Spielezentrum darf Archäologiemuseum für Turniere nutzen

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne und das Spielezentrum gehen eine Kooperation ein: Michael Lagers, Annette Frenzke-Kulbach, Thomas Moder und Josef Mühlenbrock.
Das LWL-Museum für Archäologie in Herne und das Spielezentrum gehen eine Kooperation ein: Michael Lagers, Annette Frenzke-Kulbach, Thomas Moder und Josef Mühlenbrock.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Das Spielezentrum und das LWL-Museum haben eine Kooperation beschlossen, die nicht nur dem eingeschränkt arbeitenden Spielezentrum nützen soll.

Herne..  Das Städtische Spielezentrum und das LWL-Museum für Archäologie haben eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Die beiden Einrichtungen wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten, sprich: Das Spielezentrum kann unter anderem große Veranstaltungen ins Museum verlagern. Dies hilft der städtischen Einrichtung zumindest teilweise aus der Bredouille, die aufgrund von Brandschutzbestimmungen eine Etage an der Jean-Vogel-Straße nicht mehr nutzen kann (die WAZ berichtete).

„Spielen und Lernen“ verbinden sich in der einen wie in der anderen Einrichtung. Das sagten gestern Museumsleiter Josef Mühlenbrock wie auch Annette Frenzke-Kulbach als Leiterin des städtischen Fachbereichs Jugend. Schon in der Vergangenheit gab es Kooperationen zwischen dem Städtischen Spielezentrum und dem LWL-Museum für Archäologie. Schon mehrfach war das Spielzentrum zu Gast am Europaplatz, unter anderem fand das Finale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel 2012 im Vortragsraum statt.

Vorrunde im Vortragssaal

Diesen Raum im 1. Stock stellt das Museum demnächst wieder zur Verfügung: Dort soll am 28. Februar eine von 16 Vorentscheidungsrunden für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel ausgetragen werden, wie Thomas Moder als Mitarbeiter der Spielezentrums erklärte. Und wenn im Mai wieder der „Spielewahnsinn“ tobt, wird es ein Kombiticket geben. Drei Tage lang können die Besucher dann sowohl die Veranstaltung im Kulturzentrum als auch das Museum besuchen. „Während des Spielewahnsinns findet das Finale von ,7 Wonders’ im Museum statt, mitten in der Ausstellung“, kündigt Thomas Moder noch eine Premiere an. Bei dem Bauspiel gilt es, ganze Städte in verschiedenen Epochen der Antike zu verwalten - es wird gehandelt, gewirtschaftet und sich bekriegt.

„Wir möchten als Museum Interesse wecken für Geschichte und Archäologie“, sagt Michael Lagers als Museumspädagoge. „Das gelingt auch über Spiele mit historischem Hintergrund.“ Lagers kann sich vorstellen, auch künftig Themen der Sonderausstellung, wie demnächst „Vietnam“, durch Spiele zu vertiefen und zu Familiensonntagen in das Spielezentrum einzuladen. Geplant ist außerdem, dass das Spielezentrum mit seinem Bus bei Veranstaltungen wie der „Extraschicht“ oder der Museumsnacht präsent ist.

Für die Jugendamtsleiterin Frenzke-Kulbach ist die Kooperation in jedem Fall ein „Zugewinn“. Mittelfristig solle das Spielezentrum - das sich ohnehin schon länger verändern will - ein neues Domizil bekommen, das der wertvollen Arbeit angemessen sei: „Manchmal liegt in der Not eine neue Chance.“

Im Archäologiemuseum hat das Spielen nicht erst seit Abschluss des Kooperationsvertrages einen hohen Stellenwert.

„Schon in der ersten Sonderausstellung über Indianer gab es einen Raum mit Spielen zum Thema“, erinnert sich der Museumspädagoge des LWL-Museums, Michael Lagers.

„Verspielte Zeiten“ heißt auch ein Kindergeburtstagsprogramm im Museum, das Sieben- bis Zwölfjährige nach Spielzeugen früherer Zeiten forschen lässt.

Infos zum Archäologiemuseum: www.lwl-landesmuseum-herne.de.


Infos zum Spielezentrum:www.spielezentrum.de.