Sportunterricht: Neuer Erlass sorgt für Unruhe

Ein Erlass des NRW-Schulministeriums, der zum 1. Dezember in Kraft getreten ist, hat insbesondere an den Herner Grundschulen für Verunsicherung gesorgt: Die neue „Sicherheitsförderung im Schulsport“ legt fest, dass nur noch entsprechende Fachlehrer, Lehrer mit einer Qualifikation durch die Bezirksregierung und langjährige Lehrer mit einer privaten Trainer-Lizenz und Zustimmung des Schulleiters Sport unterrichten dürfen. Während dies an größeren Schulen meistens zu keinen Probleme führt, kommen kleinere, insbesondere Grundschulen, schnell an ihre Grenzen - es gibt dort nicht genügend Lehrer, die die Anforderungen erfüllen oder sie sind durch Unterricht in anderen Fächern gebunden. „Wir könnten, wie viele andere Kommunen auch, den Sportunterricht an den Grundschulen zurzeit nicht abdecken, wenn wir den Erlass eins zu eins umsetzen müssten“, sagt Andrea Christoph. Die neue Herner Schulamtsdirektoring geht davon aus, dass es in Kürze eine Klarstellung seitens des Ministeriums geben werde; auch der Verband Bildung und Erziehung habe bereits auf die Probleme hingewiesen. Zurzeit sei sie dabei, sich einen Überblick über die Situation an den Herner Grundschulen zu verschaffen. „Wir müssen sehen, wie wir den Anforderungen gerecht werden können.“ Das erfordere jedoch Zeit. Sportunterricht soll so lange jedenfalls nicht ausfallen und so verantwortungsbewusst wie bisher weiterhin erteilt werden. „Die Eltern brauchen sich keine Sorgen zu machen“, betont Andrea Christoph.

Auch Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, erklärt, der Erlass müsse nicht von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden. „Aber es ist eine Aufgabe, die angegangen werden muss,“ so Söbbeler.