Stadt Herne will dritten Radarwagen in Betrieb nehmen

Zwei Radarwagen hat die Stadt Herne, nun soll ein dritter in Betrieb genommen werden.
Zwei Radarwagen hat die Stadt Herne, nun soll ein dritter in Betrieb genommen werden.
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Temposünder ist in Herne erstmals seit 2009 wieder rückläufig. Dennoch will die Stadt einen dritten Radarwagen in Betrieb nehmen.

Herne..  Erstmals seit 2009 hat die Stadt weniger Fahrzeuge als im Vorjahr geblitzt: 2014 erwischten die Radarwagen der Verwaltung 43 708 Tempo-Sünder, 2013 waren es noch 45 798. „Im Sinne der Verkehrssicherheit ist es als Erfolg zu werten, dass die Autofahrer sich verstärkt an die vorgegebene Geschwindigkeit halten“, kommentiert Karl-Wilhelm Schulte-Halm, Abteilungsleiter im städtischen Fachbereich Öffentliche Ordnung. Vielleicht aber wird 2015 wieder mehr geblitzt: Die Stadt will im April einen dritten Radarwagen in Betrieb nehmen, sagt Stadtsprecher Christoph Hüsken auf WAZ-Anfrage.

Ziel der Geschwindigkeitskontrollen sei „die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Reduzierung von Umweltbelastungen“, sagt Hüsken. So werde vorrangig an Gefahrenstellen – etwa an Schulen, Kindergärten und Altenheimen –, aber auch an Durchgangsstraßen sowie an der Recklinghauser Straße, einer Stelle mit erhöhter Umweltbelastung, geblitzt. Vereinzelt werde auch an Stellen kontrolliert, die durch Bürgerbeschwerden angeregt würden. Die WAZ druckt die Kontrollstellen für die kommende Woche samstags ab (siehe Seite 2).

Diskussion über Starenkästen

Dass auch die Stadtkasse profitiert, ist kein Geheimnis. Nahm die Verwaltung 2008 durch Geschwindigkeitskontrollen rund 400 000 Euro ein, so waren es 2013 schon knapp 900 000 Euro. 2014 sanken die Einnahmen auf 795 273 Euro.

Die Stadt will ihre Kontrollen ausbauen. Aktuell seien zwei Radarwagen im Einsatz, nun komme besagter dritte. Die Verwaltung prüfe, ob diese Anschaffung die geplante Aufstellung von stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen, sprich: den so genannten Starenkästen, überflüssig mache.

Dass die Stadt an kritischen Stellen die Geschwindigkeit kontrolliere, sei völlig in Ordnung, sagt Heinrich Hendricks, Vorsitzender der Verkehrswacht Wanne-Eickel, die für die gesamte Stadt zuständig ist. Der Rechtsanwalt, der auch viele Verkehrssünder vertritt, kritisiert aber einmal mehr, dass die Verwaltung auch an Durchgangsstraßen, etwa der Wakefield- oder Dorstener Straße in Wanne-Eickel, ihre Radarwagen positioniere. Es sei klar, dass diese dort allein deshalb dort stünden, um den Stadtsäckel zu füllen.

Gegen Starenkästen hat Hendricks übrigens nichts, disziplinierten sie doch die Verkehrsteilnehmer. Ein weiterer Radarwagen, betont der Jurist, sei aber nicht nötig. Besser wäre es, die vorhandenen beiden nur dort einzusetzen, wo sie hingehörten: an Gefahrenstellen. Dann reichten auch zwei Fahrzeuge, und es könnten die Personalkosten für den dritten Wagen eingespart werden, so der Chef der Verkehrswacht.