Stadt Herne sieht sich bei Ausbau der U3-Betreuung auf Kurs

1240 U3-Plätze gibt es zurzeit in Herne - 992 in Kitas, 248 in der Kindertagespflege. Das berichtet die Stadt in einer aktuellen Bilanz für den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie.
1240 U3-Plätze gibt es zurzeit in Herne - 992 in Kitas, 248 in der Kindertagespflege. Das berichtet die Stadt in einer aktuellen Bilanz für den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie.
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Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne sieht sich beim Ausbau der U3-Betreuung auf Kurs. Das geht aus einer aktuellen Zwischenbilanz hervor.

Herne..  42 Prozent der unter dreijährigen Kinder (U 3) sollen im Jahr 2018 in Herne einen Betreuungsplatz in einer Kita oder in der Tagespflege haben, so das vor drei Jahren von der Verwaltung auf Basis einer Elternbefragung aufgestellte Ziel. In einer Zwischenbilanz für die Politik räumt die Stadt zwar ein, den Vorgaben zurzeit etwas hinterherzuhinken, hält jedoch grundsätzlich an ihrem Ziel fest.

1240 Plätze – 992 in der Kita, 248 Plätze in der Tagespflege – gab es im Januar 2015 in Herne, was einer U 3-Quote von 33,4 Prozent entspricht. Dass die Stadt die Betreuungsquote seit 2013 nicht „signifikant verbessert“ habe, sehe sie „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Jugenddezernentin Gudrun Thierhoff zur WAZ. Denn: Das liege daran, dass sich die Zahl der unter dreijährigen Kinder zuletzt entgegen der Prognose erhöht habe. Positiv ist aus Sicht der Stadt zudem hervorzuheben, dass in ganz Herne lediglich sechs U 3-Plätze durch Überlegungen realisiert wurden.

Setzt die Stadt alle zurzeit geplanten Einzelmaßnahmen um, so gäbe es 2018/19 insgesamt 1379 U 3-Plätze (38,3 Prozent). Um 42 Prozent zu erreichen, müssten aber 1512 U 3-Plätze zur Verfügung stehen. Ansetzen will Thierhoff u.a. bei der Kindertagespflege. Und: Die Stadt werde über zusätzliche Einrichtungen nachdenken.

Auch Ulrich Klonki, Vorsitzender des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie, sieht die Stadt auf einem guten Weg. „Als ich vor 20 Jahren Ausschussvorsitzender wurde, lag die Quote bei 1,92 Prozent“, sagt der SPD-Stadtverordnete. Seit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes zum 1. August 2008 hat sich die Zahl der U 3-Plätze verdreifacht.

Bei einer differenzierten Betrachtung der Zahlen bzw. der Altersgruppen in den Kitas komme Herne bis 2018 auch ohne weitere Maßnahmen auf die angestrebten 42 Prozent, erklärt Klonki. Und: Das Landesjugendamt behindere Herne und andere Städte mit Vorgaben zum Anteil der U 3-Plätze in den einzelnen Einrichtungen. Diese Vorgaben müssten geändert werden, so Klonki. Das habe er auch dem SPD-Landtagsabgeordneten Alexander Vogt signalisiert.

Neben der Erweiterung des Angebots in den bestehenden Einrichtungen werden im Sommer zwei neue Kitas eröffnet, die auch U 3-Plätze vorhalten: an der Gelsenkircher Straße (Awo) sowie im Gebäude des ehemaligen Eickeler Solbads (Makita). In letzterer Einrichtung sollen auch zwei Großtagespflegestellen angeboten werden.

Gemeindehaus wird Kita

In vier Kitas sollen neue U3-Plätze geschaffen werden (städtische Kitas Lackmannstraße und Lerchenweg, kath. Kita Bismarckstraße und ev. Kita Gelsenkirchener Straße.) Das Gemeindehaus Wiescherstraße soll zur Kita umgebaut werden und die evangelische Kita Kronenstraße ersetzen. Die Zahl der U3-Plätze soll erhöht werden.