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Preis-Explosion

Steigende Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien Probleme

22.02.2012 | 18:43 Uhr
Steigende Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien Probleme
Susanne Wolf, Geschäftsführerin der Schuldnerberatung. Foto: Ute Gabriel

Herne.   Die explodierenden Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien zunehmend Probleme. Susanne Wolf, Geschäftsführerin der Herner Schuldnerberatung, bestätigt eine Meldung der Verbraucherzentrale NRW.

Demnach ist Energie für immer mehr Haushalte unbezahlbar. Folge: Versorger stellen Strom oder Gas ab.

Wie vielen Menschen in Herne Mahnungen ins Haus flattern, gar der „Saft“ abgestellt wird, darüber schweigen die Stadtwerke Herne. Das kommunale Unternehmen hatte die Preise zuletzt im Januar angehoben. Zahlen, so Sprecherin Angelika Kurzawa auf Anfrage der WAZ, werden nicht genannt. Nur so viel: Nach dem vergleichsweise milden Jahr 2011 gebe es zurzeit eine „normale, entspannte Situation“, das Ganze sei „kein großes Thema“.

Das sieht Susanne Wolf, Chefin der Schuldnerberatung, anders. Die Preissteigerungen, insbesondere auch bei Strom und Gas, machten den einkommensschwachen Familien zu schaffen : „Sie haben immer weniger Geld zum Leben.“ Als Folge steige auch die Zahl jener Menschen, die ihre Energiekosten nicht mehr schultern könnten. „Das ist ein ernsthaftes Problem“, betont die Schuldnerberaterin.

Die Folgen für die Familien seien massiv. Wer im Kalten und Dunklen sitze, sei abgeschnitten von der Welt, könne nicht warm essen und weder sich noch die Wohnung pflegen; das gelte auch für die Kinder. „Die völlige Isolation“, so Wolf, „macht nicht nur den Körper, sondern auch die Seele krank.“

Wer die Endabrechnung nicht begleichen kann, sollte sich so früh wie möglich melden. Bei Rückständen ab 100 Euro könne die Energiezufuhr gesperrt werden. Sie rät, Zwischenablesungen vorzunehmen und realistische Abschläge zu vereinbaren sowie die Energieberatung der Stadtwerke in Anspruch zu nehmen

Michael Muscheid

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Kommentare
23.02.2012
17:40
Steigende Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien Probleme
von Pamphlet | #6

Diese drastischen Erhöhungen sind nicht mehr akzeptabel, auch hier sind " unsere Politiker " nicht in der Lage, ein STOP zu setzen und als Beispiel : Quelle Doppelwachholder, Hagen und diese Studie beweist, daß die Anzahl der Milliönäre in NRW seit Einführung des Euro um über 60% gestiegen sind.

2002 entrichtete ich mtl. DM 150, Gas / Strom und
2012 ****************mtl. € 150,

Benzin und Lebensmittel lassen wir außen vor.
Banal zu sagen, ist es eine Preissteigerung 1 : 1

Nicht nur einkommensschwache Familien haben mit diesen extremen Preissteigerungn Probleme, hält man sich Gehälter und Renten vor Augen, jedoch ist es Armut per Gesetz, ohne die Agenda großartig erwähnen zu müssen.

Wirtschaftsfachleute prognostizierten schon 2011, daß die Bevölkerung noch härteren Zeiten entgegen gehen wird.

23.02.2012
16:19
Umsatzsteuer vergessen:
von nachdenken | #5

19% Umsatzsteuer: 55,47 EUR

Das sind schon Grundpreis 99 plus Umsatzsteuer 56 = 155 Euro nur an Nebenkosten für Strom....mehr als ein Drittel.

Also, warum kann nicht z.B. mal die Steuer auf das Lebensmittelniveau 7 Prozent gesenkt werden?
Das wäre eine Aufgabe für Abgeordnete, die in den Bundestag wollen....

23.02.2012
16:05
Der Bereitstellungspreis (Grundpreis) ist ja inzwischen
von nachdenken | #4

schon fast so hoch, wie die Verbrauchspreise.

Da kann gar nicht mehr viel am Verbrauch, der einzigen Stellschraube, an der der _Verbraucher_ drehen kann, gedreht werden...

Beispiel bei aktueller Jahres-Rechnung von rund 400 Euro:

Grundpreis 99,00 EUR
Entgelt für Netznutzungsabrechnung pro Abrechnung 11,87 EUR
Entgelt für Messstellenbetrieb pro Vorgang 10,00 EUR
Entgelt für Messung pro Vorgang 3,99 EUR
Entgelt für Netznutzung 4,340 ct/kWh
Entgelt für Netznutzung 4,730 ct/kWh
Entgelt für Mehrkosten aus Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 0,030 ct/kWh
Entgelt für Mehrkosten aus § 19 StromNEV Umlage 0,151 ct/kWh


23.02.2012
16:00
Steigende Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien Probleme
von fidi | #3

Wir reden immer von Griechenland und anderen europäischen Ländern, denen finanziell geholfen werden muss. Dabei müssen wir gar nicht weit gucken um Armut vorzufinden. Sie ist hier, direkt vor unserer Haustür, in unserer Nachbarschaft.
Kann es richtig sein, zuerst denen in der Ferne zu helfen anstatt denen, die uns auf Sichtkontakt nahe sind? Kann man diese Menschen und ihre Armut wirklich übersehen?

23.02.2012
11:11
Isolation macht krank
von thekenturner | #2

die Stadtwerke Herne betätigen sich in anderen Sparten WHE,Kino,Spassbäder und und und,werden da Verluste gemacht, in Millionen Höhe,dann muss das Geld ja irgendwo her
kommen nun raten wir mal alle von wem wohl? Richtig geraten,aber das Dementi und
die nächste Erhöhung wird bald folgen.Wir können sparen wie doof,alles ausschalten was nicht gebraucht wird, wird nicht reichen ,dann erhöhen sie uns einfach den Kw Stundenpreis,oder die Grundgebühr,so einfach geht das!

23.02.2012
11:00
Isolation macht krank
von Borniger | #1

Dass es soweit kommen konnte, ist sicherlich zum großen Teil auf die Gier nach Gewinn bei den Stadtwerken zu suchen. Die wiederum sehen sich dem Auftrag des Aufsichtsrates (besetzt u. a. von unserem Oberbürgermeister Schiereck und dem SPD-Mann Dudda) verpflichtet, deren Wunsch nach Gewinnausschüttung an die Stadt Herne zu erfüllen. So haben die Stadtwerke für 2010 immerhin einen Betrag von nicht weniger als 18 Mio. Euro an die Stadt Herne an Gewinn abgeführt. Nachzulesen im Geschäftsbericht der Stadtwerke.

1 Antwort
Steigende Energiekosten bereiten einkommensschwachen Familien Probleme
von ergrue | #1-1

Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

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