Studie hält Landesgartenschau 2020 in Herne für möglich

Auch Schloß Strünkede soll bei einer Landesgartenschau 2020 eine Rolle spielen. So sehen es die Pläne der Emschergenossenchaft vor.
Auch Schloß Strünkede soll bei einer Landesgartenschau 2020 eine Rolle spielen. So sehen es die Pläne der Emschergenossenchaft vor.
Foto: WAZ FotoPool
Eine Machbarkeitsstudie räumt einer Bewerbung von Herne und drei weiteren Städten für die Landesgartenschau 2020 gute Chancen ein.

Herne..  Die Durchführung der Landesgartenschau „Emscherland 2020“ in Herne, Recklinghausen, Herten und Castrop-Rauxel ist möglich. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommt ein Duisburger Büro, das in Auftrag der federführenden Emschergenossenschaft (EG) eine Machbarkeitsstudie erstellt hat.

Nach Vorstellung der Studie am Mittwochabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit zeigen sich Emschergenossenschaft und die Stadt Herne optimistisch, dass die EG und das Städte-Quartett vom Land den Zuschlag für die Laga erhält und sich gegen Mitbewerber durchsetzt (wir berichteten).

Mit 800 000 Besuchern kalkuliert

„Die Landesgartenschau wäre ein würdiger Abschluss des Emscher-Umbaus und hätte eine landesweite Strahlkraft“, erklärt Oberbürgermeister Horst Schiereck. „Die Idee einer Landesgartenschau Emscherland hat mich begeistert“, schwärmt Planungsdezernent Karlheinz Friedrichs, der mit Mitgliedern des Planungsausschusses an der EG-Veranstaltung teilgenommen hat. Allen Beteiligten sei aber bewusst, dass es sich um „ein sehr ehrgeiziges Projekt“ handele.

Das betrifft auch die Finanzierung: In der (der WAZ vorliegenden Machbarkeitsstudie) wird mit 50 Millionen Euro für Investitionen sowie 17 Millionen Euro für die Durchführung kalkuliert. Letzteren Ausgaben stünden aber 18 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber – „nach konservativen Schätzungen“, heißt es in der Studie. Der Berechnung liegt eine Besucherzahl von 800 000 zugrunde. Zum Vergleich: Zur Laga 2014 in Zülpich kamen nach offiziellen Angaben nur 530 000 Besucher, zur Laga 2010 in Hemer etwas mehr als eine Million. Der Eintrittspreis soll 15 Euro betragen, so die EG auf Anfrage. Teilnehmer der Sitzung am Mittwoch sprechen davon, dass er unterm Strich bei über 20 Euro liege. Fürs Ruhrgebiet sei das zu hoch, so mahnten Vertreter der Politik nach WAZ-Informationen in der Sitzung an.

Die EG und das Städtequartett gehen von einer 90-Prozent-Förderung vor allem durchs Land aus. Von den restlichen zehn Prozent will die Emschergenossenschaft die Hälfte tragen. Hieße: Die vier Städte müssten insgesamt fünf Millionen Euro schultern – so die Rechnung denn aufgeht.

Da das Projekt sehr spät angeschoben worden ist, müssen noch im August Ratsbeschlüsse der vier Städte her. „Zurzeit wird noch ein Finanzierungskonzept erstellt“, so Dezernent Friedrichs. Der Herner Grundsatzbeschluss soll am 18. August gefasst werden. Bis zum 1. September muss die EG die Bewerbungsunterlagen einreichen. Im Oktober soll die Entscheidung über die Vergabe fallen.

„Wasser.Wege.Wandel.“ heißt das Motto

Unter dem Motto „Wasser.Wege.Wandel.“ sollen 2020 drei große „Entwicklungsräume“ entlang der Emscher und des Kanals im Mittelpunkt stehen.

Für Herne soll eine Verbindung zwischen Schloß Herten und Strünkede sowie ein „neues Gesicht“ am Wasser geschaffen werden. Die WAZ kommt auf die konkreten Pläne zurück.