Straßenerneuerung am Grünen Weg – Anwohner kritisieren Stadt

Die Straße „Grüner Weg“ in Sodingen wird erneuert.
Die Straße „Grüner Weg“ in Sodingen wird erneuert.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Die Stadt erneuert dort die Straßendecke. Für die Anwohner ist das mit hohen Kosten verbunden. Sie fühlen sich von der Verwaltung übergangen.

Seit dem 8. April laufen städtische Erneuerungsarbeiten rund um den Grünen Weg in Sodingen. Die Anwohner fühlen sich schlecht informiert. Der Fachbereich Tiefbau und Verkehr erklärte den Bürgern während eines Informationsabends, was auf sie zukommt.

Ende März wurden die Anwohner per Brief in Kenntnis gesetzt, dass die Straßendecke saniert und die Beleuchtung erneuert und erweitert wird. Weil die Anlieger zur Kasse gebeten werden sollen, zeigten sich viele Hausbesitzern erbost.

Montagabend standen Christoph Gawenat, stellvertretender Bauleiter, Eva-Maria Stieglitz-Broll, Abteilungsleiterin für Straßenbau, und Josef Becker, Chef des Tiefbauamtes, den anwesenden Bürgern Rede und Antwort. Es war die erste Bürgerversammlung dieser Art: „Bei Stadtplanungen trifft man sich mit den betroffenen Bürgern, damit sie sagen können, was sie gerne geändert haben möchten. Aber bei Erneuerungen, die mit Instandhaltung zu tun haben, ist dies die erste Veranstaltung“, sagte Becker. Allerdings werde diese Versammlung nicht die letzte gewesen sein: „Es ist schwer, etwas zu erklären und zu hoffen, dass es angenommen wird, wenn niemand etwas ändern kann. Deshalb werden wir des Öfteren Informationsabende anbieten, wenn Sanierungen anstehen“, erklärte Stieglitz-Broll.

Angespannte Stimmung

Die Stimmung wirkte angespannt: Die Anwesenden waren sehr aufgebracht über die Tatsache, dass die Stadt über ihre Köpfe hinweg entschieden habe. Immerhin gehe es um viel Geld, das die Hausbesitzer zahlen sollen. Viele fragten: warum eigentlich? Nach Angaben der Stadt handelt es sich beim Grünen Weg um eine sogenannte Anliegerstraße, somit sollte es kaum Durchgangsverkehr geben. Die Bewohner der Straße sehen das anders. Sie können nicht verstehen, wieso sie 138 000 Euro bezahlen sollen. Das ist der Anteil, mit dem sie sich an den Kosten der neuen Fahrbahndecke und der neuen Laternen beteiligen sollen. Dass die alten Leuchten ausgetauscht und weitere neue hinzugefügt werden, ist in den Augen mancher Bewohner überflüssig.

Aus ihrer Sicht ist vor allem dies ärgerlich: Die Verteilung der Kosten ist nach wie vor ungeklärt. Keiner der Experten konnte erklären, wie viel jeder Einzelne am Ende zahlen muss. „Für genauere Daten kann ich Sie an Frau Melchers weiterleiten. Sie wird Ihnen gerne weiterhelfen“, verwies Stieglitz-Broll auf eine Kollegin – für die Anlieger eine unbefriedigende Antwort.

Auch nach dem Abend blieben also viele Fragen offen. Eines soll aber verbindlich sein: „Demnächst werden die Bürger besser informiert“, gelobte Stieglitz-Broll.