Streik: Herner widersprechen der deutschen Post

Der Streik der Postmitarbeiter hat auch für Herne Folgen. Betroffene meldeten sich jetzt zu Wort.
Der Streik der Postmitarbeiter hat auch für Herne Folgen. Betroffene meldeten sich jetzt zu Wort.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Alles gar nicht so schlimm? Vom Streik betroffene Herner Bürger weisen entschieden zurück, dass es durch den Poststreik kaum Beeinträchtigungen gebe.

Herne.. „Im Schnitt kommen trotz des Streiks 80 Prozent aller Briefsendungen an.“ Diese Aussage hat am Montag die Deutsche Post gegenüber der WAZ gemacht – und damit den Widerspruch von Herner Bürgerinnen und Bürgern ausgelöst, bei denen zum Teil seit Wochen der Briefkasten leer bleibt.

Zum Beispiel: Helge Kondring. „Ich kenne in Herne vier Bereiche, in denen seit 14 Tagen keine Post gekommen ist“, sagte der im Dichterviertel lebende Rentner. Und zwar: zwei in der östlichen Innenstadt, zwei in Eickel.

Seit zirka drei Wochen keine Briefpost

Doch damit nicht genug: Er habe vor 14 Tagen über die Deutsche Post einen Eilbrief mit einer beglaubigten Sterbeurkunde an einen Bekannten in Spanien geschickt, die für die Rückabwicklung eines Hausverkaufs benötigt wird. „Der Brief ist noch immer nicht angekommen“, so der frühere WAZ-Redakteur. Und: Seit 14 Tagen warte er auf neue Kontaktlinsen. Sein Brillenhändler führe die lange Wartezeit auf den Streik zurück. Helge Kondrings Fazit: „Die Post versucht, die Probleme kleinzureden.“

Bei der WAZ gemeldet hat sich am Dienstag auch Familie Mohr aus Herne-Mitte. „Kaum Beeinträchtigungen? Wir bekommen am Beien-Weg seit zirka drei Wochen keine Briefpost mehr. Wir wissen genau, dass für uns Zustellungen unterwegs sind“, berichteten die Herner.

Und an der Vinckestraße regte sich gestern ebenfalls Protest: Während praktisch um die Ecke an der Geschwister-Scholl-Straße die Post zugestellt werde, gehe er leer aus, berichtete ein Anwohner der Vincke­straße. Er frage sich, ob das nicht durch Änderung des Zuschnitts der Zustellbezirke verhindert werden könne.