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Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab

05.02.2016 | 08:00 Uhr
Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab
Auch die Stadt Herne hat Kredite in Franken aufgenommenFoto: Oliver Berg/dpa

Herne.   Herne stößt weitere Schweizer Franken ab. Die Kredite der Stadt in der Fremdwährung sanken auf 42,6 Millionen Euro.

Gut ein Jahr nach dem Kursbeben in der Schweiz hat die Stadt Herne ihre Kredite in Schweizer Franken reduziert. Wann das Rathaus die ungeliebte Fremdwährung endgültig los ist, steht noch in den Sternen. „Weitere Tilgungen hängen von der Entwicklung des Wechselkurses ab“, sagt Kämmerer Hans Werner Klee zur WAZ.

Die Freigabe des Euro-Wechselkurses hat die Verwaltung seinerzeit kalt erwischt. „Für uns ist das ein weiterer Tiefschlag“, sagte Klee 2015 zur WAZ. Herne hat wie viele andere Kommunen Kredite in Schweizer Franken aufgenommen und lange Zeit Zinseinsparungen erzielt. Nachdem die Eidgenossen den Wechselkurs zum Euro freigegeben hatten, rutschte er kräftig. Bei einem unterstellten Währungsverhältnis von einem Franken zu einem Euro, erklärte der städtische Finanzchef damals, würde das die Kreditverbindlichkeiten der Stadt um einen Schlag um zehn Millionen Euro erhöhen.

Verluste stehen nicht fest

Wie groß die Verluste durch den Franken letztendlich sein werden, steht noch nicht fest. Das hänge vom weiteren Umgang mit den Franken ab. Zunächst einmal habe die Verwaltung in Abstimmung mit der Politik in 2015 ihre Franken-Kredite von 58 auf 42,6 Millionen Franken reduziert. Dabei habe sie eine Kursschwäche genutzt. Das Kassenkreditvolumen habe zum Jahresende 727 Millionen Euro betragen, knapp fünf Prozent seien dabei Kredite in Franken. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent. Trotz der Buchverluste seien damit die in der Vergangenheit realisierten Zinsersparnisse „noch nicht aufgebraucht“.

Diese „Tilgungsstrategie“ soll im laufenden Jahr fortgesetzt werden: „Im März wird das nächste Schweizer-Franken-Darlehen in Höhe von zehn Millionen Euro fällig“, sagt Klee. Weitere Tilgungen hingen von der Entwicklung des Wechselkurses ab und seien „zurzeit noch nicht konkret geplant“.

Bochum stößt Gesamtpaket ab

Die Nachbarstadt Bochum hat dagegen kürzlich ihr komplettes Paket abgestoßen. „Ein Ende mit Schrecken“, kommentierte Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Trostpflaster des Deals sei ein Buchgewinn von 2,6 Millionen Euro – gegenüber der Bewertung des Pakets zum Ende des vergangenen Jahres.

Michael Muscheid

Kommentare
05.02.2016
15:49
Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab
von Borniger | #1

Die im Artikel angeblich von Klee stammenden Zahlen hat dieser wohl gewürfelt. Das Kreditvolumen betrug Ende vergangenen Jahres 727 Mio. Euro. Davon...
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4 Antworten
Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab
von schnellzug007 | #1-1

Ihre Rechnung ist nachvollziehbar, jedoch lautet das Schlüsselwort "Kursschwankungen". Vom 31.12.2015 bis zum heutigen Tage, ist der Wechselkurs stetig geschwankt. Bspw. 31.12.2015 1:1,0875, 25.01.2016 1:1,0988 oder 1:1,1147.
Allein diese minimalen Nachkommastellen machen ein "paar Euros" aus ...
Hinzu kommt das Volumen der Frankenkredite. Sind es 4,9 %, 5,0 % oder vllt 5,3%. All dies wäre unter dem Wörtchen "knapp" vorstellbar.
Nehmen wir einen Prozentsatz von 5,3 % und einen Wechselkurs von 1:1,1147 an, so kommen wir auf eine Summe in Höhe von 44.195.057 Franken (727 Mio. € - 5,3% - 1,1147). Dies wäre die andere Seite der Medaille, bei der ca. 44,20 Mio. Franken zu den von Klee aufgeführten 42,6 Mio. Franken stehen. Dies sollten Sie beim Tätigen Ihrer Aussage berücksichtigen.

An schnellzug007 | #1-1
von Borniger | #1-2

Sie wandeln offensichtlich auf den Spuren von Klee. Wenn Sie 727 Mio. x 5,3 % x 1,1147 bitte noch einmal berechnen wollen, kommen Sie auf 42.950.505,70 und nicht auf die von Ihnen genannten 44,20 Mio. Wobei allerdings die von Ihnen genannten 5,3 % nichts mit knapp 5 % zu tun haben. Knapp 5 % sind immer weniger als 5 %. Hier eine exaktere Berechnung mit „Ihrem“ Devisenkurs von 1,1147 und knapp 5 %, nämlich 4,9 %: 39.708.958,10. Die Differenz zu Klee’s Zahlen bleibt also erheblich. Dieses sollten Sie bei Ihrer Aussage berücksichtigen.
Ich habe übrigens nur diese eine Zahl von Klee nachgerechnet. Zu den Angaben des Verlustes dieser Frankenkredite habe ich sehr große Bedenken hinsichtlich der Richtigkeit: „Trotz der Buchverluste seien damit die in der Vergangenheit realisierten Zinsersparnisse noch nicht aufgebraucht“.

Stadt Herne stößt weitere Schweizer Franken ab
von schnellzug007 | #1-3

Pardon,
ich gebe Ihnen Recht, es hat sich um einen Tippfehler gehalten ;)
Ich habe versehentlich mit einem Wechselkurs in Höhe von 1:1,147 und nicht von 1:1,1147 gerechnet.
Ihre Definition von "knapp" sehe ich anders. 5,1% - 5,3% sind für mich auch knapp 5% oder sind dies für Sie knapp ÜBER 5%?

An schnellzug007 | #1-3
von Borniger | #1-4

Entschuldigung angekommen.
Ich verstehe einfach nicht, dass ein Buchhalter, und Klee ist einer davon, bei Zahlenangaben mit „knapp“ überhaupt arbeiten kann. Schließlich müssen in der Buchhaltung die Beträge bis auf den Cent genau verarbeitet werden.
Zu Ihrer Frage:
Zusammen mit einer Zahlenangabe bedeutet knapp „etwas weniger“. Knapp 5 sind also 4,9. Bei 5,3 spreche ich von „gut 5“. Okay? Vielleicht sagt der Duden dazu etwas mehr. Einfach mal nachschauen.

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2016-02-05 08:00
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