Staatsanwalt will empfindliche Haftstrafe für Herner

Vor dem Bochumer Amtsgericht muss sich ein mutmaßlicher Kinderquäler aus Herne verantworten.
Vor dem Bochumer Amtsgericht muss sich ein mutmaßlicher Kinderquäler aus Herne verantworten.
Foto: Monika Kirsch
Der Staatsanwalt will einen Herner für drei Jahre und zehn Monate hinter Gittern sehen: Er soll seine Ex-Freundin und ihren Sohn misshandelt haben.

Herne.. Drei Jahre und zehn Monate Haft: Im Prozess um das Gewalt-Martyrium von Jamie (3) aus Herne (die WAZ berichtete) hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine empfindliche Bestrafung für den mutmaßlichen Peiniger (34) gefordert. Das Urteil will das Bochumer Amtsgericht am 11. Februar verkünden.

„Es tut mir leid. Ich dachte, ich tue beiden nur Gutes.“ Mit diesen letzten Worten entließ der Angeklagte die Richter in die Urteilsberatung. Der 34-Jährige beruft sich auf einen „Blackout“ durch exzessiven Dauerkonsum der gefährlichen Modedroge Chrystal Meth. Worte echter Reue oder Einsicht sind ihm nicht über die Lippen gekommen. Der Angeklagte war im Sommer 2014 in die Horsthauser Wohnung von Jamie und seiner Mutter eingezogen. Laut Staatsanwaltschaft wurden Mutter und Kind von dem Herner innerhalb von 20 Tagen im Juli 2014 unterdrückt, immer wieder misshandelt, der kleine Junge grausam gequält.

Eiskalte Dusche, Schläge, Würgeattacken

Nicht nur einmal soll der herzzerreißend schreiende Dreijährige von ihm zur Strafe eiskalt abgeduscht worden sein. Neben Würgeattacken und Faustschlägen soll der 34-Jährige dem Kind mit Zigaretten Brandwunden verpasst haben, ihm sogar extra Shampoo in die Augen gespritzt haben. Am Mittwoch wurde außerdem bekannt, dass der Angeklagte schon früher völlig ausgerastet sein soll. Unter anderen habe er seine Eltern mit einer Pistole bedroht.

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, dann soll der Angeklagte einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung verbringen.