Sodinger stellen Bürgerantrag zu „An der Linde“

Die Freifläche An der Linde in Blickrichtung Süden.
Die Freifläche An der Linde in Blickrichtung Süden.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Anwohner wollen die Bebauung der Freifläche „An der Linde“ verhindern – auch wenn dortnoch nichts Konkretes in Planung ist.

Herne..  Die Sodinger sind erprobte Kämpfer, was den Erhalt von Grün anbelangt. Den „schwarzen Gürtel“ haben sie sich schon beim Streit um die Bäume am Akademie-Parkplatz erworben. Jetzt geht’s weiter. Eine Bürgerinitiative wird gegründet. Ein Bürgerantrag ist in Vorbereitung. An der Linde soll auf keinen Fall gebaut werden. Viele Sodinger wollen die Freifläche zum Spazierengehen und Spielen erhalten. Gut 50 von ihnen artikulierten das auf einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Gaststätte zum Urbanus.

SPD-Spitze in der Kritik

Die Grünen hatten zum Infoabend eingeladen, weil sie trotz des Versprechens von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Frank Dudda, die Grünfläche An der Linde von Baukränen zu verschonen, skeptisch sind. „Sobald Dudda Oberbürgermeister ist, wird An der Linde gebaut“, prophezeite die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Dorothea Schulte. Dafür spreche, dass die SPD den gemeinsamen Beschluss mit den Grünen, die Fläche in den Landschaftsplan einzubeziehen, wieder zurückgenommen habe.“ Warum sonst hätte sie das machen sollen?, lautete die Frage.

Die Stadt brauche aber große Grünflächen, wegen ihres ökologischen Wertes und als „Luftschneise über die Akademie hinweg“, sagte Dorothea Schulte.

Die BUND-Vorsitzende Hiltrud Buddemeier butterte noch ein weiteres Argument für die Nicht-Bebauung der Fläche zu: „Es gibt hier nicht nur ökologische, sondern auch soziale Gründe, die Menschen sollen sich im Pantoffelgrün erholen können.“ Ein Bürger hatte sogar in seinem Privatarchiv gestöbert und zitierte aus einer WAZ von 1981, in der geschrieben stand, dass Herne und München damals die am meisten zubetonierten Städte Deutschlands waren. „Und es wird weiter betoniert“, befürchtet er.

Ein weiterer Bebauungsgegner meldete sich zu Wort und meinte: „Die GroKo im Rathaus bedeutet Stillstand für Herne, bis auf eine einzige Ausnahme, die Bebauung und weitere Versiegelung der Herner Landschaft.“

Um für die Zukunft gegen jegliche Bauspekulationen gewappnet zu sein, müsse das Gebiet unbedingt unter Schutz gestellt werden, machte auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Thomas Reinke deutlich: „Auch wenn Frank Dudda da jetzt nicht bauen möchte, dann schlägt es vielleicht der Baudezernent vor, weil ein Investor ein attraktives Angebot unterbreitet.“

In Sodingen formiert sich jedenfalls der Widerstand. Federführend beim Bürgerantrag sind Helga und Dieter Sokolis – das sind die mit dem schwarzen Gürtel.