukturen und rhythmischen Begleitfiguren, die ähnlich wie die indischen Ragas in freien Improvisationen weiter ausgeführt werden; die Meisterschaft der Musiker zeigt sich dabei in der Balance zwischen den vorgegebenen Modellen und dem persönlichen Einfallsreichtum. Wie Balladen aus einer anderen Zeit klingen diese Melodien mit ihren langgezogenen Tonfolgen, farbige Chromatik lässt sie exotisch wirken. Düstere Romantik verbindet sich hier mit sehnsuchtsvoller Wehmut, deren Charakter sich zu immer größerer Leidenschaftlichkeit wandelt. Doch auch tänzerische Weisen voll verhaltener Glut, die sich mit packendem Ausdruck zu visionärer Ekstase steigern, gehören ins Repertoire der Sufi-Gesänge, die das Ensemble Ramel mit virtuoser Meisterschaft und tiefer Hingabe in der Kreuzkirche vorstellte. Dabei betonte Moderator Fawaz Baker, wie wichtig den Musikern der Auftritt in einer Kirche sei: „Wir spielen hier als Syrer, nicht als Muslime, und gerade diesen Kriegszeiten wollen wir Musik entgegensetzen – muslimische Musik, die aber gemeinsame Wurzeln mit der christlich-byzantinischen Musik hat.“