Stimmungsvolles Open-Air-Kino im Flottmann-Hof

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Mit der untergehenden Sonne im Rücken und Gitarre vor dem Bauch hat der Herner Sänger und Liedermacher Tommy Klapper zusammen mit seinem „Bandchen“ im Flottmann-Hof ein kleines Konzert gegeben und auf einen cineastischen Abend eingestimmt. Am Donnerstagabend fand hier im Rahmen von der kostenlosen Reihe „Filmschauplätze NRW“ eine Open-Air-Filmvorführung statt. Zuvor war bereits die Künstlerzeche Schauplatz für eine solche Vorstellung.

Oh Boy und Mila Caos

Zum Einbruch der Dunkelheit sind fast alle der Plastikstühle vor der großen Leinwand auf dem Hof besetzt. Klapper singt „Nur mal so“, ein Stück über das, was ihn im Alltag bewegt. Begleitet wird er dabei von einer weiteren Gitarre und einem Cajón. Die Gäste lassen sich sogar zum Mitsingen bewegen. Klappers Texte sind optimistisch, leicht und ausschließlich auf Deutsch. Immer voller wird es auf dem Platz hinter den Flottmann-Hallen, einige kommen mit Decken und legen sich auf die Wiese schräg vor der Leinwand, andere haben sich Klappstühle und Hocker mitgebraht. Popcorn steht unter einem Pavillon, schon in Papiertüten abgefüllt, für die Gäste bereit. Da jedoch noch Sonnenflecken auf der Leinwand zu sehen sind, stärken sich die meisten erst mal mit Bratwürsten vom Nachbarpavillon. Auch ein Bierwagen hat geöffnet.

Als es dann dunkel genug ist, wird aus dem „Mondscheinkino“-Hänger, der in den Flügeltüren der Flottmann-Hallen geparkt ist, zunächst ein 18-minütiger Vorfilm auf die Leinwand in ihrem aufblasbaren Gummirahmen projiziert. In „Mila Caos“ wünscht sich der 17-jährige Kubaner Sebastián nichts sehnlicher als die Anerkennung seiner Mutter. Sie bringt ihm aber aufgrund seiner Auftritte bei illegalen Travestie-Shows nichts als Gleichgültigkeit entgegen.

Beim Hauptfilm „Oh Boy“ von Regisseur Jan-Ole Gerster schließlich, lebt der Studienabbrecher Niko (Tom Schilling) in den Tag hinein und stolpert auf den Straßen Berlins von einer Begegnung in die andere. Die Tragikkomödie ist ganz in schwarz-weiß gehalten und mit Jazz-Musik unterlegt, die Handlung spielt sich an einem einzigen Tag und der darauffolgenden Nacht ab.