Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab

Auch die Stadt Herne hat Kredite in Franken aufgenommen
Auch die Stadt Herne hat Kredite in Franken aufgenommen
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Herne stößt weitere Schweizer Franken ab. Die Kredite der Stadt in der Fremdwährung sanken auf 42,6 Millionen Euro.

Herne..  Gut ein Jahr nach dem Kursbeben in der Schweiz hat die Stadt Herne ihre Kredite in Schweizer Franken reduziert. Wann das Rathaus die ungeliebte Fremdwährung endgültig los ist, steht noch in den Sternen. „Weitere Tilgungen hängen von der Entwicklung des Wechselkurses ab“, sagt Kämmerer Hans Werner Klee zur WAZ.

Die Freigabe des Euro-Wechselkurses hat die Verwaltung seinerzeit kalt erwischt. „Für uns ist das ein weiterer Tiefschlag“, sagte Klee 2015 zur WAZ. Herne hat wie viele andere Kommunen Kredite in Schweizer Franken aufgenommen und lange Zeit Zinseinsparungen erzielt. Nachdem die Eidgenossen den Wechselkurs zum Euro freigegeben hatten, rutschte er kräftig. Bei einem unterstellten Währungsverhältnis von einem Franken zu einem Euro, erklärte der städtische Finanzchef damals, würde das die Kreditverbindlichkeiten der Stadt um einen Schlag um zehn Millionen Euro erhöhen.

Verluste stehen nicht fest

Wie groß die Verluste durch den Franken letztendlich sein werden, steht noch nicht fest. Das hänge vom weiteren Umgang mit den Franken ab. Zunächst einmal habe die Verwaltung in Abstimmung mit der Politik in 2015 ihre Franken-Kredite von 58 auf 42,6 Millionen Franken reduziert. Dabei habe sie eine Kursschwäche genutzt. Das Kassenkreditvolumen habe zum Jahresende 727 Millionen Euro betragen, knapp fünf Prozent seien dabei Kredite in Franken. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent. Trotz der Buchverluste seien damit die in der Vergangenheit realisierten Zinsersparnisse „noch nicht aufgebraucht“.

Diese „Tilgungsstrategie“ soll im laufenden Jahr fortgesetzt werden: „Im März wird das nächste Schweizer-Franken-Darlehen in Höhe von zehn Millionen Euro fällig“, sagt Klee. Weitere Tilgungen hingen von der Entwicklung des Wechselkurses ab und seien „zurzeit noch nicht konkret geplant“.

Bochum stößt Gesamtpaket ab

Die Nachbarstadt Bochum hat dagegen kürzlich ihr komplettes Paket abgestoßen. „Ein Ende mit Schrecken“, kommentierte Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Trostpflaster des Deals sei ein Buchgewinn von 2,6 Millionen Euro – gegenüber der Bewertung des Pakets zum Ende des vergangenen Jahres.