Stadt Herne lässt Problemhaus Shamrockstraße räumen

Von außen ist dem Haus Shamrockstraße 121 die Verwahrlosung nicht auf Anhieb anzusehen. Doch im Gebäude gefährdeten Fäkalien und weitere Verschmutzungen die Gesundheit der Menschen, berichtet die Stadt.
Von außen ist dem Haus Shamrockstraße 121 die Verwahrlosung nicht auf Anhieb anzusehen. Doch im Gebäude gefährdeten Fäkalien und weitere Verschmutzungen die Gesundheit der Menschen, berichtet die Stadt.
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Was wir bereits wissen
Die Stadt hat das Haus Shamrockstraße 121 wegen Gesundheitsgefahren für unbewohnbar erklärt. Die Bewohner müssen das Haus bis zum 21. Juli räumen.

Herne.. Die Stadt hat das Problemhaus Shamrockstraße 121 in Herne-Mitte wegen Gesundheitsgefahren für unbewohnbar erklärt. Bis kommenden Dienstag, 21. Juli, müssen die überwiegend aus Rumänien stammenden Bewohner das Gebäude verlassen haben.

„Der Kommunale Ordnungsdienst hat bei einer Routinekontrolle festgestellt, dass der Zustand des Gebäudes sich exorbitant verschlechtert hat“, berichtet Stadtsprecher Horst Martens auf Anfrage der WAZ. Bei einem anschließenden Einsatz der städtischen Task Force habe die Stadt entschieden, dass das Gebäude vollständig geräumt werden müsse.

Fäkalien, Müll und sonstige Verschmutzungen gefährdeten die Gesundheit der Menschen. Ferner sei die Trinkwasserversorgung nicht gewährleistet. Deshalb habe die Stadt unter Verweis auf das neue Wohnungsaufsichtsgesetz die Unbewohnbarkeit erklärt.

Problemhaus Shamrockstraße: 37 Menschen gemeldet

Zum Zeitpunkt des Einsatzes der Task Force seien 37 Menschen in dem Haus gemeldet gewesen, darunter 16 Minderjährige. 34 Bewohner stammten aus Rumänen, drei aus Polen. „Die Bewohner sind mit Unterstützung eines Dolmetschers informiert worden“, so Horst Martens. Der Verwalter habe die Räumung akzeptiert und bisher keine rechtlichen Schritte dagegen eingeleitet. „Diese hätten aber auch keine aufschiebende Wirkung“, so der Stadtsprecher.

Was wird aus den im Haus lebenden Menschen? Der Verwalter sei lediglich dazu angehalten, die Bewohner auf der Suche nach einer neuen Unterkunft zu unterstützen. Eine Verpflichtung bestehe nicht. Einige Bewohner wollten von sich aus ausziehen, den übrigen sei nahe gelegt worden, sich mit dem Integrationsbüro der Stadt in Verbindung zu sehen, erklärt Martens.

Verständigung wegen Sprachbarrieren schwierig

Am Montagnachmittag waren vor allem Frauen und Kinder in bzw. am Gebäude anzutreffen. Eine Verständigung war aufgrund sprachlicher Barrieren nicht möglich. Vor Ort waren auch Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, die einige auf dem Hof abgestelltem Fahrzeuge überprüften.

Wenn der Vermieter die Missstände, die zur Unbewohnbarkeit geführt hätten, beseitige, könnten die Wohnungen neu vermietet werden. Die dafür zu treffenden Maßnahmen würden dem Verwalter des Hauses in einer anstehenden Begehung mitgeteilt.

In Herne seien bisher vier Häuser für unbewohnbar erklärt worden, so die Stadt – eines im Bezirk Sodingen (Horsthauser Straße; wir berichteten), eines in Wanne und zwei in Herne-Mitte. Die Adressen nennt die Stadt nicht.

Bereits im Februar „unbewohnbar“

Im Februar erklärte die Stadt das Haus Shamrockstraße 121 – einst Sitz der Lokalität „Sonne“ – schon einmal für unbewohnbar. Wie berichtet, war dem Haus damals aufgrund offener Rechnungen Gas, Wasser und Strom abgesperrt worden.

Geräumt wurde das Haus damals aber nicht, da der Vermieter die Rechnungen innerhalb einer von der Stadt gesetzten Frist beglichen hatte.