Aus für zwei Bibliotheken
„Sparen an der falschen Stelle"
17.02.2010 | 11:08 Uhr 2010-02-17T11:08:00+0100
Noch während dieser Legislaturperiode sollen die Stadtteilbibliotheken in Eickel und Sodingen geschlossen werden, so der Vorschlag der Sparkommission. Die Anwohner klagen, dass damit an der falschen Stelle gespart wird und machen Rettgungsvorschläge.
Zwar versucht die Stadt, den Ball flach zu halten, möchte keine unnötigen Ängste schüren, wie Sprecherin Silke Bender erläutert. Einige Anwohner und regelmäßige Nutzer der Bibliotheken klagen aber schon jetzt, dass die Stadt damit an der falschen Stelle sparen würde.
„Klar ist die Stadt verschuldet, aber ich finde es schlimm, wenn im sozialen Bereich und bei Kindern gespart wird", sagt Dorothe Hoppe. Die 43-Jährige verlässt gerade mit ihrem elfjährigen Sohn Julius die Bibliothek in Eickel. Regelmäßig leiht sie hier für ihn und ihre siebenjährige Tochter Bücher aus. „Viele Kinder haben kein Geld, sich Bücher zu kaufen, und wenn sie sich keine mehr ausleihen können, werden sie gar nicht mehr lesen", glaubt die Lehrerin.
Besucher im Minutentakt in Eickel
Es ist kurz vor Mittag. Im Minuten-Rhythmus verlassen und betreten vor allem Frauen die Stadtbibliothek in Eickel. „Hier wohnen sehr viele Kinder, die Bibliothek hat sehr viele schöne Kinderbücher", sagt Mishe Schemmann (47). Jede Woche komme sie deshalb hierher. Die Stadt sollte woanders sparen und nicht bei Kindern und der Bildung, sagt die Mutter eines sechsjährigen Sohnes. „Wenn wir eine gesunde Stadt haben wollen, müssen wir den Kindern auch Bücher zum Lesen geben."
„Ich denke, es wäre auch für viele Ältere schlimm, weil sie nicht mehr so leicht irgendwoanders hinkommen", so Christa Schriegel, die seit 22 Jahren die Buchausleihe nutzt. Wo die Stadt stattdessen sparen könnte, weiß sie nicht. Jedoch wäre sie bereit, mehr als die derzeit üblichen sechs Euro im Jahr zu zahlen. „Ich finde, das ist sehr billig, dafür, dass ich die Bibliothek so viel nutze. Ich zahle auch mehr, wenn sie dadurch erhalten wird."
Paul Beschorner hat Vorschläge, wie die Stadt stattdessen an Geld kommt. Öffentliche Räume wie die Flottmannhallen sollten auch an Privatleute vermietet werden. „So könnten auch einige hundert Euro reinkommen", ist sich der 68-Jährige sicher. Außerdem sollte die Stadt Veranstaltungen streichen, bei denen es anschließend kostenlos Essen und Trinken gebe, betont er. „Irgendwo muss Geld rein, aber bei den Bibliotheken spart die Stadt sicherlich an der falschen Stelle."
Ruhigere Lage in Sodingen
Natürlich wollten wir auch in Sodingen mit Nutzern der Nebenstelle sprechen. Eine halbe Stunde warten wir am frühen Nachmittag vor der Tür. Markus Wurm kommt mit Tochter Pia, um ein Buch zurückzugeben, dass sie sich im Bücherbus geliehen hatte. „Wir benutzen die Bibliothek recht selten", sagt er. 15 Minuten später betritt Gabriele Sabottka (54) die Akademie Mont-Cenis. „Ich würde 100 Prozent nicht so viel lesen, wenn es die Bibliothek nicht geben würde. Kaufen ist mir zu teuer", sagt sie, bleibt eine Minute und geht wieder. Das waren die einzigen Nutzer in 30 Minuten. Die andere Seite der Sparmedaille.
00:21
tja, welche migranten gehen in wanne auch in die bücherei? und in sodingen?
hat bestimmt nichts mit sparen zu tun oder?
ich kann das wort sparen nicht mehr hören.
die brd, griechenland, italien usw sind verschuldet bis zum geht nicht mehr.
nur die bürger sind zu d... um nachzurechnen, dass niemals einer ihrer nachahnen die schulden begleichen können.siehe zinsen rechnung bei 1,6 billionen.
ausser? einen bankrott mit anschließender neuer währung. solange, bis das spiel erneut zuende ist.
warum hat die regierung wohl 14 gelddruckmaschinen bestellt?
um euros zu drucken? wohl kaum!
wacht mal auf liebe bürger.
aber das wird erst passieren, wenn sich euer hart erspartes von heute auf morgen in luft aufgelöst hat.
09:44
Einfach mal googlen: linksfraktion herne
Da stehen mehr als nür Informationen
06:39
Ich glaube kaum, dass die drei aus der Rechtsfraktion die Büchereischließungen interessieren wird. Buch ist Fremdwort für die.
04:06
6 & 7:
Und die neue Rechtsfraktion nickt und nickt und nickt.
22:30
Hallo #6, hat die CDU eine Wahl?
Der Rat wird von der SPD dominiert und deren Partner Grüne zieht mit.
Die Grüne durften in Düsseldorf mitspielen, weil Rau erst seinerzeit die Grünen verleugnet hat und dann nach der Wahl diese doch ins Nest geholt hat.
Und genau so läuft es auch in Herne.
Was haben CDU und FDP oder andere Minderheitsvereinigungen in Herne denn damit zu tun?
21:49
Wer Büchereinen schließt hat bereits die Bildung abgeschlossen ... für FPD-Klientel auch anders erschwinglich.
Was denken sich CDU / SPD und Grüne dabei .... mal sehen wie die alte und neue Linke stimmt.
http://www.derwesten.de/staedte/herne/Linke-sehen-rot-id2534987.html
19:14
Und wo lernen Migranten nun die deutsche Sprache?
Aktive Angebote der Stadt gibt es doch keine!
Wie greift man auf ein Bildungsangebot zu, wenn man zu alt für das Internet ist?
17:13
Interessant an der ganzen Sache ist, daß die beiden Gutachten, die die Diskussionsgrundlage der Spar-Haushaltskommission darstellen, gar keine Empfehlung zur Schließung der Stadtteilbibliotheken aussprechen.
Vielmehr stellt das Gutachten der Gemeindeprüfungsanstalt fest, daß bei durchschnittlichem Personalbestand und
leicht überdurchschnittlichen Öffnungszeiten eine unterdurchschnittliche Medienerneuerungs-Quote vorhanden ist.
Empfohlen wird, die Medien aktueller als bisher zu halten und über diese Attraktivitätssteigerung die Einnahmen zu erhöhen.
Denn dann würde mehr ausgeliehen und die Nutzer wären dann auch bereit, etwas mehr zu bezahlen. Klingt logisch und wie aus dem Handbuch Wie kurbele ich mein Geschäft richtig an. Außerdem wird festgestellt, daß die Zahl der Stadtteilbibliotheken nicht zu hoch ist für eine so dichtbesiedelte Stadt wie Herne. Und daß sich die
Bibliotheksleitung verstärkt um die Erneuerung der Medien kümmert, obwohl aus dem städtischen Haushalt dafür nicht mehr Geld kommt.
Das zweite Gutachten der Firma Rödl & Partner schlägt lediglich vor, die Junior-Fahrbibliothek abzuschaffen. Eine Schnapsidee mit geringem Spareffekt!
Soweit die der AL vorliegenden Fakten.
Alles andere ist für uns reine Spekulation. Da uns die Auskunft darüber verweigert wurde, was in dieser Spar-Haushaltskommission wirklich im Detail besprochen wurde, sind wir im Moment nicht schlauer als der normale Bürger, der die Sparideen erst zum Wochenende hin im Ratsinfosystem nachlesen kann.
Es wurde uns aber gesagt, daß in der Sparkommission nichts besprochen worden wäre, was über die bereits bekannten Vorschläge dieser beiden Gutachten hinaus geht. Das scheint ja doch wohl anders zu sein!
Offensichtlich hat man die Mottenkiste mit den Kürzungsvorschlägen der 80er und 90er Jahre wiedergefunden. Haben diese Streichorgien etwas genutzt? Wohl nicht, denn sonst ginge es den betroffenen Städten ja nicht schon wieder schlecht. Schauen Sie mal nach Bochum, da hat man schon vor Jahren den Großteil der Stadtbibliotheken dicht gemacht. Und jetzt?
Für die Schließung der Stadtteilbibliotheken müssen daher die Parteien aus der Haushaltskommission die Verantwortung übernehmen, die AL wird das jedenfalls nicht tun!
Protest, meine Damen und Herren!
Ingo Heidinger
für die AL Herne
BTW: Sorry, daß der Nickname so nicht mehr stimmt, das System verweigert die Änderung. Es muß ein kleiner Westerwelle drin stecken.
14:16
Letztlich sollte man auch nicht nur die Besucherzahlen eines Nachmittags zugrunde legen, sondern mal allgemein auf die Auslastung schauen.
Fakt ist auch, dass JEDER Sparvorschlag irgendwen treffen wird und dass jeder Betroffenen natürlich meint, dass sein Bereich der wichtigste ist und daher gerade dort nicht gespart werden kann.
13:50
Weil die Stadtteilbibliothek schließt muss man sich plötzlich Bücher kaufen?
Es bleiben doch die Bibliotheken in Mitte (von Sodingen umstiegsfrei mit dem 311er zu erreichen) und in Wanne (umstiegsfrei mit der 306 zu erreichen).
Klar, ist die Schließung nicht schön, aber wo 100 Millionen Euro (und mehr) fehlen, hilft eben auch keine Vermietung einer Flottmannhalle für ein paar Hundert Euro!!
Wenn nicht irgendwo planvoll angefangen wird mit dem Sparen, werden wir uns sehr bald überhaupt nichts mehr an kulturell-sozialen Einrichtungen leisten können. Den Aufschrei will ich lieber nicht hören müssen!