Spatenstich zu Neubau in Herne

Mit dem symbolischen Spatenstich wurde nun die Bauphase für das Wohnprojekt eingeleitet.
Mit dem symbolischen Spatenstich wurde nun die Bauphase für das Wohnprojekt eingeleitet.
Foto: Laura Konieczny
Was wir bereits wissen
Anfang Juni beginnt die Bauphase für das neue Wohnhaus an der Bielefelder Straße. 24 Menschen mit Behinderung sollen im Herbst 2016 einziehen.

Herne..  24 Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung sollen bis Herbst 2016 an der Bielefelder Straße in Eickel entstehen. Nach fünfjähriger Planungsphase haben Repräsentanten aus Politik, Nachbarschaft und der Diakonischen Stiftung Wittekindshof am Freitag endlich den ersten Spatenstich vollzogen.

„Normalerweise rechnen wir vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung eines Projektes wie diesem mit fünf Jahren“, erklärt Diakon Bernd Samson, Geschäftsbereichsleitung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. In Eickel habe sich der Prozess allerdings etwas gezogen aufgrund von langen Verfahren zur Grundstücksklärung, Förderanträgen und vielen Gesprächen mit den zukünftigen Nachbarn des Wohnprojekts. Die tatsächliche Bauphase solle nun noch ein einhalb Jahre dauern. „Nächste Woche geht es auf der Baustelle los“, so Samson.

Im Vorfeld des Bauvorhabens seien die Planer immer wieder auf skeptische Bürger getroffen. Die knappe Parkplatzsituation vor Ort sei einer der Diskussionspunkte gewesen. Außerdem plage einige Anwohner offenbar eine Unsicherheit, wie es sich in der Nachbarschaft der Wohneinrichtung künftig lebe.

„Unsere Erfahrung zeigt, dass das Zusammenleben in der Praxis immer gut funktioniert“, berichtet Bernd Samson. „Wenn die Menschen erstmal in ihre neue Wohnstätte einziehen, zerstreuen sich Vorbehalte in der Regel schnell. Die Leute merken: das sind nette Nachbarn.“

Nachbarschaft einbeziehen

Im Herbst 2016 soll es dann so weit sein. Zwölf Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 25 Jahren sollen im Erdgeschoss des barrierefreien Gebäudes leben, zwölf Erwachsene im Obergeschoss, erklärt Dorothee Blome, Öffentlichkeitsbeauftragte der Diakonischen Stiftung für Menschen mit Behinderung. Außerdem seien so genannte „tagesstrukturierende Angebote“ geplant. „Sie richten sich an alle, die noch nicht oder nicht mehr in einer Behindertenwerkstatt arbeiten können“, erklärt Blome.

In speziellen Räumen, die Abwechslung von den eigenen vier Wänden schaffen sollen, können die Bewohner der Bielefelder Straße sowie externe Teilnehmer dann gemeinsam mit Pflegern und Heilpädagogen mehrere Stunden pro Tag kochen, basteln, spielen, werken oder Ausflüge unternehmen.

„Genau so muss das sein“, findet MdB Ingrid Fischbach (CDU). Inklusion „muss man einfach machen“, sagt sie. Ihr Schlüsselerlebnis: „Ich biete auch Fahrten nach Berlin für gemischte Gruppen von Menschen mit und ohne Behinderung an.“ Anfangs gebe es häufig Berührungsängste, am Ende der gemeinsamen Reise seien alle begeistert. Aufeinander zuzugehen sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Inklusion. „Das darf nicht in der Schule aufhören“, so Fischbach.

„Deshalb möchten wir den weiteren Weg des Bauvorhabens und des Wohnens hier gemeinsam mit der Nachbarschaft gehen“, so Samson.