Stadt Herne will Astrid-Lindgren-Schule schließen

Spontane Demo gegen das Aus der Astrid-Lindgren-Schule mit Schülern, Lehrern, Eltern und Freunden.
Spontane Demo gegen das Aus der Astrid-Lindgren-Schule mit Schülern, Lehrern, Eltern und Freunden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne will die Astrid-Lindgren-Förderschule schließen, Eltern wollen das nicht hinnehmen. Auch die Paul-Klee-Schule steht auf der Kippe.

Herne..  Die Stadt will die Astrid-Lindgren-Schule in Wanne-Eickel auslaufen lassen. Schon im Sommer, so heißt es in einem Papier an die Politik, soll die Förderschule mit Schwerpunkt Lernen keine Schüler mehr aufnehmen. Auf der Kippe steht demnach auch die Paul-Klee-Schule, ebenfalls eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Sie könnte ab Sommer 2016 auslaufend geführt werden. Das Problem: Bei einem Aus für die beiden Einrichtungen gäbe es keine Förderschule mehr mit Schwerpunkt Lernen in dieser Stadt. Diesen aber will die Stadt unbedingt halten. Denkbar sei eine neue Verbundschule, sagt Klaus Hartmann, Leiter des städtischen Fachbereichs Schule, zur WAZ.

Zunächst zur Ausgangslage: Beide Förderschulen haben laut Bericht an die Politik in den Jahrgängen eins bis zehn zurzeit rund 120 Schüler, das Land aber fordert seit Jahren eine Mindestgröße von 144 Schülern. Ausnahmen, wie sie bislang gelten, will das Land abschaffen. „Wir müssen deshalb handeln“, betont Hartmann. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen hätten die beiden Förderschulen allein keine Zukunft. Selbst für eine Fusion der beiden Förderschulen reichten die Schülerzahlen künftig nicht aus, sagt Hartmann. Das sei die Auffassung der Bezirksregierung: „Uns sind die Hände gebunden.“

Was also tun? Mit einem Auslaufen der Astrid-Lindgren-Schule will die Verwaltung prüfen, wie der Förderschwerpunkt Lernen in Herne fortgeführt werden kann. So sei es möglich, ihn etwa an eine der vier anderen Förderschulen mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung, Sprache und Emotionale/Soziale Entwicklung anzudocken. Am kommenden Donnerstag steigt die Politik im Schulausschuss (16 Uhr, Realschule Crange, Semlerstr. 4) in die Diskussion ein. Thema dann: „Situation der Förderschulen“.

Die Eltern reagieren entsetzt, auch die Schulleitung ist nicht amüsiert. Beide wurden am Mittwochabend informiert. Schulleiterin Helga Domer kritisiert, dass ihre Schule in die Schließungspläne nicht einbezogen worden sei. Und: Ihre Schule habe besondere Angebote und ein großes Netzwerk für die Schüler aufgebaut, im Falle eines Auslaufens drohe dafür das Aus. Domer kann sich dagegen eine Fusion der beiden Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen mit zwei Standorten gut vorstellen.

Gegen weite Wege und Mobbing

Die Eltern wollen für den Erhalt von Schule und/oder Standort kämpfen, kündigt die Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Gördes an. Kinder würden an der Hedwigstraße bestens gefördert, diese Strukturen dürften nicht zerschlagen werden. Weitere Wege für die Kinder im Falle einer Schließung oder einen Wechsel an eine Regelschule lehnt sie ab. Was Letzteres angeht, sagt sie: „Dort würden sie gemobbt und untergehen.“