Stadion von Westfalia Herne soll umgebaut werden

Der Rasensprenger dürfte bald ausgedient haben: Die Sportstätte von Westfalia Herne soll umgebaut werden, das Stadion einen Kunstrasenplatz bekommen
Der Rasensprenger dürfte bald ausgedient haben: Die Sportstätte von Westfalia Herne soll umgebaut werden, das Stadion einen Kunstrasenplatz bekommen
Foto: Ralph Bodemer
  • Westfalia Herne soll durch Baumaßnahmen für 2 Millionen Euro eine moderne Sportanlage bekommen
  • Geplant sind zwei neue Nebenplätze und Kunstrasen im Stadion
  • Verein braucht Ausweichort für einige Heimspiele.

Herne..  Die Stadt präsentiert der Politik am Donnerstag ihre Pläne für die neue „Sportanlage Schloß Strünkede“. Geben die Parteien grünes Licht, dann wird die Heimstätte von Westfalia Herne bis zum Sommer 2017 für knapp 2 Millionen Euro umgebaut. Kern der Maßnahmen: Im Stadion wird Kunstrasen verlegt, außerdem entstehen zwei neue Kleinspielfelder. „Das wird ein Leuchtturmprojekt für Herne“, sagt Sportdezernent Johannes Chudziak zur WAZ. Westfalia-Chef Sascha Loch ist ebenfalls angetan: „Da entsteht ein Schmuckkästchen.“

Grund für die Baumaßnahme am Westfalia-Stadion ist eine andere an der Forellstraße/Ecke Kaiserstraße: Wie berichtet, entsteht dort auf dem Sportplatz der Westfalia-Jugend, einige hundert Meter weiter westlich gelegen, in den kommenden Jahren die neue Mitte von Baukau mit Supermarkt und Wohnungen. Deshalb wurde ein neuer Platz für die Westfalia-Jugend gesucht, der – wie schon heute – auch vom Hockey-Club genutzt werden kann. Die Stadt hat sich nun dafür entschieden, die Westfalia-Heimstätte zu erweitern und zu modernisieren.

Nach den Plänen der Stadt erhalten Westfalia-Nachwuchs und Hockey-Club ein 60 x 40 Meter großes Kleinspielfeld mit Kunststoffrasen und Beleuchtungsanlage auf der Fläche des heutigen Minigolffeldes sowie des Sportlerparkplatzes am Westring.

Jugend zieht ans Stadion

Dort, sagt Westfalia-Vorsitzender Loch, könnten künftig bis zur D-Jugend alle Nachwuchsabteilungen kicken. Eine weitere, etwa 30 x 35 Meter große Kunststoffrasenfläche soll nördlich des Stadion gebaut werden – fürs Aufwärmen, aber auch für die Mini-Kicker.

Im Stadion selbst soll ein 100 x 68 Meter großes Spielfeld aus Kunstrasen mit einer umfangreichen Trainingsbeleuchtungsanlage entstehen. Nicht nur die erste Mannschaft, etwa auch die Jugendteams ab der C-Jugend sollen dort spielen, so Loch.

Insgesamt, sagt der Vereins-Vorsitzende zur WAZ, seien die Pläne, die die Stadt unter Einbeziehung des Vereins erarbeitet habe, optimal. Alle Abteilungen könnten auf diese Weise auf einer Anlage trainieren. Dadurch rückten nicht nur die Sportler zusammen, es sei auch weniger Personal nötig: „Wir brauchen dann etwa nur noch ein Vereinsheim und einen Platzwart.“

Bund zahlt Großteil

Nach Angaben von Sportdezernent Chudziak wird der Löwenanteil der knapp 2 Millionen Euro vom Bund übernommen, weil die Maßnahme der Stadtentwicklung gelte. Sagen Bezirksvertretung Herne-Mitte und Sportausschuss am Donnerstag Ja zu den Plänen, sollen die Baumaßnahmen im November beginnen und im Juli kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Klar scheint dabei schon jetzt: Der Westfalenligist wird gegen Ende der Saison Heimspiele nicht im eigenen Stadion austragen können – dann nämlich, wenn der Boden aufbereitet und der Kunstrasen eingebaut wird. Von wie vielen Heimspielen man spricht, ist noch unklar, ebenso, ob überhaupt eine Ausweichfläche in dieser Stadt gefunden werden kann.

Auf die geplante Leichtathletik-Anlage im Stadion mit 100-Meter-Bahn sowie Flächen für Hoch-, Weitsprung und Kugelstoßen will die Stadt auf Wunsch von Westfalia Herne verzichten. Dafür gebe es keinen Bedarf, meint der Vereinsvorsitzende Sascha Loch: Von der Leichtathletik-Abteilung habe sich Westfalia getrennt, und Bundesjugendspiele spielten heutzutage nur noch eine kleine Rolle.


Unter anderem ebenfalls geplant in der neuen Sportanlage ist ein Parkplatz im Bereich der Brachfläche an der Forellstraße mit 48 Stellplätzen. Diese, betont Westfalia-Chef Loch, reichten aber nicht aus. Er hofft, dass die Stadt Platz für weitere Stellplätze findet, etwa auf dem ehemaligen Kirmesplatz auf der anderen Seite des Westrings.


Nicht zuletzt möchte Westfalia den Wegfall der Umkleide- und Duschmöglichkeiten an der Forellstraße/Ecke Kaiserstraße durch Aufstockung eines Umkleidegebäudes auf der Sportanlage Strünkede kompensieren. Kostenpunkt: rund 200 000 Euro.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE