Stefan Kröner verlässt das Arbeitsgericht nach elf Jahren

Stefan Kröner (links) übergab nun auch offiziell die Geschäfte an seinen Nachfolger Sascha Dewender.
Stefan Kröner (links) übergab nun auch offiziell die Geschäfte an seinen Nachfolger Sascha Dewender.
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Stefan Kröner, der langjährige Direktor des Arbeitsgerichts, wechselt nach elf Jahren ins NRW-Justizministerium in Düsseldorf.

Herne..  Gestern wurde Stefan Kröner, der langjährige Direktor des Arbeitsgerichts, offiziell verabschiedet. Zu einer Feierstunde mit musikalischen Beiträgen mit Klarinette und Fagott, dankenden Worten und einem Sektempfang fanden sich Kollegen, Mitarbeiter, Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, Gewerkschaften ein. Eben alles, „was im Arbeitsrecht Rang und Namen hat“, wie der Präsident des Landesarbeitsgerichts Holger Schrade es zusammenfasste. Zwar habe man sich im kleinen Kreis bereits verabschiedet, aber eine Zusammenkunft, bei der auch Nachfolger Sascha Dewender begrüßt werden sollte, wolle man sich nicht nehmen lassen, so die Personalratsvorsitzende Dörthe John.

Stefan Kröner arbeitete elf Jahre am Arbeitsgericht Herne - zunächst als Richter, dann als Direktor. 38 000 Verfahren seien in dieser Zeit in Herne verhandelt worden, sagte Kröner, der über diese hohe Zahl rückblickend selbst überrascht schien. Es habe die klassischen Abmahnungs- und Kündigungsverfahren gegeben, aber auch einige Exoten. „Mein absolutes Highlight war die Klage eines geistig zerrütteten Bürgers, der uns bat, ihm eine Frau zuzuweisen. Akademikerin sollte sie sein, aber nicht zu fordernd“, erzählte der 44-Jährige lachend.

Im Amt des Direktor des Arbeitsgerichtes , das er seit 2010 bekleidete, waren es drei große Themen, die Kröner anging: Die Situation der ehrenamtlichen Richter, die Planung des Justizzentrums und nach dessen Scheitern der Umbau des aktuellen Sitzes und der Umgang mit Personalentscheidungen.

„Ich hatte das große Glück, dass ich mich immer auf mein Team verlassen konnte“, sagt Kröner. Je schwieriger die Zeiten waren, desto mehr habe man zusammengehalten. Aber auch mit Befristungen in Arbeitsverträgen musste man umgehen. „In einem Fall bin ich nach Hamm gefahren und habe es geschafft, dass die Mitarbeiterin einen neuen Vertrag bekommt. Als ich es ihr gesagt habe, war sie so froh und dankbar. Da weiß man, warum man es macht.“

Aber warum hat Kröner Herne dann verlassen? „Ich hatte das Verlangen, beruflich noch mal etwas anderes zu machen“, erklärte Kröner seine Entscheidung. Im Justizministerium in Düsseldorf leitet er nun das Referat der Abteilung I, die sich mit der Organisation der Gerichte und Staatsanwaltschaften sowie der Modernisierung der Justizverwaltung befasst.

Das heiße aber nicht, dass er Herne vergessen werde. „Die Zeit hier war nicht nur ein Teil meines beruflichen Werdegangs, sondern auch für meine persönliche Entwicklung etwas ganz Besonderes.“