„Sonntagsfrage“ wird
03.02.2012 | 18:51 Uhr 2012-02-03T18:51:00+0100
Herne. In Herne sind in diesem Jahr neun verkaufsoffene Sonntage geplant: je vier in Herne-Mitte und Wanne, einer in Eickel. Die Politik muss noch darüber entscheiden: am 28. Februar im Rat. Ein Aus für die verkaufsoffenen Sonntage wie in Bochum ist in Herne aber nicht zu erwarten.
In Bochum gibt es in diesem Jahr keine verkaufsoffenen Sonntage. Dies beschloss der Rat der Nachbarstadt. 13 Shopping-Sonntage hatte der Handel beantragt, die Politik sagte Nein – sehr zum Ärger der Bochumer Geschäftsleute.
„In Herne diskutierten wir jedes Jahr aufs Neue über die verkaufsoffenen Sonntage, am Ende stand bisher immer eine breite Mehrheit für die Ausnahmeregelungen“, sagt CDU-Fraktionschef Markus Schlüter. 2011 gab es in Herne und Wanne-Eickel zehn verkaufsoffene Sonntage. Die bisherige Praxis habe sich bewährt und werde sowohl vom Einzelhandel als auch vom Kunden angenommen. In den meisten Fraktionen, so Schlüter, gebe es Befürworter und Gegner des Sonntags-Shoppings, „die Zahl der Befürworter aber überwiegt“. Man dürfe die Einkaufszeiten zwar nicht ins Uferlose ausdehnen, aber es auch nicht mit dem Verbieten übertreiben, so der CDU-Politiker.
SPD-Fraktionschef Frank Dudda sagt mit Blick auf das Bochumer Veto: „Wir neigen nicht zu Schnellschüssen.“ Nach Abwägung aller Argumente werde zugunsten der Bürger und im Sinne eines gut funktionierenden Verhältnisses zum Handel entschieden. Dudda: „Die Bochumer Entscheidung sehe ich nicht als unmittelbare Blaupause für Herne.“
Elisabeth Röttsches, Vorsitzende von Einzelhandelsverband und IG Herne City, versteht den Ärger ihrer Bochumer Kollegen über das Aus für die verkaufsoffenen Sonntage. Damit könnten Bochumer Kaufleute, IHK und Einzelhandelsverband nicht einverstanden sein. „Die verkaufsoffenen Sonntage“, so Röttsches, „sind ein spezielles Format, das sich gut in den Städten entwickelt hat.“ Gerade in Zeiten, in denen sich der Einzelhandel in den Innenstädten gegen Zentren am Rande und die Online-Konkurrenz behaupten müsse, sei es mehr als sinnvoll, verkaufsoffene Sonntage zur Unterstützung zu genehmigen.
Das will Erich Leichner so nicht unterschreiben. Der SPD-Stadtverordnete ist Sprecher der „Allianz für den freien Sonntag“. Die Gruppe, der über ein Dutzend Organisationen und Kirchengemeinden angeschlossen sind, spricht sich für den Sonntag als Ruhetag aus. Der freie Sonntag soll die Balance von Arbeit und Ruhe ermöglichen, und als kreative Schöpfungspause soll er die Leistungsfähigkeit der Menschen erneuern, so beschreibt es Leichner. Deshalb müsse der „Wildwuchs“ an Shopping-Sonntagen gestoppt werden, fordert der SPD-Politiker. Die vor knapp einem Jahr in Herne gegründete Sonntagsallianz würde es begrüßen, wenn es landesweit keine verkaufsoffenen Sonntage mehr geben würde. „Sollte sich die Landesregierung aber nur zu einer starken Einschränkung der ausufernden Praxis durchringen, können wir auch damit leben“, sagt Leichner.
Für vertretbar hält er in einer Stadt wie Herne maximal vier offene Sonntage im Jahr. Die beantragten neun schmecken ihm demnach nicht. Aber auch mit den Konsumenten geht er ins Gericht: Das Thema Burn-out sei in aller Munde, so Leichner, da sei es „ein Armutszeugnis“, dass Menschen nichts besseres zu tun hätten, als sonntags einkaufen zu gehen.
11:55
Was fingen wir in "grauer Vorzeit" mit unseren einkaufsfreien Sonntagen an? Wir vegetierten in unseren Gruften und Verliesen vor uns hin, Diese Sonntage waren doch kein Leben mehr für uns. Aber dem Einzelhandel und der Stadt sei Dank, wir wurden aus unserem "trüben" Sonntagdasein erlößt. Es konnte eingekauft werden. An diesen Sonntagen habe ich das Grauen gesehen: Tausende von Menschen rannten mit blutleeren Gesichtern und weit aufgerissenen Augen (um keine Angebote zu verpassen) wie "Untote" durch die Gassen der Stadt und kauften und kauften, denn es gab ja bestimmt keinen Tag mehr danach. Diese Menschen scharren schon mit den Füßen und warten auf den nächsten verkaufsoffenen Sonntag um erneut loszustürmen.
Lasst doch bitte Besinnung einkehren, es muß nun wirklich nicht Sonntags eingekauft werden. Sechs Tage hat man Zeit um in Kaufrausch zu verfallen. Das MUSS genügen. Der "Götze" Einzelhandel verdient auch an sechs Tagen in der Woche.
19:33
Zuerst möchte ich mal #6 "Tante Olli" fragen, was sein Pamphlet hier unter "Sonntagsfrage" zu suchen hat. Thema verfehlt - 6 - setzen.
Zum Thema Geschäftsöffnungszeiten am Sonntag,möchte ich anmerken, dass viele Menschen sonntags arbeiten müssen. Sei es Polizei, Feuerwehr, Krankenhauspersonal. Der öffentliche Verkehr wie Bus und Bahn, Taxis, auch unsere Kraftwerke sind sonntags besetzt und alle die ich vergessen habe, mögen mir verzeihen.
Alle, die um ein paar geöffnete Sonntage feilschen, haben warscheinlich noch nie sonntags gearbeitet und haben Freitags um 13 Uhr Feierabend und gehen an verkaufsoffenen Sonntagen dann in Essen oder Dortmund mit Ihren Frauen shoppen.
03:27
# 6
Gestatten Sie bitte die Frage, was Ihr polemischer Kommentar bezwecken soll und wem... wollen Sie damit imponieren ?
Der ständigen Propaganda sogenannter Wohlstandssozialisten - frei nach dem Motto Wasser predigen aber Wein sau..en und Porsche fahren - muss Tag für Tag mit der Realität begegnet werden.
# 6
scheint nicht die beste Aufräumleistung im Oberstübchen zu haben ...sprich nicht alle tassen im Schrank.
400€ Jobs drastisch mindern , sich an Gesetzte und T-Verträge halten...dann kann man über Sonntagsarbeit ansatzweise sprechen. Das gilt auch für Möbel-und Super Sportausstatter in der nähe der Autobahn.
20:06
Abschlüssen, die keiner braucht und mit dem Taxi fahren müssen.
Na und? Diplombiologen mit Schwerpunkt Tropenfrucht hätten sich vielleicht einmal, statt vorher Linksgewäsch von neuer Welt und so, mal über die hiesige Jobnachfrage hierfür umhören können.
Nur weil einer in irgendetwas promoviert hat, macht es ihn weder zu einem Vorbild, noch zu einem bevorzugten Arbeitnehmer oder gar einen besseren Menschen.
Also, wenn ein Akademiker drei €400 Jobs wahrnehmen muss, um (Mitleids-Zitat) "halbwegs menschenwürdig leben zu können", darf die Frage doch erlaubt sein, warum er keinen x-beliebigen anderen Vollzeitjob annimmt?
Ach ja, Akademiker...
Und von 1200€ leben teilweise Familien mit Kind und auch nicht an der Armutsgrenze.
Wie war da noch diese Mitleidsstory der Studenten-Komikerin aus Dänemark? 750€ vom Staat ohne Gegenleistung, 400€ zusätzlich zinsfreies Darlehen und natürlich kein Nebenjob, aber sich darüber beschweren der Staat müsste noch mehr Geld locker machen.
Da soll man noch Verständnis für aufbringen? Ein wenig mehr Umverteilung wie in Kuba oder Nordkorea gefällig?
Zieht doch dahin! Es zwingt Euch keiner hier zu bleiben und zur Gründung der "DDR 2.0" reicht es, wie bei anderen Sachen auch, bei Euch lange nicht!
19:41
Seit Einführung der Agenda sind lt. Doppelwachholder - Quelle: Doppelwachholder, Hagen - Millionäre in NRW auf über 60 % gestiegen !!!
Es gibt in diesem Lande einige Akademiker, die drei € 400, Jobs innehaben, um halbwegs menschenwürdig leben zu können...
und hier sei ein großes Lob dem Bochumer Rat auszusprechen, der diesem Tun einen Riegel vorgeschoben hat.
die tragen keine zeitschriften aus. der anwalt meiner schwester beschwert sich auch nicht. viele jahre an der schule studiert und schöne feiern gehabt. bekommt doch auch Geld wenn er beantragt.
ich kann nur abend einkaufen gehen weil ich sonst arbeiten muss. soll ich jetzt hungern? wochenende bummeln als familie ist sonst auch nicht oft moeglich.
16:34
Minijob-Lohn pro Monat?
Und ausserdem sollte man die VERHÄLTNISMAESSIGKEIT mal bitte nicht aus den Augen verlieren, wenn die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abgewägt werden!!!!
Die einen wollen allen nicht von der Sonntags-Öffnungszeit betroffenen Bürgern aus Herne sowie umliegenden Gemeinden die Lebensqualität erhöhen und Herne als familienfreundliche Stadt präsentieren. Denn selten bleibt es dabei, dass nur einige Läden einfach so öffnen.
Und andererseits erhalten die von den Sonderöffnungszeiten betroffenen Mitarbeiter doch die Gelegenheit eines finanziellen, durch (Haus-)Tarifverträge oder andere gesetzliche Grundlagen geschaffenen Ausgleiches sowie i.d.R. die Möglichkeit auch mal bei einer üblichen 40 Stunden-Woche Mo-Fr auch mal einen Werktag für übliche Erledigungen wahrzunehmen.
Es wird von 9 (in Worten NEUN) Sonntagen im Jahr geredet, welche üblicherweise nicht einmal die volle Stundenzahl notwendig machen (Beispiel: 08:00 bis 17:00 Uhr mit 1 Std. Mittagspause).
Wir leben nicht in paradiesischen Zuständen, wo für die arbeitende Bevölkerung der Honig die Bäche herunterfliesst und es Brot und Wurst vom Himmel regnet.
Auch wird es in einer menschlichen Gesellschaft niemals dazu kommen. Da helfen auf absehbare Zeit keine indoktrierten Verhaltensweisen, Transfergelder, Blödmenschsein oder (Erb-)Genmanipulationen.
Dieses realitätsferne Geblubber kann sich doch keiner mehr anhören!
15:19
Wenn Kaufleute meinen, durch verkaufsoffene Sonntage floriere es besser, unterliegen sie einem Irrtum.
Verkaufsoffene Sonntage in der Adventszeit sind akzeptabel, auch wenn es schwerfällt, sollte man an Mitarbeiter denken, die zum größten Teil einen € 400,Job innehaben.
So werden Mitarbeiter ausgebeutet und dem sei nichts mehr hinzuzufügen.
11:19
Sonntags bleibt der Laden dicht....außer bei Firmen die nicht mehr als 10% der monatlichen Arbeitsstunden auf 400€-Kräfte verteilen.
Aber wie gesagt : Nichteinhaltung - Laden dicht...und so kann HERNE und W-Eickel einen offenen Sonntag vergessen.
Nur Grobzeug als Unternehmer mit Ausbeuterfähigkeiten sind HIER zu finden!
Ob es der Weinvertrieb auf der Heinrichstr. ist oder ein anderer Kleckerladen mit 400€-Jobern ! ..............zahlen die alle Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ? ... gewähren die alle bezahlen Jahresurlaub ? ....man kennt seine Pappenheimer in Herne !
08:02
Ein erneutes Beispiel, nach dem Hickhack um die wichtige Einführung des WAN-Kennzeichens, wie tief zerstritten die SPD vor Ort ist.
Der amtierende Fraktionsvorsitzende Dudda spricht sich leidenschaftlich für die Öffnungszeiten am freien Sonntag aus, während Spitzenpolitiker Erich Leichner mit vielen Verbündeten und Werktätigen (u.a sehr viele ehemalige Karstadt-Beschäftigte, ehemalige Sinn-Beschäftigte und in den Startlöchern gestandenen Saturn-Beschäftigten) dagegen kämpft.
Es bleibt spannend, welcher Parteiflügel sich in dieser (und weiterer) Fragen durchsetzen wird.
Hoffentlich bleibt die waz weiter hartnäckig am Ball!!!