Streikende Erzieherinnen lassen sich ermutigen

Zum Kita-Streik trafen sich Erzieherinnen im Volkspark Eickel.
Zum Kita-Streik trafen sich Erzieherinnen im Volkspark Eickel.
Was wir bereits wissen
Gewerkschaftssekretär, Oberbürgermeisterkandidat und Elternvertreter unterstützten die Forderungen der streikenden Erzieherinen im Volkspark Eickel.

Herne..  Der Streik der öffentlichen Kindertagesstätten geht unbefristet weiter, und man hatte am Donnerstagmorgen im Volkspark Eickel den Eindruck, dass nicht eine der über 100 anwesenden Erzieherinnen dagegen ist.

Norbert Arndt, Stellvertretender Geschäftsführer im Verdi-Bezirk Bochum-Herne, der Vorsitzende des Jugendamt-Elternbeirates, Yücel Yilmaz, und Oberbürgermeisterkandidat Frank Dudda (SPD) stärkten den Streikenden den Rücken und Bratwürstchen vom Grill das Wohlbefinden. Aber: Ein gutes Gefühl schienen die wenigsten zu haben, müssen doch Hunderte von Kindern weiterhin zu Hause bleiben oder in Notgruppen untergebracht werden. „Schließlich fallen viele Angebote aus, die wir Eltern und Kindern gerne gemacht hätten“, sagte eine Erzieherin im Gespräch mit dieser Zeitung. „Trotzdem, unsere Forderungen und unser Streik sind berechtigt, wir werden für unsere stetig wachsenden Anforderungen nicht ausreichend bezahlt.“ Sie selbst sei beispielsweise alleinerziehend und komme mit ihrer Vollzeitstelle so gerade über die Runden. „Ich kann mir ein Auto leisten, auch eine Kinokarte geht, aber ich kann keine Rücklagen bilden und regelmäßig in Urlaub fahren schon gar nicht.“ Eine Kollegin ist noch miserabler dran: „Ich werde nicht einmal als Erzieherin bezahlt, sondern nur als Kinderpflegerin, obwohl ich eine vollwertige Ausbildung habe und die gleiche Arbeit mache.“ Jetzt habe sie auch noch ihre Stundenzahl reduzieren müssen, unfreiwillig. Sie träume von einer Reise nach Amerika, fahre aber aus finanziellen Gründe eher nach Amsterdam. Eine weitere Kollegin, die ebenfalls gerne reist, erläuterte: „Statt ein Hotel zu buchen, übernachte ich auf dem Campingplatz.“

Frank Dudda forderte am Mikrofon „Bewegung auf der Seite der öffentlichen Arbeitgeber“ und erhielt dafür tosenden Applaus. Allerdings gehe der Streik mittlerweile auch an die Grenze der Belastbarkeit der Betroffenen, weshalb der OB-Kandidat die Einrichtung von weiteren Notgruppen forderte.

Auf Plakaten machte Verdi das Anliegen deutlich, da stand u.a.: „Wer gestaltet unsere Zukunft? Die Kinder, die wir heute fördern.“