Südliche Herner Innenstadt soll neues Eingangstor erhalten

Der Europaplatz soll zu einem attraktiven Eingangstor für die südliche Innenstadt umgebaut werden, so die Pläne. Einer von mehreren Bausteinen: Die Kreuzkirchengemeinde will  hier ein neues Gemeindehaus errichten.
Der Europaplatz soll zu einem attraktiven Eingangstor für die südliche Innenstadt umgebaut werden, so die Pläne. Einer von mehreren Bausteinen: Die Kreuzkirchengemeinde will hier ein neues Gemeindehaus errichten.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Der Europaplatz soll aufgewertet werden: Im Rahmen des Stadtumbaus soll der Platz zu einem attraktiven Eingangstor für die Innenstadt umgebaut werden.

Herne..  51 Millionen Euro sollen bis 2022 überwiegend aus Fördermitteln in den Stadtumbau Herne-Mitte fließen. Für ein zentrales Projekt zur Attraktivierung des Stadtzentrums fällt im Herbst der Startschuss: Durch Umgestaltung des Europaplatzes soll der südliche Eingangsbereich der Innenstadt ein neues Gesicht erhalten.

1,5 Millionen Euro will die Stadt dafür in die Hand nehmen, ist aber zusätzlich auf die Kooperationsbereitschaft und Investitionen Dritter angewiesen. Insbesondere die evangelische Kreuzkirchengemeinde spielt hier eine wichtige Rolle, weil sie im Bereich des Gotteshauses ein neues, zentrales Gemeindehaus errichten will.

Ein Nebeneinander der Planungen von Stadt und Gemeinde droht aber nicht (mehr): Von „guten Gesprächen“ mit der Stadt berichtet Pfarrer Wolfgang Henke auf WAZ-Anfrage. Im Herbst soll ein Werkstattverfahren zur Umgestaltung des Europaplatzes durchgeführt werden. Anschließend wolle die Gemeinde einen Architektenwettbewerb zum Bau des neuen Gemeindehauses ausloben, so Henke.

Der Neubau soll an das an den Europaplatz angrenzende CVJM-Haus angeschlossen werden und nach Möglichkeit auch eine Direktverbindung zur Kirche erhalten. „Wir müssen aber noch prüfen, ob der Denkmalschutz das zulässt“, so der Pfarrer. Das neue Gemeindehaus soll 2018 eröffnet werden. Im Gegenzug will die Kirche das Gemeindezentrum Ludwig-Steil-Haus an der Schulstraße aufgeben beziehungsweise verkaufen.

Was sagt die Stadt? Die hüllte sich auf WAZ-Anfrage weitgehend in eine Art vorösterliches Schweigen und verwies darauf, dass das Projekt am 21. Mai im Stadtplanungsausschuss Thema sein soll.

Auskunftsfreudiger zeigte sich SPD-Fraktions-Chef Frank Dudda: Der Europaplatz sei neben den Bauruinen Hertie-Haus und Stadtwerke-Haus (siehe Kasten) eine von „drei Schwachstellen“ in der Innenstadt. Die Umgestaltung habe für die SPD hohe Priorität. Der Platz müsse viel stärker mit der Innenstadt verzahnt werden und ein attraktiveres Gesicht erhalten.

Handlungsbedarf sieht Dudda auch für den „nicht zufriedenstellend gelösten“ Zugang zum LWL-Museum und die U-Bahn-Haltestelle. Letzteres dürfte ÖPNV-Nutzer wie Gerd Körner freuen: Der U 35-Experte aus Baukau hat bereits mehrfach bei Stadt, SPD und WAZ auf (auch optische) Missstände an diesem Halt hingewiesen. „Das ist das zentrale Eingangstor der Innenstadt und häufig das Erste, was viele Menschen von Herne sehen“, so Körner. Umso schlimmer sei das Erscheinungsbild dieses Haltepunktes.

Interessenten für Hertie-Haus

Zur Belebung der Herner City soll auch die Umgestaltung des Hertie-Hauses beitragen. Seit dem Kauf Ende 2014 durch die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) sind Gespräche mit 15 Interessenten geführt worden.

Das berichtete SEG-Chef Rainver Overath gegenüber Radio Herne. Die von der Stadt angestrebte Aufhebung des Denkmalschutzes dürfte jedoch noch dauern. Zunächst müssten diverse Bau- und Wertgutachten erstellt werden, heißt es. Eine Nachfolgelösung wird zurzeit auch für das benachbarte ehemalige Stadtwerkehaus gesucht, das allerdings in Privatbesitz ist.