Stadt Herne zeichnet Unternehmen aus

Die Stadtwerke schaffen noch vier weitere Erdgasfahrzeuge an. Thomas Rattay durfte bereits Probe fahren.
Die Stadtwerke schaffen noch vier weitere Erdgasfahrzeuge an. Thomas Rattay durfte bereits Probe fahren.
Foto: Stadtwerke
Was wir bereits wissen
Stadtwerke und Blömeke-Druck haben beim Projekt Ökoprofit mitgemacht und im Unternehmen Maßnahmen zum Umweltschutz getroffen.

Herne..  Ein Jahr lang haben sich zwei Herner Unternehmen beraten lassen, wie sie mit ökologischer Umrüstung viel Geld sparen können. Ökoprofit nennt sich das Projekt, das sich die ökologische und ökonomische Förderung von Unternehmen auf die Fahnen geschrieben hat. Seit zehn Jahren findet es – finanziert durch das Landesumweltministerium und die Stadt – auch in Herne statt. Gestern wurden die zwei Herner Unternehmen für ihre Teilnahme ausgezeichnet.

Blömeke-Druck ist zum ersten Mal mit dabei gewesen, die Herner Stadtwerke haben schon häufiger bei Ökoprofit mitgemacht. Besonders in den ersten Jahren habe es dadurch erhebliche Einsparungen gegeben. „Unser altes Verwaltungsgebäude war von 1904. Da war nichts gedämmt, alle Fenster waren alt“, sagt Stephan Becker von der Stadtwerken.

Durch den Abriss und die Sanierung des Restgebäudes habe man viel Geld sparen können. In diesem Jahr wolle man vor allem durch die Umstellung des Fuhrparks die Umwelt und den Geldbeutel schonen. Von den knapp 100 Fahrzeugen fahren schon heute 40 Prozent mit alternativen Energien. Jetzt sollen vier Erdgas- und zwei Elektrofahrzeuge dazukommen – eine Investition von 40 000 Euro.

Viel Überzeugungsarbeit

In den ersten Jahren des Projektes sei das Potenzial für Einsparungen deutlich größer gewesen. Mittlerweile gehe es bei Ökoprofit vor allem darum, die Sensibilität für den Umweltschutz zu schärfen. Und auch Evelyn Stober von der Wirtschaftsförderung Herne räumt ein, dass es immer schwieriger wird, Firmen für das Projekt zu gewinnen. „Wenn Unternehmen ohnehin investieren wollen, dann ist es oftmals leichter. Trotzdem gehört auch oft viel Überzeugungsarbeit dazu.“

Firmen können viel sparen

Die musste sie zunächst auch bei Blömeke-Druck leisten. „Wir sind Ersttäter bei Ökoprofit. Es hat schon etwas gedauert bis ich von der Idee überzeugt war“, sagt Geschäftsführer Christian Rump. Schließlich habe die Druckerei schon einige Zertifikate, die es für umweltbewusstes Arbeiten gab.

Größtes Projekt der Druckerei: Der Austausch von konventioneller Beleuchtung im Drucksaal gegen moderne LED-Beleuchtung. Die Kosten dafür liegen bei 25 000 Euro, die jährlichen Ersparnisse bei 6000 Euro. Mit einer schwarzen Null seien bisher alle Unternehmen aus dem Projekt Ökoprofit gegangen. Die meisten hätten sowohl finanziell, als auch ökologisch profitiert, sagt Gerd Werner, Chef vom Umweltamt der Stadt.

Ob es das Ökoprojekt im kommenden Jahr wieder geben wird, steht noch nicht fest. „Schließlich schwimmt Herne nicht im Geld“, sagt Thomas Semmelmann von der Stadt. „Und selbstverständlich müssen sich auch Unternehmen finden, die bereit sind, mitzumachen.“