Stadt Herne will Turnhallen ab Ende März räumen

Sie soll mit als erstes geräumt werden: die Flüchtlingsunterkunft der Gesamtschule Wanne an der Stöckstraße.
Sie soll mit als erstes geräumt werden: die Flüchtlingsunterkunft der Gesamtschule Wanne an der Stöckstraße.
Foto: Michael Muscheid
Was wir bereits wissen
Herne will Turnhallen, die mit Flüchtlingen belegt sind, wie geplant räumen. Als erstes werden die an der Stöck-, Flottmann- und Steinstraße frei.

Herne..  Buchstäblich über Nacht hat die Stadt die Pläne zum Bau einer neuen Groß-Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Horsthausen auf Eis gelegt. Grund sind die sinkenden Flüchtlingszahlen, sagte Stadtdirektor Hans Werner Klee am Donnerstag vor der Presse.

Eigentlich wollte die Stadt an diesem Vormittag ihre Pläne für den Bau der neuen Unterkunft vorstellen. Wie die WAZ berichtete, wollte die Verwaltung für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren sowohl das Grundstück am Güterbahnhof als auch Holzhäuser für 300 Flüchtlinge anmieten. Die Stadtspitze zog dann am Morgen die Reißleine. Grund war unter anderem die Meldung, dass Österreich eine Obergrenze für Flüchtlinge einführen und somit die Grenzen dicht machen könnte. Damit kämen weniger Flüchtlinge nach Herne. Zurzeit seien es „nur noch“ bis zu 20 pro Woche, im vergangenen Jahr seien es durchweg gut 100 gewesen. Bleibe es dabei, würde die neu Unterkunft nicht gebraucht – und die Stadt könnte sich über eine Million Euro an Mietkosten sparen.

Festhalten will die Stadt aber in jedem Fall an ihren Plänen, die durch Flüchtlinge belegten Turnhallen bis zum Sommer wieder Schulen und Vereinen zur Verfügung zu stellen: „Wir sind flexibel und in der Lage, zeitnah agieren zu können“, sagte Stadtdirektor Klee. Welche Hallen wann freigezogen werden sollen, wollte er mit Verweis auf laufende Gespräche mit der Bezirksregierung noch nicht sagen. Nach Informationen der WAZ sollen Ende März zunächst die Turnhallen der Gesamtschule Wanne an der Stöckstraße und der Freiherr-vom-Stein-Schule an der Steinstraße sowie die der Grundschule Flottmannstraße geräumt werden. Ende April soll die Halle der Realschule Sodingen an der Reihe sein, Ende Mai die des Pestalozzi-Gymnasiums.

Nach WAZ-Informationen sollen bis Ende Juni auch die Landesunterkünfte an den ehemaligen Schulstandorten Janoschschule (Baukau) und Görresschule (Röhlinghausen) aufgegeben werden. Die Stadt überlegt laut Stadtdirektor Klee, ob die Janoschschule dann zur städtischen Unterkunft wird.

Die Pläne für den Güterbahnhof sind aber nicht beerdigt. Sollten die Flüchtlingszahlen wieder steigen, könnten sie wieder aus der Schublade geholt werden, heißt es im Rathaus. Wie sich die Zahlen entwickeln, könne ohnehin niemand vorhersagen, so Stadtdirektor Klee. Der Blick in die Glaskugel zeige aber, dass der Güterbahnhof nicht benötigt werde. Ob zunächst nicht oder überhaupt nicht, das bleibe abzuwarten.