Stadt Herne befreit Musikschule nach 19 Monaten von Bauzaun

Die im Eingangsbereich von Bauzaun und Sicherung befreite Musikschule. Vor dem Abbau wurden auf dem Dach Fangschutzzäune aufgestellt.
Die im Eingangsbereich von Bauzaun und Sicherung befreite Musikschule. Vor dem Abbau wurden auf dem Dach Fangschutzzäune aufgestellt.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Aufgrund eines Rechtsstreits mit einem Dachdecker sicherte die Stadt 19 Monate den Eingang der Musikschule. Jetzt konnte der Bauzaun entfernt werden.

Herne..  Ende 2013 ist das Dach der städtischen Musikschule an der Overwegstraße neu gedeckt worden. Weil die Stadt anschließend erhebliche Mängel feststellte, ließ das städtische Gebäudemanagement Mitte 2014 am Seiteneingang einen Bauzaun und eine Sicherung gegen herabfallende Dachziegel errichten. Und: Weil ein Rechtsstreit mit dem verantwortlichen Herner Dachdecker drohte, wurden die Schäden nicht behoben.

Der Rechtsstreit ist zwar längst nicht beigelegt, doch zur Freude der Musikschule konnte das Gebäude jetzt nach mehr als eineinhalb Jahren von der Sicherung am Seiteneingang befreit werden.

Im Betriebsausschuss des Gebäudemanagements (GMH) verkündete GMH-Chef Thomas Bruns jüngst die frohe Botschaft. Fangschutzzäune auf dem Dach hätten die Entfernung von Bauzaun und Gerüst am Eingang möglich gemacht. „Eine deutliche optische Verbesserung“, so Bruns. Und warum war diese Verbesserung nicht schon früher möglich? Zunächst habe ein Sachverständiger einen Schadensbericht erstellen müssen, so Stadtsprecher Horst Martens zur WAZ. Erst nach Fertigstellung hätten die Fangschutzzäune fürs Dach bestellt werden können.

Der Rechtsstreit mit dem Dachdecker schwelt nach wie vor. Die Stadt habe die Angelegenheit an eine Kanzlei übergeben,die in dieser Woche Klage erhoben habe, so Martens. Um welche Summe es geht, wollte die Stadt mit Verweis aufs laufende Verfahren nicht verraten.

Christian Ribbe, Leiter der Musikschule, ist über die „Befreiung“ seines Hauses glücklich, schränkt aber (scherzhaft) ein: „Eigentlich wollten wir zum Zweijährigen bei Grillwurst und Getränken eine Bauzaunparty feiern.“ Bauzaun und Gerüst seien für alle ein großes Ärgernis gewesen, sagt er. Hinterm Zaun habe immer wieder Müll und Unrat gelegen.

Hatte Ribbe im Mai 2015 noch (verhaltene) Kritik am Gebäudemanagement aufgrund der misslichen Situation geübt, so besteht aktuell aus seiner Sicht dazu kein Anlass. Im Gegenteil: „Ich kann zurzeit nur lobende Hymnen anstimmen“, sagt Christian Ribbe. Das GMH gebe sich viel Mühe, die Mitarbeiter seien kooperativ und kollegial.