Stadtwerke Herne halten an ihren Gaspreisen fest

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale könnten auch die Stadtwerke Herne ihre Gaspresie senken.
Nach Ansicht der Verbraucherzentrale könnten auch die Stadtwerke Herne ihre Gaspresie senken.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Während die Stadtwerke Herne an ihren Gaspreisen festhalten, sieht die Verbraucherzentrale keine Argumente, die gegen eine Senkung sprächen.

Herne..  Autofahrer reiben sich derzeit die Hände, wenn sie an der Zapfsäule stehen, die Spritpreise sind günstig wie lange nicht mehr. Auch wer einen Öltank für seine Heizversorgung hat, spart jetzt eine Menge Geld beim Tanken. Nur beim Gas kommt der freie Fall der Energiepreiskurse beim Verbraucher nicht so recht an. Obwohl der Gaspreis an der Börse seit über zwei Jahren im Abschwung ist. Die Verbraucherzentrale kritisiert deshalb, dass die Stadtwerke Herne ihre Tarife nicht senken.

„Eigenartige“ Kalkulation

„Die Preise für Erdgas fallen weiter“, weiß Peter Blenkers, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Das Erdgas, das die Stadtwerke am europäischen Börsenmarkt einkauften, sei zwar nicht mehr an den günstigen Ölpreis gekoppelt, wie das früher der Fall war, aber auch beim Erdgas gebe es derzeit ein Überangebot, berichtet Blenkers. „Da gibt es auch kein Argument mehr gegen Preissenkungen.“

Das sieht Stadtwerkesprecherin Angelika Kurzawa anders: „Jeder Versorger hat eine andere Beschaffungsstrategie“, sagt sie. Die Stadtwerke Herne bauten sich für ein bis zwei Jahre ein „Portfolio“ auf, um sich damit langfristig gegen schwankende Energiepreise abzusichern. „Wir zocken nicht und kaufen nicht an Spotmärkten“, macht Angelia Kurzawa deutlich und ergänzt: „Wir wollen nicht abhängig davon sein, was der Putin macht.“

Eine „eigenartige“ Kalkulation, urteilt Peter Blenkers: Um den Preis optimieren zu können, würden Grundversorger das Gas normalerweise zu verschiedenen Preisen und Zeitpunkten kaufen, mal am Termin- und mal am Spotmarkt. „Würden die Stadtwerke das tun, müsste der Preis zumindest ein wenig gesunken sein.“

Die Herner Stadtwerkesprecherin gibt zu bedenken, dass das städtische Versorgungsunternehmen außerdem eine soziale Komponente erfülle, auch dadurch könne es keinen Tiefstpreis anbieten: „Ähnlich wie beim Strom reagieren wir nicht so rigoros, wenn die Kunden mit der Bezahlung hinterher hinken. Wir sind Grundversorger und müssen alle Kunden nehmen, auch problematische.“

Verbraucherberater Blenkers weist darauf hin, dass sich die Gaspreise der Herner Stadtwerke zwar im Mittelfeld bewegten, entsprechend aber beim Anbieterwechsel gespart werden könne. Und wie werden sich die Kurse der Stadtwerke in nächster Zeit entwickeln – nach oben oder nach unten? „Hier ist weder das eine, noch das andere in Sicht“, erklärt Stadtwerkesprecherin Angelika Kurzawa. Positiv gesehen, heißt das: Es sind immerhin keine Preiserhöhungen geplant.

Der Gaspreis bei einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden beträgt hier laut Internetportal Verivox 1547,85 Euro.


Günstige Konkurrenten verlangen dagegen nur 1027,80 Euro (Vattenfall) oder 1019,04 Euro (Grünwelt Energie).


Beim Anbieterwechsel lassen sich also locker 500 Euro jährlich sparen.