Stadtgrün legt Memoriam-Garten auf Südfriedhof an

Ein Schiff wie hier in Duisburg soll in dem Memoriam-Garten auf dem Herner Südfriedhof nicht auf dem Trockenen liegen. Aber gestalterische Elemente sind für den Ort der Ruhe und Erinnerung sehr wohl geplant.
Ein Schiff wie hier in Duisburg soll in dem Memoriam-Garten auf dem Herner Südfriedhof nicht auf dem Trockenen liegen. Aber gestalterische Elemente sind für den Ort der Ruhe und Erinnerung sehr wohl geplant.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stadtgrün will auf dem Südfriedhof einen Memoriam-Garten errichten. 2013 ist dieses Projekt gescheitert, weil der damalige Partner sich zurückzog.

Herne..  „Kolumbarien sind Trend“ – so hatte Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl vor wenigen Wochen beim Überschreiten der 1000er-Marke der Grabkammern auf dem Südfriedhof berichtet. Mit reichlich Verspätung will die Stadt nun auf einen weiteren Trend reagieren: Auf dem Südfriedhof soll ein Memoriam-Garten angelegt werden.

Für andere Städte wie Gelsenkirchen oder Bochum sind solche optisch ansprechenden Gemeinschaftsgrabanlagen fast schon ein alter Hut. Ende 2013 wollte auch Stadtgrün in Kooperation mit der Herner Genossenschaft der Friedhofsgärtner auf diesen Zug aufspringen, wurde dann aber durch die Auflösung der Genossenschaft zunächst ausgebremst (wir berichteten).

Mit dem neuen Partner, der Gärtnerei Steinmacher, unternimmt die Stadt nun einen weiteren Anlauf: Auf einer 800 Quadratmeter großen Wiese am Friedhof-Nebeneingang Auf dem Stennert ist in Kürze Baubeginn. Bis September wird Steinmacher den Memoriam-Garten komplett gestalten. Anschließend können dort bis zu 60 Reihengräber und 130 Urnengräber belegt werden.

Eine 80 Meter große Hecke soll die Fläche begrenzen. Außerdem sind für diesen Ort der Ruhe und Erinnerung befestigte Wege, Bäume, Sitzgelegenheiten und eventuell ein Wasserspiel geplant. „Das sieht aus wie eine Landesgartenschau in Mini-Format“, sagt Andreas Riedel von Stadtgrün. Ein Memoriam-Garten werte den gesamten Friedhof auf. Neben der Optik sprächen vor allem praktische Argumente für dieses Modell: „Die Anlage und die Gräber werden dauerhaft gepflegt und gestaltet.“ Und das über 25 Jahre.

Das Rundum-sorglos-Paket hat natürlich seinen Preis. Voraussichtlich 3900 Euro will Steinmacher für das Anlegen und Pflegen eines Erdgrabs nehmen, inklusive Grabstein. Hinzu kommen aber noch die üblichen Kosten für das Grab sowie die Beisetzung.

Die Angehörigen sollen auch die Möglichkeit erhalten, am Grab Schalen oder Sträuße abzustellen. Es gebe aber Grenzen, so Alfred Steinmacher: „Wir hätten es nicht so gerne, wenn einer zum Spaten greift und sagt: Ich hab’ noch eine schöne Hortensie im Garten, die pflanz’ ich jetzt Opa aufs Grab.“

Stadtgrün und Steinmacher hoffen, dass die Rechnung aufgeht - so wie in anderen Städten. Bei entsprechender Nachfrage gibt es direkt neben dem ersten Memoriam-Garten eine über 1000 Quadratmeter große Erweiterungsfläche.