Stätte für Kultur seit 1986

Als Wanne-Eickeler sei er eigentlich erst mit Flottmann in Zeiten des Niedergangs in Kontakt gekommen, erklärte Oberbürgermeister Horst Schiereck in seiner Ansprache. Ein Niedergang, aus dem sich zumindest für einen Teil des ehemaligen Betriebes ein Neuanfang entwickeln sollte - und ein Glücksfall für die Kulturszene in Herne.

1980 kaufte die Stadt Herne das Gelände. Gegen Pläne, die kompletten Werksanlagen abzureißen, regte sich schnell Protest. Eine große Wohnbebauung scheiterte an den Kosten für die Altlastensanierung. Letztlich verhinderten Denkmalschützer, ein Scheck aus Düsseldorf und ein Machtwort von NRW-Minister Christoph Zöpel den Abriss.

Früh hatten sich Kreative, Sozialwissenschaftler, aber auch Bürger für eine sozio-kulturelle Nutzung eingesetzt. An eine von Initiativen selbst verwaltete Einrichtung wollte die Stadt aber nicht ran, erinnerte sich Hubert Emmerich, damals stellvertretender Leiter des Herner Kulturamtes. Die Stadt übernahm die Flottmann-Hallen in ihre Regie: Im Oktober 1986 wurden sie mit einem großen Fest eröffnet. Für die Nutzung des Namens war das Einverständnis von Flottmanns Sohn nötig: Er gab es unter der Bedingung, so Emmerich, dass dort nur Veranstaltungen gemäß der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stattfinden würden.