Stadt Herne sichert Linie 312 im Konzept zum Nahverkehrsplan

Am Bestand der Linie 312 in Herne-Süd soll sich nichts ändern, so heißt es im neuen Entwurf zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Damit folgt die Stadt der Forderung aus der Bürgerschaft.
Am Bestand der Linie 312 in Herne-Süd soll sich nichts ändern, so heißt es im neuen Entwurf zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Damit folgt die Stadt der Forderung aus der Bürgerschaft.
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Was wir bereits wissen
Die Stadt hat einen neuen Nahverkehrsplanentwurf für Herne-Süd und Sodingen vorgelegt. Wichtigste Botschaft: An der Linie 312 soll sich nichts ändern.

Herne..  Auf ein Neues: Nach der heftigen Kritik am ersten Entwurf zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans für Herne-Süd und Sodingen und dem Anhalten des Verfahrens hat die Stadt einen überarbeiteten Entwurf vorgelegt. Die zentrale Forderung aus Bürgerschaft und Politik ist erfüllt worden: An der Linie 312 in Herne-Süd wird nicht gekratzt.

Oder um es mit den Worten der Verwaltung zu sagen: „Die Linie bleibt hinsichtlich Linienführung und Angebot gegenüber dem Bestand unverändert. Die Führung über die nördliche Flottmannstraße und weiter im Zweirichtungsverkehr über Jahnstraße-Bergstraße bis zur Haltestelle ,Am Schultenhof’ und weiter nach Bochum-Hiltrop wird nicht umgesetzt.“

Alle Maßnahmen des neuen Entwurfs würden zu einem Anstieg der Kilometerzahl der HCR-Linien um 86 900 auf 1 641 500 Kilometer pro Jahr führen, so die Berechnung der Stadt. Das entspräche Mehraufwendungen von 210 000 Euro. Aber: Bei Umsetzung des ursprünglichen Konzepts wären zusätzliche Kosten von 250 000 Euro enstanden, weil die Kilometerzahl noch höher gelegen hätte. Die Stadt weist darauf hin, dass der aktuelle Entwurf die Einrichtung von zwei weiteren zusätzlichen Haltestallen erfordere.

Mit „großer Erleichterung“ haben Markus Ruwe und Peter Windhäuser von der Bürgerinitiative Süd das neue Konzept zur Kenntnis genommen. Wie berichtet, hatten die beiden Bürger den Protest gegen den ersten Entwurf organisiert und damit für ein Umdenken bei Stadt und Politik gesorgt.

Dem Wunsch der Bürger im Quartier Süd nach Erhalt der Linie 312 sei entsprochen worden, erklärt Ruwe. Auch die Taktfrequenz und die Fahrzeiten seien nicht berührt worden. Der Bus werde also weiterhin nach 22 Uhr fahren. Verschlechterungen befürchtet die Initiative allerdings für den Hölkeskampring, auf dem es durch eine geänderte Linienführung und eine neue Verkehrsinsel zu Problemen kommen könnte - auch für Rettungstransporte des Marienhospitals. Die BI will die Entwicklung weiter beobachten.

„Wir sind im Grundsatz zufrieden“, sagte SPD-Fraktions-Chef Frank Dudda zum neuen Entwurf der Stadt. Die Proteste aus Herne-Süd seien von der Verwaltung vollständig abgebildet worden. Die Bürger hätten „ganz genau hingeschaut“, lobt Dudda.

Vorgestellt wird der neue Entwurf am 21. Mai m Planungsausschuss im Rathaus Herne (16 Uhr). Der endgültige Beschluss über die Fortschreibung fällt am 1. Dezember im Rat.

Grüne sehen Diskussionsbedarf

Nicht nur auf Zustimmung stieß der neue Entwurf der Stadt bei der Ratsfraktion der Grünen. Der Grüne Nahverkehrsexperte Rolf Ahrens sieht für die Linie 312 nach wie vor Handlungs- und vor allem Diskussionsbedarf.

Man wisse nicht, ob die jetzige Lösung trotz aller Probleme die beste sei oder ob die Verantwortlichen nur davor zurückschreckten, bei Vorschlägen für neue Veränderungen „eine neuen Welle des Unwillens“ auszulösen, so Ahrens. „In jedem Fall weicht man den Diskussionen um einen besseren Nahverkehr in Herne-Süd aus.“

Dem Erhalt des Status quo in Herne-Süd falle auch die Neuorganisation der leistungsschwachen HCR-Linie 367 zum Opfer. Die Grünen hielten es nach wie vor für notwendig, dass die 367 und die kurz hinter der Stadtgrenze zu Bochum beginnende Bogestra-Linie 366 zusammengelegt würden. Die Kooperation zwischen zwei Nahverkehrsunternerhmen sei offenbar nach wie vor ein großes Problem: „Der Kirchturm lässt grüßen“, so Ahrens.

Sehr positiv sei dagegen die geänderte Routenführung der Linie 327. Die Haltestelle Kreuzkirche ermögliche – anders als beim ersten Konzept – die direkte Anbindung an die Innenstadt.

Stellungnahme der Bürgerinitiative Süd

Für die Bürgerinitiative Süd nahm Sprecher Markus Ruwe zum neuen Entwurf der Stadt zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans wie folgt Stellung:

„Mit großer Erleichterung hat die Bürgerinitiative Süd die Ergebnisse des neu vorgelegten Konzeptes zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis zeigt, dass dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger des Quartiers Süd entsprochen wurde und die Linienführung der Buslinie 312 in ihrer ursprünglichen Form für die Zukunft erhalten bleiben wird. Insbesondere wurde auch die Taktfrequenz und die Fahrzeiten nicht berührt. Der Bus wird also weiterhin auch nach 22:00 Uhr den Heiner Süden anfahren.

Unser besonderer Dank gilt zu aller erst den Bürgerinnen und Bürgern des Quartiers Süd, die sich vehement und nachhaltig für die Erhaltung der Buslinie eingesetzt haben.

Konstruktive und dauerhafte Dialoge mit den Kommunalpolitikern aller Parteien (insbesondere denen der großen Koalition) haben zu diesem für uns wünschenswerten Ergebnis geführt. Unser Dank gilt damit auch den Kommunalpolitikern vor Ort und insbesondere auch den beteiligten Personen der HCR, die die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt haben. Wir hoffen für die Zukunft weiterhin einen konstruktiven Dialog zum Wohle des Quartiers Süd mit den vor Ort ansässigen Parteien aufrecht zu erhalten.

Dennoch sehen wir der Umbausituation und der Neugestaltung der Buslinienführung am Hölkeskampring mit Spannung, aber auch mit Skepsis entgegen. Durch die neu gestaltete Linienführung und die Einführung einer Verkehrsinsel ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen, das auch die Rettungstransporte in das benachbarte Marienhospital unnötig verlängern wird.

Auch wird durch den Ausbau der A43 ein großer Teil des städtischen Verkehrsflusses umgeleitet und die Verkehrssituation weiter beeinträchtigen. Wir wünschen uns zum Wohle aller Bürger, dass , sollte es zu einer Verschlechterung der Verkehrssituation am Hölkeskampring kommen, die Verantwortlichen Einsicht walten lassen und gegebenenfalls eine Umstrukturierung der Situation herbeiführen.

Die Bürgerinitiative wird diese Entwicklung beobachten.“

Alle Korrekturen der Stadt

Änderungen im aktuellen Konzept der Fortschreibung des Nahverkehrsplans gegenüber der Fassung von Januar 2014 (Stand: 4. März 2015):

Linie 312: Die Linie bleibt hinsichtlich Linienführung und Angebot gegenüber dem Bestand unverändert. Die Führung über die nördliche Flottmannstraße und weiter im Zweirichtungsverkehr über Jahnstraße – Bergstraße bis zur Haltestelle „Am Schultenhof“ und weiter nach Bochum-Hiltrop wird nicht umgesetzt.

Linie 323 / 333: Aufgrund der Neukonzeption des Angebots im Bereich Herne-Süd erfolgt ggf. keine Verknüpfung des verbleibenden westlichen Astes der Linie 323 (Bickern– Wanne – Herne Bahnhof) mit dem verbleibenden südlichen Ast der derzeitigen Linie 333 (Herne Bahnhof – Constantin – Bochum-Hiltrop) zur neuen Linie 333. Es ergeben sich dann zwei neue Linien: Linie 323: Bickern – Wanne – Herne Bahnhof Linie 333: Herne Bahnhof – Constantin – Bochum-Hiltrop Es ist beabsichtigt, die Linie 323 grundsätzlich betrieblich von Herne Bahnhof in Richtung Archäologiemuseum / Kreuzkirche durchzubinden. Die endgültige Regelung erfolgt im Zuge der betrieblichen Feinplanung vor der Maßnahmenumsetzung.

Linie 327: Die Linienführung wird dahingehend geändert, dass sie ab Hölkeskampring über Altenhöfener Straße – Sodinger Straße zur Hermann-Löns-Straße erfolgt und somit die Haltestelle „Archäologiemuseum / Kreuzkirche“ mitbedient werden kann. Die Wende der abends und am Wochenende im Bereich Regenkamp endenden Fahrten erfolgt über die Shamrockstraße anstelle der Overwegstraße.

Linie 334: Die Linie endet von Bochum-Gerthe über Sodingen – Ilseder Straße kommend künftig am Herner Bahnhof. Die Fortführung in Richtung Herne-Süd über Altenhöfener Straße – südliche Flottmannstraße und weiter alternativ in Richtung Bochum-Zillertal bzw. Vödestraße – Am Schultenhof entfällt. Die Linie soll auch künftig ab Herne Bahnhof betrieblich in Richtung Archäologiemuseum/Kreuzkirche durchgebunden werden. Die endgültige Regelung erfolgt im Zuge der betrieblichen Feinplanung vor der Maßnahmenumsetzung.

Linie 367 a (neu): Die Linie übernimmt die bei der Linie 334 entfallende Bedienung zwischen Herne Bahnhof und Bochum-Hiltrop über Herne-Süd. Darüber hinaus wird sie über den bisher bei der Linie 327 geplanten neuen Abschnitt Wiescherstraße– Hölkeskampring geführt und bleibt südlich des Marienhospitals gegenüber der derzeitigen Linie 367 unverändert. Auch das Angebot bleibt gegenüber der derzeitigen Linie 367 zunächst unverändert. Als Option ist eine Ausdehnung der Bedienungszeiten abends und am Wochenende vorgesehen, um auch bei dieser Linie zumindest die Qualitätsstufe 1a gemäß Rahmenkonzept zu erreichen.

Linie 367 b (neu): Die im Konzept 2014 entfallene Bedienung des Bereichs Feldkamp erfolgt mit dieser neuen Linie, die ab der Haltestelle „Feldkampstraße“ über Südstraße –Bochumer Straße – Hölkeskampring – Wiescherstraße – Kreuzkirche zum Bahnhof Herne geführt wird. Als Angebot ist ein Stundentakt entsprechend der Qualitätsstufe 1a des Rahmenkonzepts vorgesehen. Die Linie verdichtet den Abschnitt Hölkeskampring, Höhe Marienhospital – Wiescherstraße – Hermann-Löns-Straße – Bahnhof zusammen mit der Linie 367 a zum Halbstundentakt. Auf der Südstraße zwischen Riemker Straße und Bochumer Straße sowie auf der Bochumer Straße in Höhe der U-Bahn-Haltestelle „Berninghausstraße“ ist die Einrichtung neuer Haltestellen erforderlich.