Studenten erarbeiten Visionen fürs Herner Hertie-Haus

„POL - Pulsierend Offen Leben“ heißt dieser Entwurf des Bochumer Studententeams Lütz/Korkusuz/Witt fürs Hertie-Haus.
„POL - Pulsierend Offen Leben“ heißt dieser Entwurf des Bochumer Studententeams Lütz/Korkusuz/Witt fürs Hertie-Haus.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Bochumer Architekturstudenten haben Konzepte für die Nachnutzung des Hertie-Hauses entwickelt. Im Rathaus Wanne wurden diese vorgestellt.

Herne.. „Das Beste vorweg: Hertie lebt.“ Mit diesen Worten hat Professor Xaver Egger (Hochschule Bochum) am Donnerstag im Rathaus Wanne die Vorstellung von zum Teil hochspannenden Konzepten eingeleitet. Wie könnte das denkmalgeschützte Gebäude künftig genutzt werden? Dieser Frage waren Studierende des Studiengangs ArchitekturProjektEntwicklung über mehrere Monate nachgegangen.

Die dabei entstandenen Umbaukonzepte würden natürlich nicht umgesetzt, betonte Thorsten Brokmann von der Unteren Denkmalbehörde. Aber: „Wenn es sich glücklich fügt, werden die Ideen in die künftige Entwicklung mit einfließen.“ Auch das sagte Brokmann: Es gebe gute Chancen auf eine Lösung im Bestand.

Die Entscheidung über die Zukunft der maroden Immobilie werde bis Jahresende fallen, kündigte Baudezernent Karlheinz Friedrichs am Donnerstag an. Mitterweile gebe es über 20 Interessenten und potenzielle Investoren. Diese sollen bis September Konzepte und Wirtschaftlichkeitsberechnungen einreichen.

Doch zuvor will die Stadt allen Interessenten erst einmal die 104-seitige Broschüre „Mitten in Herne“ mit den Studentenentwürfen an die Hand geben. Durch eine große Bandbreite und vor allem viel Kreativität zeichnen sich einige der Arbeiten aus.

Zum Beispiel: der Entwurf „Sound Galerie Herne. Home of Music“. Auf der Basis eines „Ankermieters“ wie Saturn hat das Team Naujoks/Dunn/Voss/Stülp ein reizvolles Konzept mit Club, Konzerthalle, Proberäumen, Tonstudio sowie Musikerwohnungen entwickelt - abgerundet durch eine Burgerbar („Die fette Kuh“) und einen Gitarrenladen.

Reizvolle Perspektiven entwickelte auch das Studentinnen-Team Müller/Korge/Kämper/Hippler mit dem „Stadtregal“, das für eine multifunktionale Belebung der Innenstadt unter anderem durch eine Foodmall, Kulturangebote und eine Kletterwand sorgen soll. Wie in anderen Konzepten auch sind hier Einschnitte in Fassade und/oder Dach vorgesehen, um Licht ins Gebäude zu bekommen.

In anderen Konzepten wurden Themen wie Wissensgesellschaft/Hochschule, Wohnen, Markthalle oder (Dach-)Begrünung aufgegriffen. Allen Entwürfen lag eine Wirtschaftlichkeitsrechnung zugrunde. Von Professor Xaver Egger gab es nicht nur Lob für die Studenten, sondern auch für die Stadt: „Was Sie hier gemacht haben, ist ein Glücksfall“, sagte er über den Ankauf des Hertie-Hauses.

Eine Ausstellung mit den Konzepten ist zurzeit im Rathaus Wanne zu sehen. Wer Interesse an der 104-seitigen Broschüre mit den Ideen fürs Hertie-Haus hat, kann sich bei Thorsten Brokmann (02323/163021) melden.