Stadt Herne schützt Grünfläche am Ententeich

Das Naherholungsgebiet am Ententeich in Herne-Süd soll dauerhaft als Grünfläche geschützt werden. Eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes will die Stadt nun herbeiführen.
Das Naherholungsgebiet am Ententeich in Herne-Süd soll dauerhaft als Grünfläche geschützt werden. Eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes will die Stadt nun herbeiführen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt macht ihre Ankündigung wahr: Der Planungsausschuss soll die Umwidmung einer kirchlichen Fläche am Ententeich zur Grünfläche beschließen.

Herne..  Die Stadt macht Nägel mit Köpfen: Die Verwaltung schiebt wie angekündigt der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde für die Bebauung einer Grünfläche am Ententeich in Herne-Süd einen Riegel vor. Bereits in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 14. April, befasst sich die Politik mit der von der Stadt angestrebten Änderung des Bebauungsplans Flottmannstraße/Eichenweg/Bergstraße/Erlenweg.

Die Änderung des seit 1967 gültigen Bebauungsplans sieht vor, dass das kirchliche Grundstück künftig als „Grünfläche“ festgesetzt und gesichert werden soll. Wie berichtet, ist die Stadt hier tätig geworden, weil die Herz-Jesu-Gemeinde im März eine Bauvoranfrage für eine Teilfläche des beliebten Naherholungsgebiets am Ententeich in Herne-Süd gestellt hatte. Ein „Betreuungshaus“ soll dort errichtet werden.

Die Gemeinde hatte gegenüber der WAZ erklärt, eigentlich gar nicht zu bauen zu wollen. Ziel sei der Verkauf des nicht mehr benötigten Grundstücks an die Stadt. Man habe mit der Bauvoranfrage nur Bewegung in die Verwaltung bringen wollen, so hieß es. Gegenüber Bürgern und dem SPD-Bezirksverordneten Willi Hesse hatte die Gemeinde jedoch zunächst lange bestritten, überhaupt einen Bauantrag gestellt zu haben.

„Die gesamte Grün- und Freifläche erfüllt heute eine wichtige städtebauliche Funktion in diesem attraktiven Wohnquartier des Herner Südens“, heißt es in der Vorlage der Stadt für den Planungsausschuss. Zur langfristigen Aufrechterhaltung der Quartiersqualität sei ein vollständiger Erhalt der Grünanlage „ein wesentlicher Aspekt“.

Für ein Jahr zurückgestellt

Aus Sicht der Stadt kann mit der Einleitung der Änderung des Bebauungsplans die Bauvoranfrage für zunächst ein Jahr zurückgestellt werden. Gegebenenfalls müsste noch eine Satzung über eine Veränderungssperre aufgestellt werden, so die Verwaltung.

Auch wenn die Stadt das Grundstück letztlich nicht kaufen sollte, so wird sie wohl trotzdem zur Kasse gebeten: Bei einer Änderung des Bebauungsplans muss die Gemeinde entschädigt werden, sprich: die Stadt muss die Differenz zwischen den Grundstückspreisen für Bauland und Grünfläche zahlen.