Das aktuelle Wetter Herne 15°C
Stadtumbau-Diskussion

Stratmann wettert gegen Wennrich

25.11.2011 | 19:57 Uhr
Stratmann wettert gegen Wennrich
Theaterleiter Christian Stratmann wollte alles besser wissen. Foto: Archiv, Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Bei einer Diskussion über den Stadtumbau in Wanne-Eickel ging Theaterleiter Christian Stratmann auf Stadtmarketing-Chef Holger Wennrich los. Dann ruderte der Künstler zurück.

Es sollte eine Informationsveranstaltung über die baulichen Veränderungen werden, die seit Jahren in Wanne vonstatten gehen – und entwickelte sich zum „Talk of the Town“, zum Stadtgespräch: Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann und Stadtmarketing-Chef Holger Wennrich gerieten Donnerstagabend in der Wanner Volkshochschule ordentlich aneinander.

Öffentlich entschuldigt

Dass die beiden meinungsstarken Männer zuweilen unterschiedliche Auffassungen von der Zukunft des Stadtteils haben, ist aufmerksamen Beobachtern schon öfters aufgefallen. Donnerstag kam es zum Streit in aller Öffentlichkeit. Beide standen auf dem Podium, um über „Image und Kult von Wanne“ zu debattieren. Stratmann fuhr Wennrich an, warf ihm ziemlich harsch vor, die Stadtmarketing Herne GmbH zeige zu wenig Ehrgeiz, den Stadtteil öffentlichkeitswirksam anzupreisen. Viele Zuschauer erwarteten wohl eine Konsensdebatte und wurden von dem heftigen Angriff – der für Wennrich zweifellos unangenehm, für Unbeteiligte aber auch sehr unterhaltsam war – überrascht.

Am Tag danach bemühten sich alle Beteiligten, den Vorfall herunterzuspielen. Stratmann entschuldigte sich in einem Telefonat persönlich und per Brief auch öffentlich bei Wennrich. „Es gibt offensichtlich Situationen, in denen Dinge gesagt und getan werden, die weder richtig noch angemessen sind. Gestern war eine solche Situation – und zwar für mich!“, schrieb der Theatermann an Wennrich. Und weiter: „Für meinen persönlichen Angriff gegen Sie gestern Abend, bitte ich Sie daher in aller Form um Entschuldigung!“ Zur WAZ sagte Stratmann: „Im Nachhinein war das absolut blödsinnig.“ Holger Wennrich zeigte sich nicht nachtragend: „Für mich ist die Sache erledigt, weil er sich entschuldigt hat.“ Natürlich habe er sich geärgert, „aber es ist auch nicht die Welt untergegangen“.

Der Stadtumbau erhitzt eben die Gemüter. Planungsdezernent Karl-Heinz Friedrichs hatte zuvor eingeräumt, dass die „Investitionen“ mit „Behinderungen behaftet“ seien, „aber nach Abschluss wird hier ein Kleinod geschaffen“. Hauseigentümer Mike Strysio beklagte, die Förderung für Fassadenrenovierungen sei unter Eigentümern nicht ausreichend publik gemacht worden. Dabei gab es auch viele positive Signale. Stichwort Wohnstandort: Die Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft etwa verzeichnet so gut wie gar keinen Leerstand.

Jonas Erlenkämper

Facebook
 
Kommentare
26.11.2011
13:48
wanne bleibt wanne..
von doppelrohrverbinder | #3

sorry... ich bin in wanne gut und gerne aufgewachsen. seit 1975 wurde konsequent runtergewirtschaftet.

du kannst einen haufen kacke gold anmalen... kacke bleibt kacke!
du kannst alle döner - telefonläden und bäckereien gold bemalen... image bleibt image.
der zuch is abgefahrn.

26.11.2011
11:04
Träumer
von iswatlos | #2

Herr Stratmann hat auch gut rumpupen! Wieviel zahlt er an Miete für den Wanner Saal? Eben! Und deshalb hat er seine Aussagen auch zurückgezogen.

26.11.2011
09:33
Nicht nur unterhaltsam
von Valbino | #1

waren die Worte Richtung Wennrich, sondern auch nachvollziehbar.
Was genau macht denn dieses Stadtmarketing für Herne? Das Gehalt von Wennrich und Co könnte man getrost einsparen. Die Werbung für die Cranger Kirmes kann das Presseamt machen (in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, das ja sowieso die Durchführung macht), ansonsten kann man ein Teil des jetzigen Marketing-Budgets von mir aus den Herren Stratmann und Wiacker überlassen. Das sind diejenigen, die für Herne Ideen haben und die auch kreativ genug sind. Und für die Privatveranstaltung Weihnachtscurl, wo man anscheinend als normaler Bürger, der nicht mit dem Stadtmarketing, den Sponsoren des Curls oder der Stadt verbandelt ist, zu beliebten Bahnzeiten keine solche buchen konnte (die waren alle schon beim Buchungsstart belegt), braucht man Stadtmarketing auch nicht. Was bleibt denn dann noch? Und vor allem: was bleibt mit Wirkung über die Stadtgrenzen hinaus?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6108369/create

Aktuelle Fotos und Videos
Der größte Park
Bildgalerie
Top Ten
Klangwelten
Bildgalerie
Konzert
Schmieden wie früher
Bildgalerie
Im LWL-Museum
Kasinoverein Harmonie Unser Fritz
Bildgalerie
Saisoneröffnung
Aus dem Ressort
Jetzt anmelden fürs WAZ-Medizinforum in Herne
Thema Adipositas
Mit einem im Wortsinn „dicken Problem“ befasst sich das nächste WAZ-Medizinforum am Mittwoch, 6. Juni, um 18 Uhr in den Flottmann-Hallen: Es geht um extremes Übergewicht. WAZ-Leser können sich anmelden, es gibt noch freie Plätze!
Wasserschaden verschafft Trickbetrügern Zugang
Rentnerpaar ausgeraubt
Unter dem Vorwand einen Wasserschaden beheben zu müssen, haben sich am Donnerstag, 31. Mai, zwei Trickbetrüger Zugang zu der Wohnung eines Seniorenpaares an der Mont-Cenis-Straße in Herne erschlichen und sie bestohlen.