"Susi gehört dazu"
20.08.2009 | 12:00 Uhr 2009-08-20T12:00:00+0200
Es ist ein Leben von einem Stempel zum nächsten. Dem Rhythmus, den die Ausländerbehörde vorgibt, folgt die Familie Dalaf seit sieben Jahren.
Nach der Flucht aus einem syrischen Dorf wurden die Eltern und vier Töchter zwischen 14 und 21 Jahren als bislang geduldete Flüchtlinge heimisch in Herne-Baukau. Seit vier Wochen rechnen sie mit dem Schlimmsten: der Abschiebung in ein Land, in dem die yezidischen Kurden nach Augenzeugenberichten noch immer unterdrückt werden.
Eine Frau, die die Region Syrien-Türkei-Irak gut kennt, ist die Bundestagsabgeordnete und innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ursula Jelpke. Die Dortmunderin wurde von Bärbel Beuermann, Herner Ratsmitglied der Linken, und dem Europaparlamentsabgeordneten Jürgen Klute eingeschaltet. Tatsächlich ist Jelpke schon in Goundour gewesen, wo die Dalafs früher Landwirte waren. „Eine extreme Armutsgegend”, sagt sie über die Region im Nordwesten Syriens, in der die Kurden keinerlei Rechte besäßen. Die Politikerin hat dort Militärsperren und Geheimdienstbesuche erlebt. „Die Repression ist sehr groß”, sagt sie, „vor allem, wenn Familien aus dem Ausland zurückkehren.”
Härtefallkommission
Das will Ursula Jelpke jetzt auch der Härtefallkommission des Landtags berichten, der eine Eingabe der Familie Dalaf vorliegt. Mehr ist aus der Geschäftsstelle in Düsseldorf nicht zu erfahren: Weder wann die Kommission aus neun Vertretern von Kirchen, Flüchtlingsorganisationen, Sozialverbänden u.a. über den Fall berät, noch Erfahrungswerte über den statistischen Erfolg oder Misserfolg solcher Eingaben, die in „gut dreistelliger Höhe” jährlich die Kommission erreichen.
In Herne hat das unmittelbare Umfeld der jüngsten Tochter Sozdar, Susi genannt, den Fall publik gemacht. Eine der aktivsten Unterstützerinnen ist Silke Masannek (38), Jugendgeschäftsführerin im DJK Blau-Weiß Baukau, wo ihre eigene Tochter und Susi Fußball spielen. Neben Blau-Weiß und dem früheren Verein der Mädchen, SG Herne 70, macht sich der BTC stark für die Familie. Dort wird Susis Schwester Rokan (16) als Volleyballspielerin und engagierte Vereinskollegin geschätzt. Alle drei Vereine haben sich an die Ausländerbehörde gewandt und knapp 300 Unterschriften gesammelt.
Großes Engagement
Silke Masannek hält derweil den Kontakt zur Familie („Weil die Susi mir so ans Herz gewachsen ist”) und zur Schule wie zu Karl Großerohde vom Caritas-Fachdienst Integration, sie hat den in Flüchtlingsfragen aktiven Dechanten Heribert Zerkowski eingeschaltet und dem WDR für einen Beitrag in „Funkhaus Europa” Auskunft gegeben, mit einem Engagement, das auch Enttäuschungen übersteht: Vom Kämmerer Peter Bornfelder kam die Nachricht, dass der Oberbürgermeister keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen könne und „dass während des laufenden verwaltungsgerichtlichen Verfahrens keine Äußerungen von Seiten der Ausländerbehörde erteilt werden können.”
Von den vier angeschriebenen Parteien - SPD, CDU, Grüne, Linke - reagierte lediglich letztere. Dafür aber mit persönlichem Einsatz. Sowohl Klute als auch Beuermann sehen die gelungene Integration der Mädchen und ihre Perspektivlosigkeit für den Fall einer Abschiebung nach Syrien. An einem Sonntagabend trafen sie die Familie, sie waren dabei, als Freunde die Dalafs zur Ausländerbehörde begleiteten und sie haben an Oberbürgermeister Horst Schiereck geschrieben.
Diskussion im Rathaus
Sofort an ihrem zweiten Schultag machten sich Susi Dalafs Mitschüler von der Realschule Sodingen, ihre Klassenlehrerin, Eltern und Mitglieder von Blau-Weiß Baukau auf den Weg zum Herner Rathaus, um dort mit Oberbürgermeister Horst Schiereck zu diskutieren, was die Stadt für Susi und deren Familie tun könne, um eine Abschiebung zu verhindern - und wie er sich bisher für eine Verlängerung von Susis Bleiberecht eingesetzt habe. Aber Horst Schiereck musste die Fürsprecher enttäuschen. Er verwies darauf, dass dafür die Verwaltungsgerichte und das Bundesamt für Asylrecht zuständig seien und nicht er als Oberbürgermeister der Stadt Herne. Er versprach jedoch, mit seinen zuständigen Mitarbeitern den Fall noch einmal zu prüfen. Mit der Übergabe einer Liste von Unterschriften aller Lehrer und fast aller 21 Klassen machten die jungen Besucher deutlich, wie sehr ihnen das Schicksal von Susi Dalaf am Herzen liegt und dass sie sie nicht hergeben wollen. „Das Gespräch war eine Lehrstunde”, kommentierte Uwe Scholle, Leiter der Realschule Sodingen - jedoch eine Lehrstunde mit bitterem Beigeschmack für die Schüler.
„Ich würde erwarten, dass sich der Oberbürgermeister voll und ganz für die Bürger seiner Stadt einsetzt und die Dalafs gehören schließlich dazu”, so Scholle. Im Übrigen wundere er sich, dass weder ein Kommunalpolitiker, noch einer des Landes oder Bundes sich um die Geschichte kümmere.
Karl Großerohde von der Caritas, der ebenfalls bei dem Gespräch im Rathaus dabei war, setzt seine Hoffnungen auf die Härtefallkommission des Landes - und darauf, dass die Stadt so lange nichts unternimmt, wie deren Stellungnahme nicht vorliegt.
23:26
Die Sozialschmaroter kassieren wieder weiter
15:38
@7
Oh je...differenzierter gehts wohl nicht.
Und- lese ich da etwa Neid?Die Familie hat bislang keine Pässe und kann sich deshalb nicht einbürgern lassen. Die Rechtslage ist kompliziert, also nicht unbedingt jedem verständlich...
...
Diese KFZ Diskussion finde ich der Sache nicht angemessen, eher etwas konstruiert.
14:36
@#8: klar leben die ...Ausländer...in ihrer eigenen Welt.
Einer Schattengesellschaft, welche durch die SPD gefördert wird!
10:11
Immer die Schuld auf dei SPD zu schieben ist sehr einfach. Das Problem ist ein gesellschaftliches Problem und nicht das der SPD.
Hier wird unmut getrieben und man hat keine Ahnung.
Das Problem haben alle deutschen Parteien, die deutschen Bürger und natürlich auch die Ausländer. Die deutschen akzeptieren die Ausländer nicht, kein Wunder bei Jeeps, Cabrios und teure Mercedes, die Politik stempelt die Leute ab und die Ausländer leben in ihrer eigenen Welt.
Also Leute bleibt sachlich und schiebt es nicht immer einer Partei zu! Die Ausländer sind nicht seit der Schröder Zeit hier in Deutschland.
19:42
Ja genau, deshalb habt Ihr auch schön Eure Pässe behalten und die deutsche Staatsangehörigkeit noch nicht beantragt? gelle?
Na, gehts noch? So langsam reicht es doch! An der Ilseder Strasse (Asylantendorf) sieht man doch, wo diese liberale Politik der SPD hinführt:
Migranten in den Hinterhof abschieben und sich dann wundern, wenn die Kriminalität unter dieser Gruppe so hoch ist, dass dort regelmäßig gleich mehrere Polizei-Busse einfahren müssen!
Warum integriert der seit jahrzehnten von der SPD dominierte Rat der Stadt Herne denn nicht diese Menschen in der Innenstadt? Und schiebt sie mal von der Forellstrasse in die nächste Ecke?
Dann darf man sich auch nicht wundern, dass dort überdurchschnittlich viele gehobene Mittelklassewagen und Geländefahrzeuge wie BMW 7er, BMW x5 und S-Klasse oder E-Klasse-Cabrio ein und ausfahren. Gerne zur Mitternachtsstunde und selten mit HERner Kfz-Kennzeichen.
Naja, SPD halt - immer inkonsequent und stets für den Filz da.
17:49
zu #5: Kann nur voll zustimmen!
17:40
Was steht auf dem SPD-Werbeplakat? Menschlichkeit!! Es ist unmenschlich, ausländische Bürger/innen ob als Flüchtlinge oder Studierende jahrelang hier in Deutschland mit Hilfe von Kindergarten, Schule und anderen Maßnahmen zu integrieren, sie der eigentlichen Heimat zu entfremden und dann abzuschieben. Es wurde unsererseits viel Geld investiert; die Integration ist gelungen! Warum behält man sie nicht im nachwuchsarmen Deutschland und bemüht sich um ihre Einbürgerung?
15:21
Wenn DE diese künstlichen Staaten wie Syrien, Irak und TR keine Waffen merh leifern würde und denen gegenüber keine speichelelecker politik treiben würde, hätten die Kurden dort die Chance sich zu befreien. Doch heute noch stellt sich die EU hinter diesen Verbrecher staaten und liefert fleißig Waffen gegen Döner und anderen leckerlis!
VOn Demokratie prallen aber es mit Füßen treten wenn es um das eigen wohlergehen geht......komische Welt oder!
Ach übrigens, das Zarin das über Halabca gestreut wurde, stammte aus dem Demokratischen Deutschland und die Technik zur Herstellung von Atom ebenfalls, die Menschen die für Syrien nur zu Foltermethoden in den Haftanstallten (Folterkammern) gebraucht werden, wird dann auch von Deutschland geliefert! erbärmlich............
14:48
Ich denke den letzten Kommentar braucht man nicht weiter zu kommentieren!
14:38
Die sind immer noch hier?
Hey, es gibt Regeln und Gesetze.
Es war klar, dass der Aufenthalt nur von geringer Dauer ist. Wenn es kein Daueraufenthaltsrecht gibt, dann muss man gehen.
Ob Scharia, Gesetzesbücher in Deutschland oder EU-Recht ohe nationale Anwendung, man muss sich daran halten.
Also durchgreifen und gut ist. Was machen wir denn morgen, wenn es die nächsten trifft und was ist mit den ganzen Neuankömmlingen, wie auch zu uns möchten?
Kurzsichtige, liberale Wischiwaschi-Politik von Rot-Grün war gestern.
Da Rot-grün es versäumt hat, Flüchtlinge und Menschen mit anderen Migrationsgründen erfolgreich zu integrieren, müssen wir erst einmal unsere Integrationsprobleme abschaffen, bevor wir gerne wieder neue Aufnehmen können.
Sonst droht uns der Kollaps und wir schaffen noch mehr Ghettos wie z.B. in Horsthausen, wo die SPD sich zwar an jedem ehemaligen Bergarbeiter im Greisenalter bei der Wahl erfreut, aber dass dort türkische Frauen seit 10 bs 15 Jahren in Deutschland nehmen und trotzdem kein Wort Deutsch sprechen oder verstehen, interessiert dann wieder keinen.