Sternsinger in Herne bringen Segen ins Haus

Die Sternsinger der Gemeinde St. Marien-Baukau gehen mit Projektleiter Lukas Steden (rechts) auf ihre Runde.
Die Sternsinger der Gemeinde St. Marien-Baukau gehen mit Projektleiter Lukas Steden (rechts) auf ihre Runde.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Die Heiligen Drei Könige der Gemeinde St. Marien Herne-Baukau machen den Auftakt und ziehen um die Häuser. Dabei sammeln sie für bedürftige Kinder.

Herne..  Aufgeregt sind sie alle nicht, die meisten von ihnen sind längst routiniert, auch wenn sie noch im Grundschulalter sind. Die neunjährige Anna Margrit Schulz knöpft den roten Umhang zu. Schließlich ist es eisekalt da draußen. Seit Jahren schon ist sie dabei, in der Kirchengemeinde St. Marien Baukau (KJG) um zu sammeln, für den guten Zweck. „Segen bringen – Segen sein“, lautet das Motto der Sternsinger 2015.

Für welches Hilfsprojekt die Jungen und Mädchen als Caspar, Melchior und Balthasar durch die Gemeinde ziehen, das haben sie tags zuvor besprochen. „Wir haben einen Film mit ihnen geschaut, in dem es um Kinderarmut auf den Philippinen geht“, so Lukas Steden von der Gemeinde und Projektleiter. „Wir sind hier zwar mit relativ wenig Kindern unterwegs, dafür aber kommen alle freiwillig.“ Anders als in manch anderer Gemeinde gehört das Sternsingen nicht zum Pflichtprogramm.

So trudeln sie nach und nach ein, fast alle von ihnen sind Geschwisterkinder, so wie Maximilian (9) und Mauritius (6) Solfrian. „Das Singen macht mir einfach Spaß“, so der Neunjährige und gesteht, das sei erlaubt zu sagen: „Und es gibt immer viel Schokolade.“ Schließlich zeigen sich die Familien, die besungen werden, am Ende meist recht großzügig. Bevor es jedoch an die Haus- und Wohnungstüren der Stadt geht, werden die Heiligen Drei Könige gesegnet.

Auch Aufkleber gesegnet

Darum kümmert sich Dekanats-Jugendseelsorger Markus Wippermann. Weihwasser muss her, das ist offensichtlich während der Weihnachtfeiertage knapp geworden. „Herr Wippermann, da kommt doch noch Wasser raus“, freut sich Gemeindemitglied Jonas Steden beim Aufdrehen des Hahns – und füllt das kostbare Nass in einen kleinen Glaskelch. Die Kinder indes sitzen andächtig vor dem Altar mit der wundschönen Krippe, die die Geschichte der Geburt Jesu erzählt. Sie singen das Lied „Hoch am Himmel“, Neles Vater Axel Chloer spielt die Gitarre, sie beten gemeinsam. Am Ende segnet Markus Wischermann die stolzen Sternsinger.

Was noch fehlt? Der Segen für Kreide – und Aufkleber. Die Zeiten haben sich eben geändert. „Die Türen sind moderner geworden“, weiß Lukas Steden. „Nicht alle Materialien lassen sich mit Kreide bemalen.“

Nach der Segnung gilt es, so viele Kindersitze wie möglich zusammenzukriegen. Schließlich, und auch das ist eine Besonderheit, werden diese Sternsinger die komplette Stadt besingen. „Vom Drögenkamp bis zur Nordstraße“, so Lukas Steden. Natürlich werden sie von den Erwachsenen gefahren. Heute geht es zu Fuß weiter . Dann aber nur innerhalb ihrer Gemeinde. Die Süßigkeiten, die haben sie sich am Ende redlich verdient.