Stadt Herne stellt Pläne für Bochumer Straße vor

An der Einmündung zur Berninghausstraße soll die Ampel für Linksabbieger wegfallen, damit der Verkehr aus der Gegenrichtung flüssiger wird, schlägt die Stadt unter anderem vor.
An der Einmündung zur Berninghausstraße soll die Ampel für Linksabbieger wegfallen, damit der Verkehr aus der Gegenrichtung flüssiger wird, schlägt die Stadt unter anderem vor.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne stellt ihre Pläne für die Bochumer Straße vor. Im Kern will sie an der Einspurigkeit und an Angebotsstreifen für Radfahrer festhalten.

Herne..  Seit 2009 wird in der Politik über die endgültige Gestaltung der Bochumer Straße gerungen. Ende dieses Jahres könnte das schier unendliche Kapitel beendet sein: Dann soll die „neue“ Bochumer Straße stehen. In der kommenden Woche will die Stadt ihre Pläne für die Hauptverbindungsstrecke zwischen Herne-Mitte und Bochum vorstellen.

Zur Lage: Nach langen Diskussionen, dem Ausbau der alten Straßenbahnschienen und des Kopfsteinpflasters, dem Auftragen von Asphalt als Ersatz sowie dem Bau eines Kreisverkehrs an der Südstraße werden die Verkehrsteilnehmer provisorisch mit gelben Markierungen geleitet – nicht mehr durchgängig zweispurig in jede Richtung, sondern in weiten Teilen nur noch einspurig. Dafür gibt es in jede Richtung zusätzlich für Radfahrer einen so genannten Angebotsstreifen – also einen gestrichelten Radweg, der von Autos befahren werden darf.

Dabei soll es auch bleiben, so die Pläne der Stadt, die heute in einer Woche der Bezirksvertretung Herne-Mitte und am 20. August zur Entscheidung dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung vorgelegt werden. Dennoch soll dort, wo nötig, nachjustiert werden. So etwa an der Kreuzung Bochumer-/Berninghausstraße in Fahrtrichtung Herne-Mitte. Dort, so die Verwaltung, gebe es „Rückstau-Tendenzen“, Grund sei die verkürzte Grünphase, verursacht durch eine eigene Linksabbieger-Ampel für den Verkehr der Gegenrichtung. Hier soll die Ampel verändert werden.

Nicht zuletzt will die Stadt die Radverkehrsführung verbessern, insbesondere an den Kreuzungen; hier sollen Abbiegemöglichkeiten und Querungen teils durch so genannte Radaufstellstreifen besser kenntlich gemacht oder Ampeln versetzt werden.

Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Brüggemann kann mit dem Vorschlag gut leben: „Auf diese Straße gehört ein Radfahrstreifen.“ „Sehr zufrieden“ äußert sich auch Ulrich Syberg, Sprecher der SPD im Planungsausschuss. Eine Realisierung der Pläne würde die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöhen, sagt er zur WAZ.

Ablehnend äußert sich Rolf Ahrens, Mitglied der Grünen im Planungsausschuss. Er kritisiert, dass Radfahrer nur einen gestrichelten Angebotsstreifen erhalten und dass Autofahrer nicht nur darauf, sondern zum Teil auch auf überbreiten Spuren fahren sollen. Das sei eine „verkehrstechnisch völlig wahnsinnige Lösung“.

Die Maßnahmen kosten laut Stadt knapp 100 000 Euro und sollen – eine entsprechende Witterung vorausgesetzt – bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Möglicherweise ist damit das schier endlose Kapitel Bochumer Straße dennoch nicht beendet: Mittelfristig, so die Stadt, könnte an der Kreuzung Regenkamp ein Kreisverkehr entstehen.