Sommer (CDU) kritisiert EU-Resolution gegen Alkoholmissbrauch

„Aktionismus“ wirft die Herner CDU-Europaabgeordnete Renate Sommer der Mehrheit ihrer Kollegen vor. Anlass: eine Resolution gegen Alkoholmissbrauch in der EU.

Die verabschiedete Neuauflage einer 2006 verabschiedeten Strategie sei falsch, erklärt die Christdemokratin. Denn: Die Bekämpfung von Alkoholmissbrauch falle in den Bereich der Gesundheitspolitik. Und für diese seien einzig und allein die Mitgliedsstaaten verantwortlich.

Die Konsummuster bei Alkohol in der EU seien so unterschiedlich, dass ein gleichgeschalteter Ansatz zur Verhinderung von Alkoholmissbrauch auch gar keinen Sinn mache, so Renate Sommer, die in ihrer Fraktion Expertin für Lebensmittelfragen ist. Die Bevölkerungsgruppen mit dem stärksten Alkoholkonsum unterscheideten sich europaweit genauso deutlich wie die Art der konsumierten alkoholischen Getränke.

Die von der Parlamentsmehrheit erhobene Forderung, dass Alkohol erst von Menschen ab 18 Jahren verzehrt werden soll, gehe eindeutig zu weit. „Schließlich ist Alkohol kein Teufelszeug“, erklärt die Christdemokratin.

Schließlich: Auch mögliche Maßnahmen gegen preiswerte alkoholische Getränke – Steuererhöhungen - stoßen bei Sommer auf Ablehnung. Die Erfahrung in Ländern mit einer hohen Alkoholsteuer zeigten, dass der Preis allein Menschen nicht vom Missbrauch abhalte.