Stadt Herne startet zweiten Anlauf für neues Quartier

Noch kein Volltreffer: der Bau eines neuen Wohnquartiers in Horsthausen. Auf dem ehemaligen Fußballplatz Jürgens Hof sind Altlasten gefunden worden. Das Verfahren musste daraufhin angehalten werden.
Noch kein Volltreffer: der Bau eines neuen Wohnquartiers in Horsthausen. Auf dem ehemaligen Fußballplatz Jürgens Hof sind Altlasten gefunden worden. Das Verfahren musste daraufhin angehalten werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Altlastenfund machte der Stadt 2014 bei der Entwicklung eines Stadtquartiers in Horsthausen einen Strich durch die Rechnung. Nun startet der zweite Anlauf.

Herne..  Auf ein Neues. Nach der Pleite in der ersten Runde zur Entwicklung eines Quartiers in Horsthausen – Stichwort: Altlastenfund – unternimmt die Stadt nun einen zweiten Anlauf.

Nicht mehr „aus einem Guss“ beziehungsweise durch einen einzigen Investor soll nun auf der insgesamt 30 500 Quadratmeter großen Fläche des ehemaligen Sportplatzes Jürgens Hof und der Grundschule Langforthstraße gebaut werden, sondern abschnittsweise. In den Fokus rückt zunächst die Entwicklung eines Wohngebiets mit mindestens 30 Wohneinheiten durch einen Bauträger. Es gebe bereits konkrete Gespräche, so die Stadt auf WAZ-Anfrage.

Die Ziele umreißt der Horsthauser SPD-Ratsherr Walter Hanstein so: „Wohnraum für junge Familien und Barrierefreiheit.“ Der Bedarf sei sehr groß im Ortsteil. Er sei deshalb froh, dass es nun endlich losgeht. Hanstein ist - wie auch die Stadt - „sehr zuversichtlich“, dass es auch mit dem gewünschten Lebensmitteldiscounter in dem Quartier klappt. Dritter Baustein des Konzepts soll die Ansiedlung eines Pflegeheims beziehungsweise alternativer Wohnformen für Senioren sein.

Der Verwaltung zollt Walter Hanstein großes Lob für das Vorantreiben dieses Projekts. Vor einem halben Jahr sah sich die Stadt harscher Kritik ausgesetzt – vor allem durch Grünen-Fraktions-Chefin Dorothea Schulte, die schon frühzeitig auf die Altlastengefahr hingewiesen und der Verwaltung Versäumnisse vorgeworfen hatte. Die Bedeutung der Maßnahme für die Stadtentwicklung stellte und stellt jedoch keine Partei in Abrede.

Geplant sind ein- bis dreigeschossige Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Das Quartier soll stark begrünt werden und einen „großzügig bemessenen Freiflächenanteil“ erhalten. Neben einem Fuß- und Radweg ist auch ein zentraler Platz als Spiel- und Erholungsfläche vorgesehen.

Die u.a. mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen belasteten Böden sollen weitestgehend vor Ort belassen und in einem sogenannten „Sicherungsbauwerk“ verarbeitet werden. Und: Die Bodenuntersuchungen legten einen Verzicht auf eine Unterkellerung der Wohngebäude nahe, so die Stadt. Die Entscheidung liege jedoch beim Investor.

Am Donnerstag, 19. Februar, will die Verwaltung im Planungsausschuss über den aktuellen Stand des Projekts berichten (16 Uhr; Rathaus Herne).

Vorwurf der Schlamperei

Im Jahr 2013 hatte die Verwaltung die Horsthauser Fläche zum Verkauf ausgeschrieben, um sie von einem Investor „aus einer Hand“ nach einem städtebaulichen Konzept entwickeln zu lassen. Im Oktober 2014 räumte die Stadt nach dem Fund von Altlasten das Scheitern dieses Konzepts ein.

Bereits im Februar 2014 hatten die Grünen die Entwicklung vorausgesehen. Sie warfen der Stadt Schlamperei vor, weil die ausgewiesene Altlastenverdachtsfläche vor der öffentlichen Ausschreibung nicht untersucht worden war - trotz interner Hinweise aus dem Fachbereich Umwelt.